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Donnerstag, 25. Juni 2015

Aufruf!!

Eigentlich wollte ich euch heute von meiner Begegnung mit George R.R. Martin erzählen, jedoch hat sich hier etwas ganz besonderes dazwischengeschoben, was ich euch unbedingt erzählen möchte. 

Deshalb wird der Bericht auf nächste Woche verschoben und die Rezension bekommt ihr dann wieder am Montag :) 



Jetzt die Neuigkeit und Bitte, die ich an euch alle habe:


Das Mondmalheur wurde  für den Deutschen Phantastik Preis als Bestes deutschsprachiges Romandebüt nominiert! 
Dies ist bereits etwas ganz besonderes, da nur sehr wenige Selfpublisher jemals dafür nominiert worden.

Schon allein die Nominierung ist eine wirklich tolle Auszeichnung!

Da Selfpublisher aber unsere besondere Unterstützung benötigen und dieses Buch wirklich großartig ist und den Sieg damit echt verdient hätte, zählt natürlich jede Stimme. 

Da kommt ihr, meine lieben Leser,  ins Spiel. 
Falls ihr ebenfalls helfen wollt, dann folgt diesem Link und stimmt ab!


Copyright © Julia





Dienstag, 23. Juni 2015

Interview: Anette Kannenberg

Hallo ihr Lieben, 
leider habe ich es aus beruflichen Gründen nicht geschafft euch letzte Woche schon mit diesem Interview zu erfreuen, jedoch bin ich froh, es jetzt doch noch zu schaffen. Außerdem könnt ihr euch diese Woche noch auf ein paar Sahnestücke freuen.
Ich sage nur so viel:
George R.R. Martin (Eigentlich sollten ihn ja alles kennen) war in Hamburg und hatte so Einiges zu erzählen.

Nun aber zu unserem heutigen Interview:

Die liebenswerte Autorin Anette Kannenberg, deren Debütroman Mondmalheur ich euch letzte Woche vorstellen konnte hat sich bereit erklärt meine kleinen Fragen zu beantworten und diese charmanten Antworten möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. 



Hey, 
Stell Dich doch bitte einmal kurz vor. 
 


Hallo, ich bin Anette Kannenberg, wurde 1974 in Berlin-Schöneberg geboren und lebe seit über vier Jahren auf Lanzarote. Ich arbeite (u. a. unter dem Künstlernamen Nedde) als Illustratorin, Grafikdesignerin und zunehmend auch als Autorin, habe im Juli 2014 meinen ersten Roman „Das Mondmalheur“ veröffentlicht und freue mich, dass Du mich um dieses Interview gebeten hast.




Wie bist Du zum Schreiben gekommen und wann hattest Du Deine ersten Gehversuche unternommen?

Nach dem Abitur habe ich u.a. Germanistik studiert, was vermutlich mein Interesse, selbst etwas zu Papier zu bringen, verstärkt hat. Den Ausschlag zum Schreiben gab allerdings ein Fantasy-Verein, in dem ich seit vielen Jahren Mitglied bin und für den ich meine ersten Erzählungen verfasst habe – lassen wir den ersten (misslungenen) Romanversuch auf der mütterlichen Schreibmaschine außer Acht.
Irgendwann hatten sich dann genug verrückte Ideen angesammelt, und mein Ego war groß genug zu glauben, dass andere Menschen an meiner verwirrten Weltsicht interessiert sein könnten.

Wie sieht Dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest Du das Schreiben?
Hast Du eventuell auch schon Erfahrung mit Schreibblockaden machen müssen und hast Du Tipps für junge Autoren damit umzugehen?

Ich schreibe, wenn ich Lust und Zeit dazu habe, und setze mir keine Ziele, wieviele Wörter ich bis wann geschrieben haben muss. Ich brauche mitunter ein Zeitfenster von einigen Tagen, von dem ich weiß, dass nichts Wichtiges zu erledigen ist, so dass ich gedankenlos drauf los schreiben kann. Nichts ist schlimmer für mich, als etwas im Nacken sitzen zu haben; sei es ein Auftrag, die Steuererklärung oder ein Haufen ungespültes Geschirr. Zum Glück hab ich meine persönliche Muse, die mich zumindest von letzterem hin und wieder befreit.
Tipps für junge Autoren gebe ich lieber nicht. Ich sitze selbst erst an meinem zweiten Roman (wenigstens in dieser Hinsicht darf ich mich also jung bezeichnen), da wäre es anmaßend, anderen Ratschläge zu erteilen. Schreibblockaden kenne ich, dann mache ich einfach eine Pause von mehreren Tagen, lese oder spiele am Computer, bis mir das alles wieder zu dumm wird. Wenn dort draußen aber jemand ist, der ein besseres Geheimrezept hat: Her damit!

Wo schreibst Du am Liebsten bzw. hast Du besondere „Rituale“ beim Schreiben?

Am liebsten sitze ich mit meinem Laptop auf dem Balkon.
Und Rituale? Klar!
Während ich das Stromkabel durchs Küchenfenster ziehe, röchelt mir der Kaffeevollautomat einen doppelten Milchkaffee in meine Eulentasse. Ein Handtuch, ein Kissen, den Kaffee und eine Flasche Wasser in der Hand, schnappe ich mir auf dem Weg zum Balkon noch das Laptop und lege alles auf dem Tisch ab. Dann spanne ich den Sonnenschirm auf, wickle das Handtuch um das Netzteil des Laptops, um eine Überhitzung zu vermeiden, und mache es mir auf der Holzbank bequem. Mit dem Kissen unterm Hintern und dem Kaffee im Bauch kann es dann endlich losgehen.


Wie kamst Du auf die Idee deines Buches? War es eher ein spontaner Einfall? Ein Traum? Oder wurdest Du von etwas inspiriert?

Die Grundidee war einfach da. In einer Diskussion mit meinem Schwiegervater über alternative Energien witzelte ich, dass es bald so viele Windkrafträder auf der Erde gäbe, dass die Erde ins Trudeln geriete. Physikalischer Unsinn.
Wer „Das Mondmalheur“ gelesen hat, weiß, was aus diesem Gedanken geworden ist: Nichts. Dennoch hat es etwas angestoßen, sagen wir, es hat den „Plot Bunny“ angelockt
.


Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches? Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder lässt Du Dich auch von realen Personen inspirieren?

Ich lasse mich ausschließlich von realen Personen leiten. Ganz oft steckt ein großer Teil meiner Selbst in den Protagonisten, ich denke, das ist bei jedem Autor der Fall. Die schönsten Marotten meiner Freunde haben ihre Spuren hinterlassen, aber auch negative Wesenszüge von Leuten, die ich kenne (oder zu kennen meine) werden gefiltert und neu gemischt. Eine direkte Vorlage habe ich nicht, ich glaube, dass die Eigenheiten meiner Protagonisten ein buntes Sammelsurium aus meinen Erfahrungen mit anderen Menschen sind.

Was bereitet Dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches? 
 
Ganz klar das Ende! Auch, wenn das Exposé inklusive Ende schon feststeht, heißt das nicht, dass es dabei auch bleibt. Vielleicht hat es aber auch mit dem Gedanken zu tun, meine Protagonisten loszulassen, wenn das Ende naht…

Nach welchen Kriterien hast Du Dich für dein Cover entschieden bzw. wie kamst Du auf deine Idee? 
 
