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Mittwoch, 29. Mai 2013

Eine neue Idee

Hallo Leute, 

es ist mal wieder soweit, obwohl mein Projekt zu ,,The Unwritten Stories" noch nicht mal annährernd dem Abschluss entgegensieht, hatte ich schon wieder eine neue Idee. Ich habe wirklich oft und viele Ideen, doch diesmal hat es mich so gepackt, dass ich nicht anders konnte und sie aufschreiben musste. Das war vorgestern Nacht, heute habe ich bereits 8 DinA4 Seiten geschrieben und möchte euch gerne ein Teil davon zeigen. 

Ich würde mich sehr über euer Feedback freuen. 


Erstmal zum kurzen Hintergrund der Geschichte, es geht um Zeitreisen, ist also keine (für mich typische) Fantasy-Geschichte, sondern kratzt sehr am Science-Fiction. 

Die folgende Szene beschreibt das erste Treffen zwischen Sam und Lisa. 

,,Sie sollten nicht hier sein.“ Lisa erschrak sich fast zu Tode, als die tiefe Männerstimme hinter ihr erklang. Sie war nicht gewohnt überhaupt jemanden auf dem Friedhof zu treffen, doch dass diese Stimme von hinten kam bedeutete außerdem, dass er ihr entweder gefolgt war, oder sie einfach an ihm vorbeigegangen war. Beide Möglichkeiten jagten ihr eine höllische Angst ein. Einen kurzen Moment blieb sie wie angewurzelt stehen. Sollte sie sich zu ihm umdrehen oder einfach wegrennen? Ihr Instinkt sagte: Renn Mädchen, dass ist sicher irgendein Irrer, der dich vergewaltigen und umbringen wird. Aber ihre Neugier redete beruhigend auf sie ein. Wahrscheinlich war es auch nur irgendjemand der eine Abkürzung nehmen wollte. Sie atmete noch einmal tief durch, bevor sie sich langsam herumdrehte. Der Mann hatte sich lässig gegen einen Grabstein gelehnt, als würde er damit nicht gerade einen Toten entweihen. Lisa war entsetzt. Natürlich glaubte sie nicht, dass es den Toten in irgendeiner Weise stören würde, aber dennoch kam ihr das erschrecken falsch vor, dass dieser Mann einfach so mitten auf einem Grab stand. Er sah eigentlich vollkommen durchschnittlich aus. Kein Wunder das Lisa an ihm vorbeigegangen war. Er war vollkommen uninteressant und gewöhnlich. Wenn er nicht bemerkt werden wollte, so würde niemand auf ihn aufmerksam werden. Egal wie bekloppt sich das in Lisas Kopf anhörte, sie war sich ganz sicher, dass es der Wahrheit entsprach. Doch dann traf ihre Augen die seinen und für einen Moment vergaß sie zu atmen. Ok, sie nahm alles zurück, dieser Kerl war ganz und gar nicht gewöhnlich. ,,Warum starren sie mich so an?“ Nur unter größten Anstrengungen riss Lisa sich von seinen Augen los, doch sie hatten sich tief in ihr Bewusstsein gebrannt. Noch niemals zuvor hatte Lisa solche unglaublich grünen Augen gesehen. Sie schienen beinahe zu strahlen. ,,Hallo?“ Er sah Lisa irritiert und auch etwas besorgt an. Seine Stimme wollte irgendwie nicht zu seinem Äußeren passen. Viel zu dunkel und rau, für die jungenhafte Erscheinung. Vom Aussehen her, würde Lisa ihn auf Anfang Zwanzig schätzen, doch seine Stimme klang eher wie ein fünfzigjähriger Kettenraucher. ,,Sie, sie stehen mitten auf einem Grab.“ Überrascht sah an sich herab zum Boden, als hätte er es vorher nicht bemerkt. ,,Ja, das haben sie gut erkannt.“ Oh Gott, dachte Lisa, doch ein Irrer. Sie ging drei Schritte zurück, um etwas Abstand zwischen ihnen zu bringen. Sofort hob er beschwichtigend die Arme, machte aber keine Anstalten von dem Grab herunter zu kommen. ,,Sie brauchen keine Angst vor mir haben. Ich tue ihnen nichts.“ Lisa stutzte. Die Art wie er das Ich betont hatte, ließ ihr einen Schauer auf den Rücken laufen. Sofort sah sie sich suchend um. ,,Keine Sorge.“ Er schüttelte den Kopf und seine braune Mähne schwang wirr mit herum. ,,Noch ist niemand hier, der ihnen Schaden könnte. Doch sie sollten jetzt besser gehen.“ Langsam jagte ihr diese ganze Szene doch irgendwie Angst ein. Was für ein Typ war das nur und woher will er wissen, dass sie in Gefahr war? Wollte er sich etwa mit irgendwelchen gefährlichen Typen hier treffen? Vielleicht wollte er sie nur loswerden, um illegale Geschäfte abzuziehen. Vielleicht war er auch ein Drogensüchtiger, der kurz vorm durchdrehen stand? Warum kam er nicht endlich von diesem verdammten Grab runter?
Ein leichtes Pochen hinter den Schläfen setzte ein. Das war das sichere Zeichen für Lisa, dass sie nun wirklich gehen musste. Als sie sich wieder auf den Fremden konzentrierte hatte sich sein Gesicht. ,,Ist alles in Ordnung mit ihnen?“ Er klang wirklich besorgt. ,,Ich.“ Lisas Stimme zitterte. ,,Ich gehe dann mal lieber.“ Dabei trat sie einige Schritte nach hinten. Der Mann hob seine Hand, als wollte er noch irgendetwas sagen. Doch er sagte nichts mehr, als sie sich herumdrehte und schnell flüchtete. Lisa warf noch mal einen Blick zurück. Er stand noch immer da. Es schien bei nahe so, als hätte er ihr folgen wollen, war mitten in der Bewegung jedoch inne gehalten. Seine Füße standen noch immer fest auf dem Grabstein. Schnell blickte Lisa wieder geradeaus und beschleunigte ihre Schritte. Sie wollte nicht den Anschein erwecken, als würde sie vor ihm wegrennen, falls er ihr doch noch folgen sollte. Gleichzeitig versuchte sie aber so schnell wie möglich, so viel Abstand wie möglich zwischen sie zu bringen. Erst als sie das eiserne Tor des Friedhofs durchschritten hatte und es wieder im Schloss einrasten hörte, blieb Lisa stehen. 