Zwischenzeitlich habe ich es bedauert, den Dodo so in den Vordergrund gerückt zu haben, wo er doch im Mondmalheur eine eher unbedeutende Rolle spielt. Ich hatte gedacht: „Dodos gehen immer.“ Schließlich ist ein Dodo niedlich, ein absoluter Eyecatcher, und mir ist bislang noch kein Buch untergekommen, auf dem ein solcher Vogel abgebildet ist.
Doch einige meiner Leser haben den Dodomangel moniert, was mich schlussendlich dazu veranlasst hat, noch zwei weitere Teile zu schreiben, um wenigstens im dritten Teil dem Cover vom ersten gerecht zu werden.
Natürlich mussten bei dem Titel Mond und Sterne rein, das habe ich mit einer Spiegelung im Auge des Dodos gelöst (ja, mal genau hinschauen!) und eine NASA-Aufnahme der Pleiaden in den Hintergrund gepackt. Den Mond einfach abzubilden war mir zu öde und hätte mich vermutlich noch weiter in die Science-Fiction-Ecke gerückt, in die ich, meiner Meinung nach, nur bedingt gehöre.

Wie hast Du deinen Titel gefunden? 
 
Im Buch geht es an einer Stelle darum, dass Politiker die gigantische Katastrophe, die dort am Himmel passiert, kleinreden, wie sie es in der Realität allzuoft mit Problemen tun. „Nur ein Faux-Pax, ein kleines Versehen, ein Malheur.“ Dass ich dazu noch Alliterationen liebe, wird man spätestens Ende des Jahres bei meinem kommenden Buch feststellen, dem „Sterbeschlamassel“.

Welcher Zielgruppe würdest Du deine Bücher am ehesten empfehlen?

Allen, die schrägem Humor und einer Portion Verrücktheit nicht abgeneigt sind. Sie müssen definitiv keine Science-Fiction-Fans sein (dazu enthält „Das Mondmalheur“ zu wenig Aliens, Raumschiffe und Laserschwerter), trotzdem offen für abgefahrene Ideen und die ein oder andere Anspielung auf die heutige Gesellschaft.

Die Geschichte ist in ja in zwei Teile geteilt. Eine spannende Aufteilung. Warum hast du dich dafür entschieden?

Ich hielt es für langweilig, das Mondmalheur, die Katastrophe, bis ins Detail zu beschreiben, zu erklären, was zwischenzeitlich mit den Protagonisten geschehen ist und so weiter und so fort. Filme und Bücher über einen vermeintlichen Weltuntergang gibt es zur Genüge, da braucht es mich nicht, um das noch einmal in Worte zu fassen. Ein sauberer Schnitt, ein Zeitsprung von sechsundzwanzig Jahren, und weiter ging’s.

Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken? 
 
Der Duden.
Im Ernst, da gibt es so viele, die dermaßen verschieden sind, dass ich mich nicht auf ein Buch festlegen möchte. Der Duden trifft’s deshalb ganz gut.

Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten?

Schwer zu sagen. Ich kann wirklich nicht behaupten, dass ein einziges Genre überwiegt. Würde ich die Bücher abzählen, würde deutsche Literatur vorne liegen, aber das liegt wohl am Studium (zudem macht es einen guten Eindruck, Fontane, Beckett und Grass im Regal stehen zu haben).
Ansonsten habe ich Lesephasen: vor ein paar Jahren waren es historische Bücher, dann kamen Krimis, jetzt lese ich eher Gegenwartsliteratur und die querbeet.
Science Fiction und Fantasy findet man wiederum kaum in meinen Regalen.

Mit welcher literarischen Figur würdest Du gerne einmal einen Tag verbringen?

Ich würde Godot gerne mal treffen, wo doch alle so heiß sind, ihn kennenzulernen. Aber ich fürchte, er würde nicht kommen.


Vielen Dank für dieses tolle Interview! 
Ich freue mich bereits auf dein nächstes Buch :)

Copyright © Julia




Freitag, 8. Mai 2015

Die Seiten der Welt






Kai Meyer
560 Seiten
FISCHER FJB; Auflage: 3 (22. September 2014)










Beschreibung:


Jedes Buch hat geheime Seiten–
ein magischer Roman voller phantastischer Abenteuer.



»Während sie die Stufen zur Bibliothek hinablief, konnte Furia die Geschichten schon riechen: den besten Geruch der Welt.«

Furia Salamandra Faerfax lebt in einer Welt der Bücher. Der Landsitz ihrer Familie birgt eine unendliche Bibliothek. In ihren Tiefen ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch. Mit ihm will sie die Magie und die Macht der Worte entfesseln.
Doch dann wird ihr Bruder entführt, und Furia muss um sein Leben kämpfen. Ihr Weg führt sie nach Libropolis, die Stadt der verschwundenen Buchläden, und an die Grenzen der Nachtrefugien. Sie trifft auf Cat, die Diebin im Exil, und Finnian, den Rebellen. Gemeinsam ziehen sie in den Krieg – gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher.


Amazon

Inhalt:

,,Entweder du stirbst als Held oder lebst lang genug, um der Böse zu werden.“ (Batman – The Dark Knight)


Ich beginne meine Rezension erst einmal mit den großen Pluspunkten dieses Buches, bevor ich mich mit den Problemen befasse, von denen es leider auch genug gibt. In meinen Augen, das beste in diesem Buch sind die Figuren. Furia ist eine vielschichtige, sympathische Hauptfigur, mit der man sich als junge Erwachsene sicherlich gut einfühlen kann. Sehr gut hat mir gefallen, dass sie auch normale menschliche Regungen hatte (Sie musste tatsächlich auf Toilette oder hatte Hunger) und beschwert sich darüber, dass viele Figuren in Büchern zu platt beschrieben werden. Auch die anderen Personen sind dem Autor gut gelungen, auch wenn manchmal ein paar Informationen über diese hilfreich gewesen wären. So bleiben vor allem die Gegenspieler Furias etwas kontrastlos. Das ist sehr schade, da die Ansätze ihrer Beweggründe und Motive wirklich spannend waren.
Ein großer Spaß und der Grund weshalb ich dieses Buch überhaupt gelesen habe, sind die Bücher. Ich liebe Bücher, in denen es selbst um Bücher geht. Wer hier jedoch ein zweites
Stadt der träumenden Bücher erhofft, wird leider enttäuscht. Ja, es geht um Bücher, in jeglicher Form, aber der Autor schafft es einfach nicht eine genauso fantastische und fesselnde Welt zu erschaffen wie Moers. Libropolis ist sehr nett, aber leider bekommt man nicht viel davon zu lesen. Die Idee der Exlibri und ihr Leben im Ghetto ist dagegen deutlich interessanter und spannender. Generell schafft der Autor mit wirklich lustigen und interessanten Ideen (lebendige Buchstaben, Schnabelbücher..) eine fantastische Welt aufzubauen, die jedoch auch von Terror und Leid beherrscht wird. Diese Gradwanderung gelingt ihm wirklich gut.
Ein besonderes Highlight, besonders, da man in solch einem Buch nicht damit rechnet, war das Spiel mit der Zeit. Darauf will ich nicht genauer eingehen, aus Angst auch zu viel zu verraten, doch alles was mit Zeitreisen oder veränderten Realitäten zu tun hat, bekommt von mir Pluspunkte. Der Schreibstil ist an angenehm, schön zu lesen und passt sehr gut zu der Geschichte, die im Buch erzählt wird.

Nun komme ich zu den Dingen, die mir leider nicht gefallen haben. Dies wäre zu erst einmal die sehr spät beginnende Geschichte. Wenn die Handlung der Buchbeschreibung erst auf Seite 150 beginnt, dann ist das eindeutig zu viel Vorgeschichte. Der Autor hat versucht die magische Welt von Furias Keller und ihrem Haus einzufangen, was aber leider zu kosten der Handlung geschieht. Weshalb genau diese 150 Seiten extrem schleppend vorangehen und keinerlei Spannung aufgebaut wird. Sobald die Geschichte beginnt, nimmt das Buch auch reichlich Fahrt auf, wobei es kaum Rücksicht auf Verluste gibt. Für ein Jugendbuch gibt es extrem viele, auch sehr brutale Tode. Es folgen eine Verfolgungsjagd nach der anderen, die Furia hin und her werfen, wobei sie jedoch immer an ihren Bruder denkt.
Derweil passieren in Libropolis viel tiefgehendere Veränderungen. Genau hier setzt mein zweiter großer Kritikpunkt an, das Ende. Was zu Beginn der Geschichte zu viel da war (nämlich Seitenzahlen), fehlt leider zum Ende hin. Die Auflösung kommt plötzlich, ist viel zu schnell abgehandelt und leider sehr platt. Es gibt kein Wow-Effekt, kein Ende das mich von den Socken gehauen hatte, sondern nur eine sehr müde Erklärung für die ganzen Erlebnisse. Auch sonst wird leider zu wenig erklärt, als das man damit zufrieden sein könnte. Gerade die Ereignisse in Libropolis und die drei Häuser sind mit einem Mal nicht mehr relevant. Sehr schade, da dies wirklich eine Menge Potenzial hatte 

Fazit:

Das Buch hat bei mir gemischte Gefühle ausgelöst, weshalb es mir sehr schwer fällt eine Leseempfehlung oder halt keine zu geben. Die Geschichte ist wirklich spannend, auch wenn sie manchmal nicht richtig durchdacht herüberkommt. Der Autor greift viele Dinge auf, die er dann leider nicht aufklärt. Das hinterlässt am Ende das Gefühl, als würde etwas fehlen. Die positiven und negativen Aspekte halten sich hier die Waage, weshalb ich mir sicher bin, dass einigen dieses Buch sehr gut gefallen würde, während andere es wohl richtig schlecht finden werden.
Deshalb sage ich es einfach mal so, wenn ihr ein Buch über die Liebe zu Büchern lesen wollt und euch interessiert, was das Zitat von Batman eigentlich damit zu tun hat, dann solltet ihr es lesen. Falls ihr allerdings über Plotholes und unausgereifte Erklärungen nicht hinwegsehen könnt, dann lasst lieber die Finger davon.


 Copyright © Julia



Donnerstag, 8. Januar 2015

Passagier 23


Sebastian Fitzek
432 Seiten
Droemer HC (30. Oktober 2014)

Beschreibung:


Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund zwanzig Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam Jemand zurück. Bis jetzt ...
Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler.
Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm… - Amazon






Inhalt:


Bereits der Prolog beginnt gewohnt spannend und wirft einige Fragen auf, mit denen sich der Leser jedoch einige Zeit rumschlagen muss. 
Auch der restliche Teil des Romans ist packend und atemraubend. Sebastian Fitzek erschafft mit intelligenten Verstrickungen, einer packenden Story und außergewöhnlichen Protagonisten einen großartigen Thriller. Dabei gelingt es ihm unterschiedliche Handlungsstränge aufzubauen, diesen nebeneinander her laufen zu lassen, ohne dass dabei zu irgendeinem Zeitpunkt die Spannung verloren geht. Natürlich verbinden sich die verschiedenen Fäden am Ende zu einem dichten Knäuel, nur um dann wieder eine völlige Kehrtwende zu machen. 
Es wäre sonst schließlich kein Roman von Sebastian Fitzek. 

Für diesen Roman hatte er sehr viel recherchiert, da er nicht nur die Abläufe, Gerätschaften und Hierarchien detailliert beschreibt, sondern sich darüber hinaus hier auch mit einem durchaus realen Thema beschäftigt hat. Jedes Jahr verschwinden auf Kreuzfahrten zwei Dutzend Menschen, da Kreuzfahrtschiffe nicht nur beliebt bei Urlaubern sind, sondern auch bei Kleinkriminellen, Dieben, Selbstmördern oder eben auch bei Mördern. Nirgendwo kann man so gut Leichen entsorgen wie im großen, weiten Ozean und da ein Schiff ein beinahe rechtsfreier Raum ist und jeder Vermisste ein Minus in der Quote ist, werden diese Verschwinden oft unter den Teppich gekehrt.

Genauso geschah es auch bei Martin Schwarz, der im Mittelpunkt dieser Geschichte steht und dessen Frau sich und den gemeinsamen Sohn bei einer Kreuzfahrt angeblich ins Meer gestürzt hatte. Wie die meisten von Fitzeks Protagonisten ist auch Martin alles andere als ein normaler, gesunder Mensch. Seit dem Tod seiner Familie begibt er sich von einer lebensgefährliche Situation in die nächste, ohne Rücksicht auf seinen eigenen Körper zu nehmen. Viele meinen sicher, dass dies völlig unrealistische und unmenschliche Taten sind, wenn man jedoch seinen Hintergrund bedenkt, finde ich dies alles andere als unlogisch. Nach dem Tod seiner geliebten Familie, machen andere Menschen noch viel schrecklichere Dinge. Ich finde Martin ist eine erschreckend kranke Person, doch genau aus diesem Grund ist er die perfekte Hauptfigur für einen Thriller dieser Art. 

Obwohl man dieses Buch in gewisser Weise schon als Ein-Mann-Show bezeichnen könnte, finden sich hier auch andere durchaus starke Figuren. So erleben wir immer wieder das Martyrium einer Frau mit, die von einem scheinbar Wahnsinnigen festgehalten und gequält wird. Außerdem befinden sich auf dem Schiff auch ein kleines völlig verstörtes Mädchen, eine alte Dame, die ihre Nase in Dinge hineinsteckt, die sie nichts angehen, eine Mutter, die sich schreckliche Sorgen um ihre Tochter macht, ein Kapitän der einiges zu verbergen hat und ein Dieb, der plötzlich eine Menge Ärger bekommt. Auch wenn, mir persönlich kaum ein Name in Erinnerung geblieben ist (aber ich bin auch echt schlecht mit Namen) wirken die Person jedoch alle glaubhaft und gut nachvollziehbar. Niemand handelt merkwürdig oder unverständlich. Jedoch bleibt keine Figur so gut im Gedächtnis wie Martin selbst.

Zu Fitzeks Schreibstil muss ich wohl nicht mehr viel sagen, da dies schließlich nicht meine erste Rezension von ihm ist. Dieses Buch ist in einer gewohnt flüssigen, gut zu lesenden Art geschrieben, die einerseits Spannung aufbaut und andererseits einen guten Lesefluss gewährleistet. Eine gute Mischung also, um auch definitiv seine Haltestelle zu verpassen.


Fazit:


Man könnte mir vielleicht vorwerfen, dass ich, da Sebastian Fitzek einfach mein liebster deutscher Autor ist, parteiisch an diesen Buch herangegangen bin. Vielleicht ist dies auch zum Teil die Wahrheit, dennoch finde ich, dass dies einer der spannenden Thriller ist, die ich jemals in den Händen gehalten hatte. Nach Der Nachtwandler einer der wenigen Romane von Fitzek war ich, obwohl ich Noah ebenfalls brillant finde, durchaus skeptisch was diesen betraf. Diese war jedoch unbegründet. Ab der ersten Seite hat mich dieses Buch mitgerissen. Ich bin absolut begeistert von dem Aufbau der Geschichte, von den Wendungen und besonders dem sehr außergewöhnlichen Ende. Ein besonderes Highlight versteckt sich außerdem in diesem Buch. Ein kleines Rätsel, das nur in Verbindung mit dem Lesezeichen gelöst werden kann.



Als Sebastian Fitzek für eine Lesung in Hamburg war, habe ich mir es natürlich nicht nehmen lassen, ihn selbst einmal kennen zu lernen und mein Exemplar signieren zu lassen. 

Während der Lesung hat er die meiste Zeit eigentlich geredet und von seinen eigenen Kreuzfahrterlebnissen gesprochen. Er ist wirklich ein fantastischer Unterhalter und jeder, der seine Bücher mochte, sollte sich auch einen Live-Auftritt nicht entgehen lassen.