Copyright © Julia

Mittwoch, 22. Mai 2013

Teil 34


Falls du die anderen Teile dieser Geschichte noch nicht gelesen hast, findest du sie hier.

Die Formulierung machte Zev stutzig. Es klang, als wäre es nicht nur ein einfaches Verbot gewesen, sondern etwas viel Größeres und Weitreichenderes. ,,War es denn ein schlimmes Unglück?“ Maelle drehte sich mit erschreckend ernstem Gesicht zu ihm um. ,,Das Schlimmste was hätte passieren können.“ Zevs Augen weiteten sich. Ihm kamen plötzlich so viele Bilder in den Sinn. So viele schreckliche Szenarien, dass er unwillkürlich einen Schritt zurück trat.
Unsagbar schreckliche Bilder.
Erinnerungen.
Alles Unglücke, die er zu verantworten hatte.
Wenn ihn diese Szenen einholen, was in letzter Zeit häufiger geschah als früher, dann begann er, wie jetzt auch sich selbst gut zuzureden.
Immer wieder zu sagen, dass dies ein anderes Leben war. Eine andere Zeit. Ein anderes Ich. Er hatte sich geändert.
Eine Ewigkeit hatten sie einfach nur dagestanden. Beide ihren eigenen Gedanken und Erinnerungen nachhängend. 
Zev hatte nichts sagen können. Hätte die Stille nicht unterbrechen können. Zu sehr drückte ihm die Erinnerungen die Kehle zu. 
Erst als er sich wieder beruhigt hatte und seine Lungen langsam wieder mit erfrischender Luft füllen konnte, riss er auch Maelle aus ihren Gedanken.
,,Dir?“ Seine Stimme zitterte dennoch leicht.
Maelle schreckte auf und ihre weiße Haut wurde puderrot. ,,Tut mir leid, ich war plötzlich ganz woanders.“ Zev erwiderte ihre Röte mit einem leichten Lächeln. 
,,Nein, mir ist nichts passiert.“ Maelle stand wartend neben dem Auto, als Zev den Kofferraum öffnete. ,,Meine Schwägerin. Sie hatte einen Unfall.“ Er griff nach Maelles Tasche und warf sie sich über die Schulter.
,,Das tut mir leid.“ Mit einem viel zu lauten Knall schloss sich der Kofferraumdeckel. ,,Standen ihr euch sehr nah?“ Ihr Gesicht spiegelte eine unsagbare Traurigkeit wider. ,,So nah, wie Schwestern.“ Zev stand dort, vollkommen hilflos. Er wollte sie trösten, doch er wusste nicht wie. ,,Das tut mir leid.“ Zev wusste nicht, was er sonst sagen sollte, um sein Mitgefühl auszudrücken. Er hatte das vorher noch nie gemacht. 
Maelle zuckte leicht mit den Schultern. ,,Es ist schon so lange her und sie selbst hatte mir beigebracht nicht in der Vergangenheit zu verharren, sondern die Zukunft in Angriff zu nehmen.“ Maelles Augen straften ihrer Worte Lügen. Doch sie wollte nicht weiter darauf eingehen und streckte ihre rechten Hand aus, um ihm den Rucksack abzunehmen, womit das Thema beendet war.  Zev stapfte an Maelle vorbei, die ihn zuerst skeptisch ansah und dann kopfschüttelnd hinter ihm ins Haus ging.
,,Also ich hoffe du hast nicht zuviel erwartet.“ Maelle trat durch die kleine Tür ins Haus. ,,Ich habe gar nichts erwartet.“ Als Maelle sich umblickte, starrte Zev sie erwartungsvoll an. Langsam trat sie einen Schritt nach dem anderen in die kleine Hütte hinein, die früher für seine ganze Familie Platz geboten hatte. 
,,Es ist schön hier.“ Maelle ließ sich neben dem Spinnrad fallen, als wäre es das natürlichste der Welt und begann das staubige Rad langsam zu drehen. 
 Copyright © Julia