                                                                                                   Copyright © Julia

Donnerstag, 27. November 2014

Keine Angst es ist nur Liebe


Hallo Leute,
jaaaaaa es tut mir Leid, dass ihr so lange nichts von mir gehört habt. Ich hatte einen wirklich stressigen Monat hinter mir, da ich zuerst im Urlaub in London war und danach schon der Nanowrimo begonnen hatte. Also habe ich in meiner freien Zeit (fast) nichts andere getan als zu lesen und zu schreiben. Nun, da der November fast vorbei ist, habe ich es dann endlich geschafft einer gefühlten Ewigkeit (Es tut mir schrecklich Leid) begonnene Rezension zu beenden, um sie euch heute vorzustellen.  Ich verspreche, in der nächsten Zeit wird es wieder neue Einträge geben. Schließlich habe ich im November doch etwas gelesen und noch einige Bücher auf meinem SuB.
Ich hoffe ihr seid mir nicht zu böse und verzeiht mir meine kleine Pause.
Dann gibt es vielleicht auch ein kleines Weihnachtsgewinnspiel. ;)

Keine Angst es ist nur Liebe

 



Beschreibung:

 

Anna hat Angst vor so ziemlich allem, besonders vor der Liebe. Dieser hat sie eigentlich bereits abgeschworen – sie hält nichts mehr von rosaroten Brillen, Bauchkribbeln oder schmachtenden Blicken. Bloß nicht!

Doch plötzlich ist da Matts. Er vertraut auf sein Gefühl und bittet Anna, sieben erstaunliche Angstbewältigungsaufgaben zu lösen. Denn er vermutet, dass es nur die Angst ist, die ihr im Wege steht. Überraschenderweise ist Anna einverstanden und begibt sich mit kleinen Schritten, die von ganz alleine immer größer werden, auf die befreiende Suche nach sich selbst - und damit auch auf die Suche nach der Liebe ihres Lebens...

Inhalt:

 

Ich werde zuerst auf das eingehen, was mir an diesem Buch am meisten gestört hat, bevor ich auf die positiven Aspekte eingehe, denn, lasst euch nicht von dem nächsten Absatz abschrecken, die gibt es auch. Das Problem, welches ich mit einigen Büchern habe, verfolgte mich leider auch in diesem Buch: Die Protagonisten. In diesem Fall Anna Maria Elisabeth Rogner. Anna hat Angst vor allem, was sie durchaus sympathisch wirken lässt. Besonders zu Beginn des Buches kann man ihre schrullige, merkwürdige Art richtig mitfühlen und sie wirkt menschlicher als viele andere Figuren und während sie die Aufgaben erfüllt, wird sie richtig liebenswert. Nun leider hält das nicht bis zum Ende an. Von einem Moment zum anderen wird Anna zu einer völlig unverständliches Person, deren Gedankengänge einfach nicht nachvollziehbar sind. Wäre dies früher im Buch geschehen, hätte ich dieses sogar weg gelegt, so sehr hat sie mich einfach nur sehr genervt. Die letzten Seiten waren wirklich anstrengend.
Matts ist auch nicht viel besser, obwohl er schon eine sympathische Figur ist. Jedoch ist er meiner Meinung nach, zu perfekt. Warum müssen Männer in romantischen Romanen immer perfekt sein? Er ist groß, sieht gut aus, ist Profisportler, dementsprechend ist er auch unglaublich reich. Natürlich ist er darüber hinaus auch noch unglaublich nett, freundlich, charmant, liebenswert, hat keine Fehler und verliebt sich auf den ersten Blick in Anna. Obwohl diese ihn dann von sich stößt und ihm wirklich zwiespältige Signale gibt, lässt er nicht locker und entscheidet, dass er ihr helfen muss. Natürlich hat auch er sein Päckchen zu tragen, doch ist dieses auch nur ein weiterer Pluspunkt für seinen Charakter.
Was soll man noch dazu sagen?
Zum Glück sind die Figuren, auch wenn sie einen großen Teil des Buches einnehmen, nicht alles. Die Geschichte hebt nicht ganz die Schwächen der Charaktere auf, doch ist sie wirklich interessant und spannend geschrieben. Gut gefallen haben mir Annas Beschreibungen ihrer Angst und der Umgang damit. Es wurde wirklich lebhaft dargestellt und man konnte sich in das Leid der Betroffenen hineinversetzten. Ein weiterer Aspekt der mich bei diesem Buch eingenommen hatte, waren die Aufgaben. Jede für sich war gut durchdacht, lustig, spannend, wirklich schön beschrieben und es hat richtig Spaß gemacht, diese mit Anna zu erleben.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, weshalb man es schön während der Bahnfahrt oder im Urlaub lesen kann. Es hat sehr viel Humor und man muss manchmal einfach schmunzeln. Besonders, da Anna auch sehr gerne in Gedanken mit sich selbst spricht und wer tut das bitte nicht?

Fazit: 

 

Das Buch besitzt sehr viel Herz und Humor und obwohl ich sehr enttäuscht von dem letzten Teil bin, hat mich die ersten beiden Drittel wirklich überzeugt. Es ist eine besondere Art mit dem Thema Angst umzugehen und lässt den Leser nachspüren, wie sich diese ständigen Ängste anfühlen. Ich selbst bin ja, wie ihr an meinem normalen Lesestoff merken dürftet, kein großer Fan von Liebesgeschichten, weshalb ich wohl auch eine so extreme Ansichten zu den Hauptfiguren habe. (Sorry, aber es existieren einfach mal keine perfekten Männer) Doch auch mich das Buch überzeugt. Begeistertere Leser von lustigen Liebesromanen werden hier aber definitiv auf ihre Kosten kommen und begeistert sein. Also für diese aufjedenfall zu empfehlen und für alle anderen gewährt dieses Buch einen sehr persönliche und nachdenklich stimmende Einblick in ein Leben bestimmt von Ängsten. Also durchaus empfehlenswert.

Copyright © Julia

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Wild Cards: Das Spiel der Spiele





544 Seiten
Penhaligon Verlag (25. August 2014)


Beschreibung:


The World's next SUPERHERO!

Seit sich in den Vierzigerjahren das Wild-Card-Virus ausgebreitet hat und Menschen mutieren lässt, gibt es neben den normalen Menschen auch Joker und Asse. Joker weisen lediglich körperliche Veränderungen auf, während Asse besondere Superkräfte besitzen. Da ist zum Beispiel Jonathan Hive, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann, oder Lohengrin, der eine undurchdringliche Rüstung heraufbeschwört. Doch wer ist Amerikas größter Held? Diese Frage soll American Hero, die neueste Casting Show im Fernsehen, endlich klären. Für die Kandidaten geht es um Ruhm und um so viel Geld, dass sie beinahe zu spät erkennen, was wahre Helden ausmacht. - Random House

Inhalt:


Achtung! 
Was man bei diesem Buch zuerst wissen sollte, es ist nicht der neuste Roman von George R. R. Martin, obwohl sein Name ganz groß drauf steht. Diese Annahme könnte zu Verwirrung und Enttäuschung führen, die diesem Buch wirklich nicht gerechtfertigt wären.
Stattdessen ist dies der erste deutsche Band einer Science Fiction Anthologiereihe, die bereits 1987 gestartet ist und eine als Herausgeber den George R. R. Martin hat. Das große Herauschreiben seines Namens ist natürlich seiner momentan großen Popularität zu schulden. Er selbst hat einen schriftlichen Beitrag zu diesem Buch geleistet, doch auch andere berühmte Science Fiction Autorenn, wie z.B. Daniel Abraham oder Stephen Leigh waren daran beteiligt. 
Dieses Buch fühlt sich jedoch nicht wie eine typische Antologie an, da es sich um eine fortlaufende Geschichte handelt. Die Autoren sind für verschiedene Figuren zuständig, aus deren Sicht sie die Geschichte vorantreiben. Diese Art des Schreibens kann für einige Leute gewöhnungsbedürftig sein, da sich hier kein einheitlich durchgezogene Erzählweise gibt, sondern jeder Autor seine eigene Art des Erzählens in das Buch einbringt. Mir hat dies sehr gut gefallen, da man einzelnen Figuren, die verschiedenen Schreibstile zuordnen kann und jede Person dadurch einen eigenen Touch bekommt. Mir hat der Schreibstil von Daniel Abrahams persönlich am besten gefallen, da mir die Figur des Jonathan Hive auch am besten gefallen hat. Doch bevor ich auf die Figuren eingehe, nehme ich mir erst einmal die Geschichte vor.
Das Buch spielt in einer Art Paralelluniversum, die unserem sehr ähnlich ist,in welchem jedoch ein Virus von Aliens auf die Erde gebracht wurde, die die Menschen veränderte. Diese Veränderung tritt aber nicht sofort ein, sondern meist erst im Teeanageralter. Diese Veränderung kann positive, aber auch negative Folgen haben. Dies ist die Grundgeschichte, welche sich durch die gesamte Wild Cards - Reihe zieht.
In diesem Buch, das Spiel der Spiele, beginnen erst zwei Geschichten gleichzeitig abzulaufen. Zum einen wird gleich zu Beginn des Buches der Herrscher des Kalifats ermordet und einer aufständischen Gruppe von Jokern, Menschen, die durch den Virus verändert wurden, in die Schuhe geschoben. Dadurch beginnt im Orient eine erbitterte Verfolgungsjagd gegen jeden Joker, welche schnell zu einem Glaubenskrieg ausartet. Zur gleichen Zeit startet in Amerika die Talentshow American Hero, die die gesamte Medienwelt auf sich zieht. Dort kämpfen vier Gruppen von Asse, Menschen, die durch den Virus besondere Fähigkeiten erlangten, um den Titel des Next American Hero und müssen dabei so manche riskante Aufgabe bewältigen. Wer jetzt denkt, dass wird so ein Buch, wie man es schon hundertmal in den Händen hielt, der irrt sich, denn natürlich bleibt es nicht bei dieser Talentshow und zum Ende hin, zeigt sich, was den Menschen doch wichtig ist.

Puh, die Geschichte klingt schon beim Niederschreiben schwer verständlich, aber so schlimm ist es dann doch nicht. Es wird einem alles gut und nachvollziehbar erklärt und so ist es ein leichtes in diese Welt der Superkräfterichtig einzutauchen. Teilweise zieht sich das Buch etwas in die Länge, doch gerade zum Ende hin wird es so spannend, dass man die letzten Seiten völlig gebannt davorsitzt und sogar die Bahnstation vergessen kann. Der Schreibstil kann, wie bereits oben erwähnt, schwierig sein, doch wenn man sich darauf einlässt, bekommt man einen wirklich spannenden Roman mit einer Aktualität, die einen doch schockiert.
Die Personen sind alle so unterschiedlich,wie sie es im echten Leben auch wären. Kaum eine Figur bleibt farblos, sondern jede ist auf ihre eigene Art besonders, wodurch es nicht schwer fällt mit ihnen zu trauern, zu leiden und sich zu freuen, selbst wenn es nicht der persönliche Liebling ist. Wie bereist erwähnt ist Jonathan Hive, der sich in Wespen verwandeln kann und so etwas, wie den Erzähler dieser Geschichte darstellt meine Lieblingsfigur, da er sehr ironisch,sarkastisch und mit viel Humor an die ganze Sache herangeht. Dicht gefolgt wird er von Lohengrin, der von George R.R. Martin beschrieben wurde. Zum einen ist er deutsch, ein Ritter und hat eine Abneigung gegen amerikanisches Bier, bei der Beschreibung ich in der Bahn laut loslachen musste. 

Fazit:


Obwohl das Buch ganz klar ein paar Schwächen aufzuweisen hat, gerade was die Länge und die Spannung betreffen, ist dies dennoch ein Buch, dass mir sehr gut gefallen hat. Ich bin ein großer Liebhaber von Anthologien, wodurch die Lesart mir nicht schwer gefallen ist. Leser, die damit Probleme haben, ist dieses Buch nicht zu empfehlen. Allen anderen würde ich dieses Buch aber definitiv zu Herzen legen, da es ein spannender Fantasy / Science Fiction Roman ( Wer kann da heutzutage schon einen Unterschied fest machen) ist, mit einer spannenden Hintergrundgeschichte, der sich mit Krieg, Politik, aber auch mit den Medien auseinandersetzt und diese kritisch betrachtet. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde mich definitiv auch den älteren Wild Cards Büchern zuwenden

Danke an bloggdeinbuch.de und dem penhaligon Verlag für dieses tolle Buch.  


Copyright © Julia

Dienstag, 16. September 2014

Interview: Sadako

Hallo meine Lieben, 
heute habe ich ein ganz besonderes Highlight für euch. Die Autorin von Sayumi - Sayu Smiles hat mir Rede und Antwort gestanden und uns so ein wundervoll ausführliches Interview gegeben. 
Wenn jemand scheinbar so viel Freude bei der Beantwortung hat, macht das Lesen auch gleich noch viel mehr Spaß. 
Ich wünsche euch viel Freude damit und hoffe euch gefällt das Interview genauso gut wie mir.

 
Stell Dich doch bitte einmal kurz vor.  

Was soll ich über mich erzählen, so spannend bin ich eigentlich nicht. Ich liebe mehrschichtige Geschichten, mutige Erzählweisen und mag es wenn Grenzen eingerissen werden im Buch wie auch im Leben. Daher kommt wohl auch meine Liebe für Japan und seine Menschen, da sie extrem sind in jeglicher Hinsicht, ohne dabei unmenschlich zu werden. Ich lebe zwar am liebsten in einer Traumwelt voller tanzender Jidols, selbst erdachten Protagonisten, und Musik, habe selbst jedoch einen festen Blick auf und in die Welt und ihre Ereignisse. Ich verfolge jedes mir mögliche Ereignis auf der Welt und mache mir einen eigenen Eindruck und eine eigene unkontrollierte Meinung, fern unserer oftmals doch sehr einseitigen Medien.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen und wann hattest Du deine ersten Gehversuche unternommen?
Geschichten habe ich mir schon in meiner Kindheit ausgedacht – noch bevor ich in die Schule gegangen bin. Auch diese Geschichten hatten oft einen sehr tragischen Touch und an einige von ihnen kann ich mich noch genau erinnern. Geschrieben habe ich das erste Mal in der Schule an einem Aufsatz der am Ende den vorgegebenen Rahmen um das Vielfache gesprengt hat und mir damit ne richtig miese Note eingebrockt hat. Später wie aus dem Nichts heraus, habe ich dann einfach angefangen in einem kleinen Buch Kurzgeschichten zu schreiben, welche teilweise schon sehr deutliche Parallelen zu meinem Debütroman aufweisen.

Wie sieht Dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest Du das Schreiben?
Hast du eventuell auch schon Erfahrung mit Schreibblockaden machen müssen und hast Du Tipps für junge Autoren damit umzugehen?

Ich hab da eigentlich gar keinen festen Alltag. Es gibt Zeiten da schreibe ich jeden Tag früh morgens, oder spät Abends, und es gibt Zeiten da schreibe ich gar nichts, oder ab und an nur mal eine Kurzgeschichte. Schreiben tue ich eigentlich in erster Linie für mich, weil ich selbst eine Geschichte erleben möchte, und wenn ich grad keine Lust auf eine Geschichte habe, oder mich lieber von einer anderen Seite aus unterhalten lassen möchte, dann spiele ich halt, schaue einen Film, oder höre Musik.
Wo schreibst Du am Liebsten bzw. hast Du besondere „Rituale“ beim Schreiben?
Schreiben tu ich an meinem Notebook und kann das im Grunde ich überall tun wo ich es gerade mitschleppe – was anhand seiner Größe nicht immer sehr komfortabel ist. Auffallen tut mir grad wo du mir diese Frage stellst, dass ich sehr gerne auf der Arbeit während der Pause schreibe. Viele Kapitel und Geschichten, die ich persönlich am einprägsamsten finde, habe ich innerhalb kürzester Zeit auf der Arbeit in der Mittagspause geschrieben.
Wie kamst du auf die Idee deines Buches? War es eher ein spontaner Einfall? Ein Traum? Oder wurdest du von etwas inspiriert?
Es begann eigentlich als eine Fangeschichte zum Horrorshooter „F.E.A.R.“ weil ich mit der original Entwicklung einfach nicht glücklich war. Es gibt noch ein paar Fragmente der Urfassung in der Sayumi noch Alma hieß und drei Schwestern hatte. Allerdings ist alles was davon nun noch übrig geblieben ist der Name „Fairport“ und Sayumis Geburtstag gleich zu Beginn. Irgendwann blätterte ich durch eines meiner Fotobücher und blieb an einem Bild hängen … Dieses Bild ließ mich dann den Prolog schreiben welcher dann auch den Titel des finalen Buches enthielt. Als ich dann in einem Forum das Ganze als eine Art Fortsetzungsgeschichte aufgebaut hatte und sich immer mehr begeisterte Leser fanden, wurde sehr schnell aus Alma Sayumi, aus dem unabhängigen Prolog eine Einleitung und aus erhofften 300 Seiten 600. Also bin ich eigentlich von 3 Fakten inspiriert worden. Das Spiel F.E.A.R. Dem J-Idol Michishige Sayumi und der kleinen aber feinen Aion Community der Gilde „Die Pudel des Todes“ … geil Danke, darf ich wen grüßen?

Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches? Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder lässt Du dich auch von realen Personen inspirieren?
Beinahe jede meiner Figuren hat ein zumindest optisches Vorbild aus dem realen Leben und auch die Namen werden von bekannten Personen die ich in irgendeiner Weise respektiere gewählt. Zb. Ist Sayumi ganz dreist von Michishige Sayumi optisch, aber auch ein wenig charakteristisch inspiriert … – Darum wurde ihr das Buch unter anderem auch gewidmet. - Sayumis Vater Ryan ist inspiriert vom Schauspieler Sam Neil und Michael vom Schauspieler Jeremy Irons. Sayumis überdrehte Freundin basiert zum Teil auf einer Person die ich real kenne ,aber optisch ebenfalls auf ehemaligen Jidol.

Was bereitet Dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches?
Eigentlich keines von Beiden. Ich lasse meine Geschichten gerne mit einem Prolog beginnen, der die Geschichte ein wenig vorweg nimmt. Was aber auch damit zu tun hat, dass ich Filme mag die auf diese Weise beginnen. Das Ende habe ich meist dann auch schon im Kopf und viele einzelne Szenen die mir „optisch und dramaturgisch“ einfach sehr gut gefallen, sodass ich sie nur noch mit ein paar Fäden verbinden muss. Das ist eigentlich auch keine wirkliche Arbeit, da sich diese Verbindung dann von selbst ergibt.

Nach welchen Kriterien hast Du dich für dein Cover entschieden bzw. wie kamst Du auf 
deine Idee? 
Es war einfach so, dass ich was meine Sayumi angeht, doch sehr von ihrem realen Vorbild abhängig bin. Darum fiel es mir schwer einen „Fremden“ Künstler damit zu beauftragen und habe mir die Mühe gemacht, auf Basis eines Fotos – welches aber nichts mehr mit dem finalen Cover gemein hat – ein Cover zu entwerfen. Ich hatte nicht viele Gedanken dazu im Kopf, es sollte einfach nur irgendwie Sayumi sein, Hübsch, nachdenklich, traurig, allein und doch irgendwie voller Hoffnung. Dazu wollte ich, dass es irgendwie auch „Cool“ ist und sich von den ganzen übrigen Buchcovern abhebt. Allerdings läuft man sehr schnell Gefahr, bei einem Cover in dieser Art in die Manga Ecke gesteckt zu werden.
Wie hast Du deinen Titel gefunden?
Wie ich bereits oben geschrieben habe, der Name kommt von dem Prolog wie er nun am Ende auch im Buch zu finden ist. Ich schrieb ihn als einen Kurzen Text, inspiriert von einem Sayumi Foto die ein wenig nachdenklich und vielleicht auch traurig / wehmütig in die Ferne blickt. Eigentlich lächelt sie gar nicht so viel im Buch oder?

Welcher Zielgruppe würdest Du deine Bücher am ehesten empfehlen?
Das ist schwierig, und es machte es nun auch nicht leichter, dass ich gemerkt habe, dass scheinbar aus allen Altersgruppen Leser sich für Sayumi begeistert haben. Altersgruppen und auch Leser mit den verschiedensten Genres als Vorliebe.
Aber wem würde ich Sayumi empfehlen? Dass kann ich eigentlich auf Basis der negativen Rezensionen – welche sich zum Glück weit in der Unterzahl befinden – sagen.
Leser die einen richtigen Film erleben wollen ohne eine Kinokarte kaufen zu müssen, welche eh überteuert ist. Menschen die Charaktere als mehr sehen als nur schwarz und weiß mit eindeutig strukturierten Charakterwerten.
Aber vor allem: Menschen die ihren Kopf benutzen wollen und nicht jede Antwort auf dem Silbertablett, oder gar vorgekaut bekommen wollen.
Du hast ja bereits Fortsetzungen angekündigt, aber hast du bereits Pläne für neue Romane dieser Art?
Irgendwie dreht sich bei mir alles um Sayumi. Ich schreibe viele Kurzgeschichten, welches sich zumindest von der Stimmung her in diese Richtung bewegen. Außerdem erscheint – hoffentlich – nächstes Jahr mein experimentelles Buch „Ayaka“ welches eine Art PreSequel zu „Sayu Sayumi Yurina“ ist, und sowas wie eine Charakterdokumentation in Tokyo ist. Dazu spiele ich mit der japanischen Sprache, Bildern und möchte mit dem Buch auch die Menschen erreichen, die eigentlich keinen Draht zu Japan und seinen Menschen haben.

Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?
Das ist schwer zu sagen, da ich seit ich selbst regelmäßig schreibe eigentlich kaum noch lese. Allerdings ist es neben der Reihe „Der Dunkle Turm“ von King wohl die Satanische Bibel. Da ich wie oben gesagt ein sehr kritischer Mensch bin was die Welt angeht und ihren Ereignissen, passt mir das gesunde Menschliche Denken wie es dort beschrieben wird am besten in den Kram und bestätigt einfach meine Lebenseinstellung
Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten?
Horror und Fotobücher :D

Mit welcher literarischen Figur würdest Du gerne einmal einen Tag verbringen?
Du meinst einem fiktivem Charakter? 
Das mag nun echt eingebildet klingen, aber so bin ich gar nicht, doch am liebsten … Sayumi … Ich muss sie einfach in den Arm nehmen.