Montag, 8. April 2013

Teil 29


  Falls du die anderen Teile dieser Geschichte noch nicht gelesen hast, findest du sie hier.

,,Außerdem gibt es ungemein viele Vorteile an einer Universität zu arbeiten. Nicht nur das ich für den Spaß Menschen zu quälen auch noch ein wirklich ausgezeichnetes Gehalt bekomme, genieße ich den Status den ein Professordasein mit sich führt.“ 
Nachdem Maelle ihre Augenbrauen überrascht in die Höhe gezogen hatte, begannen beide beinahe gleichzeitig zu lachen. 
Natürlich wurde er zu wirklich vielen Partys, Eröffnungsfeiern und Benefizveranstaltungen eingeladen, doch er war noch nie zu einer gegangen. Auch Maelle hatte ihn bereits so weit durchschaut, dass ihr dies bewusst war. Zev trank einen weiteren Schluck, bevor er sich wieder leicht nach vorne beugte. 
,,Aber die Studenten etwas zu quälen macht schon Spaß.“ Zev lehnte seinen Rücken wieder gegen die Lehne des Stuhles und richtete sein Gesicht der Sonne entgegen. Das warme Sonnenlicht wärmte sein Gesicht, genauso wie Maelles Anwesenheit sein Herz wärmte und seit Jahren war er das erste Mal wieder richtig glücklich. 
Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit konnte er sich eine Zukunft vorstellen, in der er zufrieden und glücklich sein würde. 

Schlecht gelaunt betrat er viel zu früh den Saal. Maelle saß bereits im Raum, als er am nächsten Tag hereinkam. 
Noch bevor er durch die Tür getreten war, blieb er abrupt stehe. In der vordersten Reihe strahlten Zev ihre rabenschwarzen Haaren entgegen. Noch nie hatte er erlebt, dass er pünktlich war und jemand vor ihm da war. Diesmal war er sogar zu früh da. 
Wieso musste sie gerade in der ersten Reihe sitzen? Ihre bloße Anwesenheit sorgte schon dafür, dass Zev sich nicht konzentriere konnte. 
Der gestrige Tag war so entspannend gewesen, dass Zevs Gedanken bevor er ins Reich der Träume entglitt, ihr gegolten hatten, was dazu führte, dass er in der Nacht seine ganze Abwehr fallengelassen hatte. Dies hatte sich dann auch schlagartig gerächt. Er atmete einmal tief durch und trat dann langsam und mit hoch erhobenem Kopf die Treppe hinunter.

Copyright © Julia


Dienstag, 26. Februar 2013

Teil 21


Falls du die anderen Teile dieser Geschichte noch nicht gelesen hast, findest du sie hier.


Da es für den Tag sowieso keinen Sinn mehr zu haben schien, wie er selbst beschloss, ging er zum museumsinternen Café, um sich zur Entspannung einen Kaffee zu gönnen. Er drängelte sich durch die überraschende Masse an Menschen und betrat den eigenen Raum für das Café. Dort war es deutlich ruhiger und die wenigen die dort saßen waren entweder in Büchern oder Heften versunken.
Und da saß sie. 
Maelle saß an einem Tisch, hielt eine weiße Tasse,  aus der noch weißer Dampf kräuselns emporstieg in den Händen und war vertieft in irgendeine bunte Zeitschrift. Sie trug ihr schwarzes Haar offen und es floss wie glatt und lang wie Wasser an ihrer rechten Schulter herab. So wie Maelle da saß kam sie ihm irgendwie unheimlich bekannt vor, doch er konnte nicht sagen woher dieses Gefühl herrührte.
Zev stand dort, starrte sie unablässig an und überlegte, ob Maelle irgendwie Ähnlichkeit mit ihr hatte und ja, irgendwas an diesem hübschen Geschöpf erinnerte ihn an sie.
Vielleicht war es auch genau das, was ihn die ganze Zeit so fertig machte. Weshalb sie so leicht in seine Gedanken eindringen konnte.
Ihre Ausstrahlungen waren sich sehr ähnlich. Doch Maelle war eindeutig nicht so wild wie sie. Außerdem, dass konnte er auch sagen ohne sie zu kennen, war Maelle von einer viel freundlicheren und reinen Natur. Wenn man das so sagen kann. Ihr Lächeln war so offen und so unglaublich ehrlich, dass allein die Erinnerung daran ihm Schmerzen bereitete. Er überlegte, was er tun sollte.
Ein Teil von Zev wollte zu ihr hingehen und sich für seinen Ausbruch am gestrigen Tag zu entschuldigen, aber ein anderer Teil wollte einfach nur wegrennen und hoffen, dass er sie nie wieder sehen würde.
Doch auch diese Entscheidung wurde ihm abgenommen, als sie plötzlich von ihrer Zeitschrift aufsah und ihn direkt anblickte.

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Dienstag, 5. Februar 2013

Teil 19


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Es hatte begonnen zu schneien und die dicken Flocken fielen sanft auf ihr braunen  Locken. Madelein war der Verzweifung nah. 
Ihre ganze Familie war tot. Zerfleischt von einer Bestie, von einem unsagbaren Monster. Einfach so. Ohen Vorwarnung, ohne Grund hatte man ihr alles genommen. Zum ersten Mal an diesem Tag rollten ihr Tränen über die kalten Wangen. Was sollte sie vollkommen allein in dieser Welt machen?  
Plötzlich hörte sie hinter sich ein Schaben und Kratzen.  
Madelein drehte sich nicht um. 
Stattdessen stand sie auf und rannte wieder los. Pure Angst kann eine erstaunliche Wirkung haben. Sicher, dass das Ungetüm direkt hinter ihr war, konnte sie den letzetn Rest ihrer Kraft mobilisieren. 
Sie rannte und sprang wie ein Geschöpf des Waldes, bis sie auf eine Lichtung kam. 
Als Madelein auf diese trat, blieb sie sofort stehen. Plötzlich war das Monster hinter ihr vergessen. 
Die Lichtung war strahlend hell und Madelein spürte wie sie von purer Magie umgeben war. Alles hier war pur und rein. 
D
irekt in der Mitte stand eine Frau.
Groß, schlank und wunderschön. Um sie herum flatterte der rote Umhang und bildete sowohl zu ihren tiefschwarzen Haaren, als auch zum weißen Schnee einen Kontrast der den Atem raubte.
 
In dieser Nacht schlief Zev so gut wie lange nicht mehr.
Während er vor sich hin träumte rutschte er auf das Lager und schlief dort ein. Es war nicht bequem, aber dennoch gab es ihm soviel Sicherheit, dass er ohne Albträume durchschlafen konnte. 


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Donnerstag, 31. Januar 2013

Teil 18

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Er bedeutete Zevs Mutter still zu sein. Als ob dies nötig gewesen wäre. 
Die Bestie hatte sich die kleine Familie als ganz spezielles Ziel gesetzt und wusste wer und wie viele sich in der Hütte befanden. 
Noch bevor Vater seine Waffe überhaupt ergreifen konnte, war die Bestie schon durch das offene Fenster gsprungen und hatte ihn zerfleischt. 
Mit einem gezielten Biss in die Kehle hatte er alles Leben aus dem Vater gerissen. 
Hatte ihn zerfetzt wie eine von Marias Stoffpuppen. 
Der Rest der Familie schrie und weinte aus Verzweiflung, selbst die Jungen und versuchten zu fliehen, doch niemand entkam der Bestie. 
Fast niemand. 
Madelein floh in dem Durcheinander. 
Sie rannte um ihr Leben. 
Hinaus aus der Hütte und hinein in den Wald, vor dem sie sich so sehr gefürchtet hatte, dass sie niemals alleine hineingehen konnte. 
Immer weiter. 
So weit ihre kleinen Füße sie tragen konnte und noch ein Stück weiter. 
Tränen rannen über ihr rot gefärbtes Gesicht. Ihre Kleidung war voller Blut. 
Das Blut ihrer Geschwister. Ihres edlen Vaters und ihrer so heiß geliebten Mutter. 
Sie lief so kopflos in die Nacht, dass sie mehrmals fiel, sich aufrappeln musste und kaum vorankam. Es kostete einfach zu viel Kraft.  
Sie lief so lange, bis ihre Lungen zu zerbersten drohten. 
So lange, bis sie keine Luft mehr bekam. 
So lange, bis sie erschöpft im Schnee nieder sank.  
Keinen einzigen Schritt konnte sie mehr tun.  