Weitere Informationen zu Sadako oder Sayumi findet ihr unter www.sayumi.de und Verlag 3.0

                                                                                                                           Copyright © Julia

Freitag, 12. September 2014

Sayumi - Sayu Smiles

Huhu meine Lieben,

dies ist mein ZWEIHUNDERSTER Eintrag und ist das nicht ein Grund zur Freude? 
Also bitte alle einmal Klatschen! 

http://media.giphy.com/media/m6pGcZ1M7e1Ko/giphy.gif

Ich hoffe, euch haben die letzten 200 Posts gefallen und ihr schaut auch bei den nächsten zweihundert wieder vorbei :) 

Feiern werden wir dies, wie bereits angekündigt mit diesem außergewöhnlichen Buch:

Sayumi 
Sayu Smiles

Sadako

600 Seiten
Verlag 3.0 Zsolt Majsai (30. November 2013)


Beschreibung:

 

Wenn du das Weinen verlernt hast, bist du bereits tot.
Subtiler Horror, tragisches Drama, symbolisches Arthouse, rasante Action und verspielter Bubblegum-Pop. Wie den meisten Lesern, welche sich das Manuskript bereits zu Gemüte geführt haben, fällt es auch mir schwer die tragische Geschichte der Sayumi Whisp in eine Genreschublade einzusortieren und ich werde es auch in Zukunft nicht weiter versuchen.
Welche Ausmaße kann es annehmen, wenn ein kleines, achtjähriges Mädchen aus dem schützenden Kreis der eigenen Familie gerissen wird? Dass es für das betroffene Kind und seine Familie von Beginn an der unvergleichliche Horror sein wird, kann sich jeder ausmalen. Doch die Ereignisse, welche folgen, nachdem die kleine Sayumi nach einem häuslichen Unfall aus dem Krankenhaus entführt wird, übertreffen alle Vorstellungen eines rational denkenden Menschen. Fernab jeglicher Bindung von Zeit und Raum entwickelt sich für die kleine Antiheldin eine Geschichte, die weit über den Kampf um Leben und Tod hinausgehen wird.
Auf der Suche nach dem eigenen Ich, nach den Erklärungen für ihre abstrakte und kaum verständliche Lebenssituation, wird sie begleitet von mehrschichtigen und nicht immer von eindeutigen Motivationen getriebenen Menschen. In einer Welt, die sich zwar an der unsrigen anzulehnen scheint, in der die Gesetze der Vernunft, des Wahnsinns und des Verständnisses jedoch andersfarbige Ausmaße anzunehmen scheinen, gibt es kein Schwarz und Weiß, kein Gut und Böse. Jeder ist dein bester Freund und zugleich dein ärgster Feind. Der Schlaf kann Stunden der Erholung bedeuten, oder ein aufreibender Wegweiser für das Leben sein.
Die Geschichte der kleinen Sayumi hat ihre Inspiration nicht aus anderen Büchern. Auch der bemühte eigenständige und in der Perspektive wechselhafte Stil lehnt sich nicht bewusst an anderen, mir möglicherweise bekannten Autoren an. Inspiration für dieses Wechselbad der Gefühle waren die vielseitigen Bilder des Films und die akustischen Meisterwerke der Musik. Sayu Smiles ist alles andere als eine Geschichte, von der man behaupten kann, sie könnte niemals verfilmt werden. Es ist der Sinn und Zweck der Geschichte, einen filmartigen Eindruck im Kopf des Lesers zu erschaffen und diesen Film Szene für Szene und Schnitt für Schnitt vor dem geistigen Auge ablaufen zu lassen.
Aufgeteilt in vier Intervalle. Benannt nach vier Blutgruppen. Vier Abschnitte in ihrem noch jungen Leben. Vier Gefühle und vier Buchstaben.
Wer ist denn nun die Zielgruppe von Sayumi, wenn es schon nicht an einem Genre festgemacht werden kann? Es sind die Leser, welche nicht über Genres nachdenken möchten. Leser, die sich nicht dagegen wehren, in einer Geschichte aus subtilem Horror auch rasanter Action und gefühlvoller Freundschaft zu begegnen. Leser, die sich gerne durch die Grenzen von Traum und Realität hindurchbewegen möchten und hinter der rasanten und spannenden Geschichte eine Botschaft im Subtext für sich und die Welt entdecken möchten. Beinahe jedes gewählte Element hat eine Bedeutung. Jede Farbe, jede Geste und jede Szene hat ihren Ursprung in einer Schicht, hinter der zwar rätselhaften aber dennoch nicht unverständlichen Geschichte. -Amazon

Inhalt:


Die Geschichte beginnt mit dem wunderbaren Familienidyll der Familie Whisp und handelt von der kleinen 8-jährigen Sayumi, die am Tag ihres Geburtstages plötzlich aus diesem, bestehend aus ihrer Mutter, ihrem Vater und ihrer großen Schwester, gerissen wird und in ein neues, grausames Leben eingesperrt wird. Ab diesen Zeitpunkt beginnt für Sayumi ein nie enden wollender Weg von Schmerzen und Leid und der Frage: Wie viel kann eine Seele aushalten, ohne daran zu zerbrechen?

Im ersten Band begleitet man Sayumi in den 8 Jahren nach ihrer Entführung und bei all den Qualen, denen sie in dieser Zeit ausgesetzt wird. Wenn an nun denkt, dies wäre ein Thriller, wie man ihn schon vielfach in den Händen gehalten hat, so irrt man sich gewaltig. Dieses Buch ist etwas vollkommen anderes! Richtig auf den Inhalt möchte ich hier nicht eingehen, da jedes Wort eigentlich ein Spoiler ist und dem Lesegenuss hinderlich wäre. Ich sage nur so viel, das ganze Buch und die Geschichte um Sayumi ist total abgedreht, voller Gefühle und ab und zu auch echt brutal. Dabei kommt der Leser und Sayumi, während ihres nie enden wollenden Höllentrips einem schrecklichen und alles erschütternden Geheimnis auf die Spur. Durch die grandios gesetzten Perspektivwechsel, wird es ermöglicht, dass man in Sayumis Gedankenwelt eindringt, gleichzeitig aber erlangt man aber einen weitreicherenden Blick als diese und kann so schneller Schlüsse ziehen.
Der Schreibstil, sowie der Aufbau der Geschichte ist vollkommen anders, als der normale Leser es gewohnt ist. Dies bezieht sich nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf das Format des Buches. Jede Seite, jeder Absatz und jedes Wort wurden genau an die Position gesetzt, an die sie zu stehen haben und das merkt man auch. Man muss sich erst auf diese Art des Lesens einlassen. Sollte man dies nicht können und das merkt man schon auf den ersten Seiten, wird dieses Buch einem wohl auch wenig Freude bereiten. Wenn man sich jedoch darauf einlässt, dann bekommt man einen wirklich außergewöhnlichen und atmosphärischen Roman.
Viele Szenen scheinen in ihrem Aufbau, ihrer Darstellung und Entwicklung beinahe aus einem Film entsprungen zu sein und da ist es auch kein Wunder, dass beim Lesen sofort das Kopfkino anspringt. Alles ist sehr detailliert beschrieben, so dass man die einzelnen Bilder vor seinem inneren Auge sehen kann. Mit diesem Schreibstil und der wirklich spannenden und berührenden Geschichte von Sayumi Whisp merkt man gar nicht, dass das Buch tatsächlich 600 Seiten hat. Wirklich eine beträchtliche Anzahl an Seiten für ein Debütroman.
Jedoch hat der Aufbau auch einen kleinen Haken, denn es gibt einige Zeitsprünge, die wohl mit Absicht sehr kryptisch gehalten werden, um die Spannung zu verstärken. Dies gelingt nach der ersten Verwirrung auch, doch im ersten Moment lässt dieser ruckartige Sprung einen schon zusammenschrecken. Gerade der zweite Sprung, der einen vollkommen aus der einen Situation herausreißt und in eine andere wirft, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, der sich erst sehr viel später wieder legt., weshalb man sich auch nicht von einigen scheinbaren Logiklöchern und Gedankensprüngen im Lesefluss abhalten lassen darf, auch wenn dies zuerst schwierig erscheint.
Während man in Sayumis Gefühlswelt voll und ganz eintaucht, bleiben die anderen Figuren eher wie gezeichnete Figuren. Man betrachtet sie von vornherein mit wachsendem Argwohn und so bleiben selbst scheinbar gute Charaktere, wie Sayumis beste Freundin, eher unnahbar. Genau diese Person hat mir auch am meisten Bauchschmerzen gemacht, da ich nichts mit ihr anfangen konnte. Ich würde hier gerne weiter darauf eingehen, sowie auf die anderen Personen, doch liegt es hier genauso wie mit dem Inhalt der Geschichte, jedes Wort zu viel wäre fatal.
Überhaupt irgendeinen Punkt näher zu beschreiben ist bei diesem Buch wirklich schwierig, wodurch, so hoffe ich, wieder deutlich wird, wie besonders die Entwicklung der Geschichte hier ist. Alles hängt irgendwie zusammen.