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Donnerstag, 24. Januar 2013

Teil 16


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Er parkte sein Auto vor der alten Hütte. 
Sie lag einsam mitten in diesem dunklen, alles umschließenden Wald. 
Die mächtigen Tannen waren uralt und ragten stark und standhaft in den Himmel.
 Zev stieg aus und atmete einmal tief ein. Sofort formten sich seine Lippen zu einen glücklichen Lächeln.  
Dies war der Ort an dem er sich auf der ganzen Welt am wohlsten fühlte. 
Hier war es fast wie früher. Langsam schritt er um die alte Hütte herum. Sie war von der Witterung stark angegriffen und sah aus, als ob sie jeden Moment einbrechen würde. 
Aber er wusste es besser. Sie stand schon immer so da. Wie er war sie gefangen in der Zeit. 
Vorsichtig öffnete er die Tür, die wie immer ungewöhnlich leise und leicht aufsprang. Innen war es dunkel. Viel dunkler als es sein dürfte. 
Alles war von einer dicken Staubschicht bedeckt. Er setzte sich auf dem Bett nieder, das verlassen in der Ecke stand. 
Es knarzte laut und gab verdächtig unter seinem Gewicht nach. 
Doch es konnte nicht nachgeben. 
Er lehnte sich zurück. Das warme Holz wärmte seinen Rücken. Er schloss die Augen. 
Fast sofort spürte er die Hitze des Feuers und konnte das knistern des brennenden Holzes hören. 
Als Kind hatte er das stetig brennende Feuer geliebt. Niemals durfte es ausgehen. 
Feuer bedeutete damals Leben. 
Er roch wie der Rauch die Hütte einnahm, da der kümmerliche Abzug nie mit ihm fertig geworden war. 


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Dienstag, 22. Januar 2013

Teil 15

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Ganz unvermittelt hörte er wieder den Wind toben. Er hatte an seiner Kleidung gerissen.
Damals im Wald.
Er hatte ihren roten Umhang um ihre schlanke Gestalt tanzen lassen, als sie sich zu ihm herunter gebeugt hatte.
Es war das erste Mal, dass er eine andere Frau, als seine Schwestern oder seine Mutter gesehen hatte.
In seinen Augen war sie ein Engel, der auf die Erde geschickt wurde, um ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien. Um ihn unversehrt nach Hause zu führen.
Ihre blutroten Lippen bewegten sich, doch durch den Wind konnte er nichts hören, weshalb sie sich noch ein Stückchen näher zu ihm hinunter gebeugt hatte. Zev hatte ihren Duft aufgezogen, wie ein Ertrinkender die Luft. Sie hatte wie der Wald gerochen. Der Duft von frischen Tannennadeln und feuchtem Moos verbanden sich auf ihrem Körper zu einem herrlichen Aroma, welcher ihn sofort verzaubert hatte.
Ruckartig öffnete er die Augen, doch ihr Geruch hing noch immer in seiner Nase.
Umgab ihn.
Zev schüttelte sich und stand so schnell wie möglich auf. Er hasste es an sie erinnert zu werden. Er hasste sie.
Schnell verließ den Raum mit festen Schritten. Am liebsten wäre er gerannt, doch das konnte er sich auf dem Universitätsgelände nicht erlauben. In diesem Moment
aber wusste Zev ganz genau wohin er gehen musste.
Wohin er gehen konnte, um Maelle und vor allem um sie wenigstens für eine Weile zu vergessen. Es gab nur einen Ort, an dem er, er selbst sein konnte, wenn auch nur für ein paar Stunden.
Er setzte sich in ein Auto und fuhr hinaus.
Hinaus aus der Stadt. Hinaus über die Dörfer.
Immer weiter. Hinaus aus dieser Welt.