Der Autorenname Sadako ist ein Pseudonym, in Anlehnung an das wohl bekannteste Opfer der Hiroshimabombe, Sasaki Sadako, die 1000 Kraniche faltete, um von den Göttern einen Wunsch erfüllt zu bekommen.

Fazit:


Dieses Buch ist ein echtes Schmuckstück und ein wahres Lesevergnügen für jeden, der Lust auf etwas Außergewöhnliches hat. Es ist spannend, fesselnd und mitreißend und, obwohl es natürlich nicht ganz frei von kleinen Makeln ist, ist es für ein Erstlingswert wirklich großartig. Ich freue mich auf viele weitere Bücher dieser Autorin. 

Wie bereits angekündigt, hat die charmante Autorin sich bereit erklärt an meinem kleinen Interview teilzunehmen, mit welchem ich euch zu Beginn der nächsten Woche erfreuen werde. Ich hoffe, ihr fandet meine Rezension  spannend und werde sofort losgehen und euch das Buch besorgen. 

Liebe Grüße

Eure Juju

Copyright © Julia

Donnerstag, 5. Juni 2014

Gold in Tüten

Hallo meine Lieben :) 
und wieder hat ein neuer Monat begonnen, der hoffentlich nur von Sonne geprägt ist. 
Falls ihr diesen im Urlaub verbringt, oder es tatsächlich mal regnen sollte (so wie heute :( ) So möchte ich euch jetzt und in den kommenden Woche wieder spannende Bücher vorstellen, mit denen man sich gut die Zeit vertreiben kann. 
So wie mit dem heutigen Buch, das mir freundlicherweise für eine Rezension zur Verfügung gestellt wurde und das mich unglaublich begeistert hat. Aber ich will nicht zu viel vorweg nehmen. ;) 

Falls euch meine Rezension gefällt oder ich euer Interesse für das Buch geweckt habe, so könnt ihr euch auf morgen freuen, denn die Autorin war so lieb, mir ein paar Interviewfragen zu beantworten, welche ich euch dann vorstellen möchte.

Eure Juju   



Eva Finkenstädt
121 Seiten

Was würdest du tun, wenn du 50 Kilo Koks findest?


Beschreibung:

 

Filmreife Komödie über Kokain im Obstkarton, Kleinkriminelle und die Mafia:

In Kisten mit kolumbianischen Orangen finden zwei Verkäuferlehrlinge Tüten voll mit weißem Pulver. Sie beschließen, es zu behalten und einen Käufer für die Drogen zu suchen. Dabei dürfte es nicht gerade einfach sein, für mehrere Kilogramm unverschnittenes Kokain einen Käufer zu finden. Die beiden Lehrlinge in dieser Krimikomödie zumindest haben da so ihre Schwierigkeiten.

Derweil sucht Don Luciano in Neapel bereits nach seinem Kokain. Der Blick der Mafia richtet sich bald auf den kleinen deutschen Supermarkt … Und auf wessen Seite steht die geheimnisvolle Luisa?

"Gold in Tüten" ist eine unterhaltsame Kriminalkomödie, die zwei Welten verbindet. Die bislang unbescholtenen Supermarktlehrlinge und die neapolitanische Mafia knallen in dieser heiteren Lektüre ohne Rücksicht auf Verluste aufeinander. Was die Lehrlinge mit dem Kokain anstellen und ob die Mafiosi in dem Supermarkt zuschlagen werden, um ihr Kokain wiederzubekommen, erfahren Leser in einem filmreifen Werk über Drogen im Supermarkt, zu Kleinkriminellen mutierende Supermarktangestellte und die Rache der Mafia.

Die "Oberhessische Presse" schreibt: "Die Komödie ist leicht lesbar und sehr unterhaltend geschrieben. Die Autorin versteht es geschickt, ihre Charaktere aufzubauen. Und sie kann Dialoge schreiben. Das Komödienpersonal ist filmreif ..." amazon

Inhalt:

 

Die beiden Lehrlinge des kleinen Supermarkts finden eines Tages 50 Kilo Koks in den Orangenkisten. Was macht man nun damit? 
Natürlich, man lässt diese zu erst einmal verschwinden und versucht sie dann zu verkaufen. Damit lässt sich doch eine Menge Kohle verdienen. Doch zum einen Leben die Jungs in einer eher kleinen Stadt und zum anderen haben sie keine Ahnung von dem Geschäft. Zur gleichen Zeit setzt der Mafiaboss alles daran sein verlorengegangenes Koks wieder zu finden und dabei ist ihm jedes Mittel Recht!
Ein witziger Krimi, na das klingt doch schon mal spannend und wahrlich, diese Lektüre zaubert dir automatisch ein Lächeln ins Gesicht ohne dabei an Spannung zu verlieren. Von Beginn wird man von diesem Krimi gefesselt. Man fiebert sowohl mit den beide Lehrlingen mit, welche wirklich fahrlässig mit dem gefundenen Koks umgehen, als auch mit Luisa, die nach diesem sucht. 
Der Autorin ist es wirklich hervorragend gelungen, die verschiedenen Handlungsstränge so aufzubauen, dass sie spannend und zugleich amüsant sind. Die Personen sind alle doch irgendwie klischeehaft, aber das dürfen sie auch, denn dies unterstreicht nur den komödiantischen Aspekt dieser Geschichte. Die beiden schwulen Gangster sind genauso überzeichnet, wie der Mafiaboss aus einem Film hätte entspringen können. Besonders gut gefallen haben mir aber dennoch die beiden Lehrlinge, die sich genauso verhalten, wie man es von Jugendlichen erwartet, sich dabei aber so dämlich anstellen, dass man als Leser aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus kommt. Aber auch Luisa, die angesetzt wurde, um das Koks wieder zu beschaffen, war, wie eigentlich alle anderen auch, eine spannende und witzige Figur. Sie ist cool, intelligent. sexy und weiß das auch ganz genau. 
Auch sonst gibt es keinen Charakter, den man nervig findet, oder dem man so gar nichts abgewinnen konnte. Die Geschichte selbst wirkt zu Beginn an für einen Krimi relativ simpel, um sich dann zum Ende hin immer weiter aufzubauen, dennoch ist sie zu jeder Zeit spannend, wodurch die viel zu wenigen Seiten nur so dahinfliegen. 
Die ganze Story ist von Beginn bis zum Ende schlüssig und gut durchdacht. Dies ist auch dem Schreibstil zu schulden, der wirklich flüssig und angenehm zu lesen ist. Mit ihrer bildlichen Darstellung hat es die Autorin geschafft, dass vor dem geistigen Auge des Lesern das Buch tatsächlich wie ein Film ensteht.


Fazit:



Ich als Fan von Krimis und Thriller kann dieses Buch nur weiterempfehlen. Mit seinen fast 150 Seiten ist es genau richtig für eine Lektüre zwischendurch, von der man gut unterhalten wird und sehr viel zum Schmunzeln hat. Diesmal muss ich der Beschreibung oben vollkommen Recht geben: Dies wäre ein wirklich toller und lustiger Film. So eine Krimikomödie funktioniert wirklich besser, als ich gedacht hätte und ich freue mich auf weitere Werke dieses Genre.


Zuletzt bleibt nur die Frage: Was würdest du mit 50 Kilo Koks anstellen?

  Copyright © Julia