 

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Dienstag, 15. Januar 2013

Teil 13


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Er spürte sie zu sich heran kommen, noch bevor er ihre Schritte hörte und ihren Schatten sah. So gemächlich wie möglich packte er seine Tasche,
doch so sehr er auch ihre Geduld forderte, sie blieb stehen.
Ihre Hände hatte sie auf den Tisch gelehnt, um ihm verständlich zu machen, dass sie darauf wartete, dass er ihr endlich Beachtung schenkte.
Erst als er wirklich jede Kleinigkeit sorgfältig eingepackte, die Blätter alle noch einmal durchgeschaut und dann die Tasche übertrieben langsam geschlossen hatte, blickte er zu ihr auf.
In ihrem Gesicht zeigte sich keine Spur von Ungeduld.
Stattdessen lächelte sie ihn offen und aus ganzem Herzen an.
Ihre Augen strahlten, als er sie anblickte.
,,Hey.“ Ihre Stimme war wie flüssiges Gold, als sie ihn begrüßte.
,,Ja?“ Wieder versuchte er so abfällig und gemein wie möglich zu klingen.
Was nur wollte dieses Mädchen von ihm? Warum konnte sie ihn nicht in Ruhe lassen? Interessiert an ihn konnte sie ja wohl nicht sein.
Zum einen war er eindeutig zu alt für sie, zum anderen hatte noch nie eine Frau ihn anziehend gefunden. Keine bis auf die eine.
Was also konnte dieses überaus hübsche Mädchen dazu bringen, mit jemanden wie ihm reden zu wollen?
,,Maelle.“ Automatisch legte sich seine Stirn in Falten und blickte sie fragend an.
Augenblicklich hasste er sich dafür. Es zeigte Interesse und das war der letzte Eindruck den er vermitteln wollte.
Ihr Lächeln dagegen wurde nur noch breiter.
,,Mein Name. Ich heiße Maelle.“
,,Zev.“, antwortete er schnell. Dann fügte er hinzu ,, Professor Doktor Zev Tell.“ Zum ersten Mal seit er ihr begegnet war erstarb ihr Lächeln und sie hob skeptisch fragend ihre rechte Augenbraue.



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Freitag, 11. Januar 2013

Teil 11

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Also stand er an seinem Pult, bedacht sie nicht wieder anzusehen und wartete auf die letzten Eintreffenden. Die Vorlesung begann wie immer, nur dass er sich die ganze Zeit beobachtet fühlte. Was irgendwie ein total bescheuertes Gefühl war, da ihn ja hundert Augenpaare anstarrten. Doch noch nie hatte er sich beim Unterrichten so unwohl gefühlt. Natürlich wusste er auch wer Schuld war. 
Er versuchte aber vehement seine Augen nicht die Richtung ihres Sitzplatzes schweifen zu lassen.
Nach Beendigung der Stunde blieben die Studenten auf ihren Plätzen sitzen und zwar alle. 
Dies war ein so untypisches Verhalten, dass er stutzig wurde und diese grimmig ansah.
Plötzlich erhob eine Studentin die Hand. Es war Miss Luis, oder Mary, wie sie von den Studenten gerufen wurde. 
Sie meldete sich immer als erstes zu Wort oder war die erste, welche die Hand hob. 
Die Studenten hatten sie zu ihrer inoffiziellen Sprecherin ernannt. 
Er mochte sie nicht.
,,Ja?“, fragte er skeptisch und unzufrieden. Ihm schwante böses und als durch den Raum blickte und in ihre grinsendes Gesicht sah, wusste er auch, wer der Auslöser für dieses merkwürdige Verhalten war. 
,,Mr. Tell, wir haben festgestellt, dass in dem Stadtmuseum eine Ausstellung mit dem Thema ,Grimms Märchen in der Kunst! läuft. Da hatten wir uns gefragt,“ sie blickte sich hilfesuchend im Raum um, doch niemand wollte ihr das Opfer abnehmen und für sie weiter sprechen. Sie holte einmal tief Luft und sprach hastig weiter. ,,ob sie nicht mit uns zu dieser gehen wollen.“ 
,,Da es doch so gut zu unserem Thema passt.“, fügte sie schnell noch hinzu. 
Er presste nachdenklich die Lippen aufeinander. 


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Donnerstag, 10. Januar 2013

Teil 10

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Sofort schlug er seien Augen wieder auf. 
Er ließ seine Erinnerung immer genau bis zu diesem Punkt schweifen, doch weiter wollte er sich nicht erinnern. Lieber verschloss er diese Erinnerung tief in seinem Herzen. 
Die Sonne war nun zur Gänze verschwunden und die Finsternis hat die Welt für sich erobert. 
Er drehte sich um und widmete sich wieder seinem Buch. Vielleicht würde er sogar noch ein paar Seiten schaffen. 

Er stand, wie an jedem Morgen mit verschränkten Armen am Pult. 
In der letzten Nacht hatte er noch schlechter geschlafen, als in den Nächten davor. 
Sobald er eingeschlafen war, rutschte er in diese Träume ab. 
Dunkle Träume. Schreckliche Träume. Mörderische Träume. 
Die schwarzen Augenringe hatten ihn heute Morgen aus dem Spiegel regelrecht angestrahlt. 
Aber so schlecht er auch wieder geschlafen hatte und so tief seine Augenringe waren, die Fältchen darüber und darunter waren nur noch eine Ahnung von dem was sie noch vor ein paar Wochen waren. Lange hatte er sich vor dem Spiegel aufgehalten. Er hatte an seinem Gesicht herumgezupft, es glatt gestrichen und in Falten gelegt. Immer und immer wieder. 
Es ließ sich nicht abstreiten, er so mindestens fünf Jahre jünger aus. Wenn das so weiter ginge, würde er bald so jung aussehen, wie seine Studenten. Das würde dann selbst denen auffallen.
Deshalb war er auch zu spät dran gewesen. 
Seine Gedanken waren von seiner Veränderung und die daraus folgenden Konsequenzen besessen gewesen, dass er nicht nur zu spät aus dem Haus kam, sondern noch beinahe einen Autounfall verursacht hätte. 
All das führte dazu, dass er erst kurz vor Beginn der Stunde in den Raum trat, welcher bereits gut gefüllt war. 
Jedoch saßen die Studenten nicht, wie gewöhnlich auf ihren Plätzen. Sie hatten sich in einer Ecke versammelt und seine Ankunft zuerst gar nicht bemerkt. 
Voller Wucht musste er seine Tasche auf den Tisch knallen, damit diese aufschreckten und den Blick auf das Objekt ihres Interesses freigaben. 
Da stand sie. 
Vollkommen cool gegen die Wand gelehnt. Die Hände in die Taschen ihrer Stoffhose gesteckt, welche definitiv zu dünn war für diese Jahreszeit. 
Ihre Locken hatte sie zu einem Zopf geflochten, der erst verdeutlicht, wie lang ihre Haare eigentlich waren. 
Die anderen Studenten setzten sich sofort auf ihre Plätze, als sie bemerkten, dass ihr Professor sie anstarrte. 
Nur sie wieder nicht. Sie verschränkte die Arme vor der Brust, lächelte ihn auf ihre unglaublich direkte Art an und schlenderte gewollt langsam auf einen Platz in der hintersten Reihe zu. 
Er fixierte sie mit zusammengepressten Lippen. 
Am liebsten hätte er sie wieder weg geschickt, aber diese Blöße konnte er sich vor den anderen Studenten nicht geben.

Copyright © Julia

Mittwoch, 9. Januar 2013

Belle

Heute kommt mal nichts neues von meiner Geschichte (die ich dennoch fleißig weiterschreibe),
 sondern ein Once Upon A Time-Outfit-Spezial.

Der Anlass dafür bietet natürlich die erste Folge nach der Winterpause am Sonntag. :)

Ich habe mich gleich daran gesetzt neue Outfits zusammen zustellen.

Meine heutige Inspiration war Belle. 

 

Ich liebe ihren Kleidungsstil. Er ist sehr feminin, ohne dabei zu verspielt zu sein.
Außerdem mixt sie Farben und Muster, die eigentlich nicht zusammenpassen, welche aber trotzdem total schön an ihr aussehen.


Dieses Kleid trägt die in der ersten Folge der zweiten Staffel. Ich fand das Kleid sehr passend, auch wenn sie dem Original nicht hundert prozentig entspricht. Sie trägt keinerlei Accessoires, wie bei den wenigsten ihrer Outfits.




Ich habe hier die Tasse dazu getan, da sie in 
 dieser Szene eine wichtige Rolle spielt.
            















Ein weiteres Outfit dieser Folge ist der Beweis dafür, dass Colour-Blocking auch gut aussehen kann, wenn man es nicht übertreibt.



Aufällig hier ist natürlich der rosa Taillen-Rock und die hochgeschlossene rote Bluse. Dazu trägt sie hohe Schuhe (ihre Schuhe haben immer relativ hohen Absatz)

Ich habe versucht, dieses Outfit nach zu empfinden. Da ich auf so hohe Schuhe nicht laufen kann, habe ich mich für weniger Absatz entschieden.

Was haltet ihr von der Zusammenstellung? Hättet ihr eine bessere Idee?  

Wer die Serie noch nciht kennt, dem würde ich empfehlen Mal hinein zu schnuppern. 
In Deutschland läuft gerade die erste Staffel immer Mittwoch um 20.15 auf SuperRTL


Copyright © Julia


Freitag, 5. Oktober 2012

Kurzgeschichte



Hier sind die ersten beiden Sätze meiner neuen Kurzgeschichte. 

 

Achtung jetzt wird es blutig! 




,,Ich spürte nicht mal wie das Messer in mich eindrang. Plötzlich war es da"


 

Wenn ihr mehr lesen wollt, folgt diesem Link :)



Donnerstag, 4. Oktober 2012

Ach wenn ich nur ein Vöglein wär






Ach wenn ich nur ein Vöglein wär, ich flöge zu dir her,
setzte mich auf dein Schultern und flüsterte dir zu.
Unglaubliche Geschichten.
Von großem Leid und tiefster Trauer.
Von Ungerechtigkeit und Wut.
Von Freude und Glückseligkeit.
Von dunkelsten Wäldern und Himmelsbergen.
Von Feuer und Eis
Von tobenden Seen und idyllischen Land.
Von Staub und Dreck.
Von Schmutz und Lärm.
Von Schönheit und Ruhe.
Von Lust und Glaube.
Von Freundschaft und Feindschaft.
Von Hass und Liebe. 
Von dir und mir.
Und dann mein Schatz, sei mir nicht bös, würde ich meine Flügel ausbreiten und davonfliegen. 
Denn nur wenn du mich fort lässt, kann ich dir neue Geschichten flüstern.


Copyright © Julia

Montag, 1. Oktober 2012

Neues von meinem autorischen Ich :)

 

 

Die Entführung


Nessie war über ihrem Buch eingeschlafen, als merkwürdige Geräusche sie aus ihrem unruhigen Träumen weckte. Schlaftrunken und ohne jede Vorsicht hob sie ihren Kopf, als sie plötzlich ein furchtbarer Schmerz durchzuckte. Eine Explosion breitete sich in ihrem Hirn aus. Millionen bunte Farben tanzten vor ihren Augen, bevor die Schwärze kam. Sie umschloss alles und ließ sie in die bodenlose Dunkelheit fallen.
Zuerst war da nichts. Nur Dunkelheit und Schwärze, die Nessie vollkommen in sich aufgenommen haben. Dann irgendwann kamen die ersten Bilder zurück. Woher sie kamen, wusste Nessie nicht.
Sie träumte von einem riesigen Schiff. 
Gigantische rote Segel, die im Wind flatterten.
Dann wurde sie wieder von der Dunkelheit verschlungen. Tiefe, alles umfassende Dunkelheit. Fast wünschte sich Nessie darin für immer zu versinken. Eingebettet in Schwärze, ohne Empfindungen. 
Doch dann öffnete sie wieder die Augen. Der Sternenhimmel, den sie erkennen konnte, war atemberaubend. Er schien so unglaublich nah zu sein. Als könnte sie die Sterne berühren. Nessie wollte ihren Arm ausstrecken, um es wenigstens zu versuchen, doch das trieb erneut die bunten Punkte vor ihre Augen. Was war nur los? Nessie blieb so ruhig wie möglich liegen, die Augen auf den Sternenhimmel gerichtet.  Sie wurde entführt. Dieser Gedanke kam ihr sofort. Dieser Punkt stand außer Frage. Doch wo zur Hölle war sie? Und weshalb sollte man gerade sie entführen. Merkwürdigerweise empfand Nessie keine Angst.  Müsste man als Opfer nicht schreckliche Furcht haben. Panik? Vielleicht hatte sie ja einen Schock? Das kam ihr als die einzige sinnvolle Erklärung vor. Aber da war noch etwas. Sie empfand so etwas wie Erleichterung. Das war vollkommen verrückt, aber irgendwie war sie gespannt darauf, was noch passieren sollte. Sie war erleichtert eine Entschuldigung für ihre morgige Abwesenheit im Krankenhaus zu haben. Niemand konnte ihr einen Vorwurf machen. Schließlich wurde sie ja entführt. Keine nervige Krankenschwester konnte mit den Kopf schütteln, weil sie nur zehn Minuten am Bett ihrer Mutter saß und auf den noch leicht warmen Körper herabblickte, der eigentlich mehr tot als lebendig war und der ihrer Mutter so gar nicht mehr ähnlich sehen wollte.
 

Copyright © Julia