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Donnerstag, 2. April 2015

Rezension: Hot Dogs zum Frühstück

Zu Ostern habe ich eine besondere Rezension für euch. Falls ihr also dieses Wochenende nutzen wollt, um ein gutes Buch zu lesen, dann holt euch schnell das folgende eBook, aber erst die Rezension lesen ;)
Ich wünsche euch ein schönes Osterfest, viele bunte Eier und gutes Wetter zum Suchen. 

Eure Juju

Elke Becker
268 Seiten

Bescheibung



Romana hat die Nase gestrichen voll. Seit geraumer Zeit verhält sich ihr Mann eigenartig und eröffnet ihr unverhofft, dass er sich in ihrer Ehe eingeengt fühlt. Er vermisst seine Freiheit. Die kann er haben, denkt sich Romana und stürzt sich Hals über Kopf in ein Abenteuer: Sie will mit einem alten VW-Bus die berühmte Route 66 befahren.
Unterwegs schließen sich ihr Damaris, Hanna und Adelheid an. Auch sie verbinden ihre ganz persönlichen Wünsche, Hoffnungen und Träume mit der Reise.
Vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ein VW-Bus, und die Suche nach dem großen Glück.

Ein Roadtrip um Selbstfindung, Liebe, Sehnsucht und die Lust am Leben, eingebettet in die einzigartige Landschaft der Route 66.   -
Amazon

Inhalt:

 

Ein Frauenroman, der auf der Route 66 spielt, tja, dies sind zwei Merkmale um garantiert NICHT von mir gelesen zu werden. Das ich, nachdem es mir als Rezensionexemplar von der sehr netten Autorin, angeboten wurde, mich doch dazu entschieden habe es zu lesen, muss wohl mit dem Schicksal zu tun haben.
Schnell habe ich mich in die Hauptpersonen verliebt. Alle vier Frauen sind normale, mehr oder weniger, durchschnittliche Frauen, die ihre eigenen Pakete mit sich herumtragen. Bei Adelheid trifft dies sogar wortwörtlich zu. Romana, schon irgendwie die normalste der Reisenden, ist von allen noch am wenigsten interessant, aber sehr charmant beschrieben. Man kann sich gut in sie hineinversetzen und ihre Reaktionen und Handlungen sind völlig verständlich und in keiner Weise übertrieben. Eine schöne Abwechslung zu den Frauenfiguren, die man oft vorgesetzt bekommt. Am besten aber hat mir Damaris gefallen, da sie eine sehr starke, ungewöhnliche junge Frau ist und man nach und nach hinter ihr Geheimnis kommt, wodurch man sehr mit ihr mitfühlt. Hanna ist das genaue Gegenteil. Sie beginnt als eine sehr schwache Person, die aber im Laufe der Reise sich immer mehr öffnet und zu einer sehr starken, liebenswerten Person wird. Und Adelheid ist sowieso etwas ganz besonderes und zaubert einem als Leser immer wieder ein Lächeln auf die Lippe. Jede dieser Frauen ist großartig gelungen, haben spannende Charakterzüge und Hintergrundgeschichten.
Die Geschichte spielt in Amerika, auf der Route 66 und ich muss zugeben, dies ist eines der Länder, das mich überhaupt nicht interessiert oder reizt. Beim Lesen jedoch, vor allem durch die sehr gute Recherche und den dadurch wunderschön beschriebenen Landschaften, konnte ich die Sehnsucht, die diese Weiten auslösen, durchaus verstehen. Der Autorin ist es gelungen diese berühmte Straße, die Menschen, sowie die Orte und Landschaften vor dem inneren Augen der Leser entstehen zu lassen. Das hat mir besonders gut gefallen.
Die Geschichte selbst beginnt einfach. Romanas Mann möchte plötzlich eine Pause und überlegt für einige Zeit auszuziehen. Romana allerdings kommt eine viel bessere Idee, besorgt sich einen VW Bus, zwei Mitfahrerinnen über das Internet und möchte die berühmte Route 66 entlangfahren. Aus den beiden Frauen werden schnell drei und jede von ihnen hat eine interessante Geschichte mit im Gepäck. Während der Reise treffen sie neue Leute, werden Geheimnisse gelüftet und Leben verändert, bis es zum Höhepunkt in Las Vegas kommt. Dieses ist etwas übertrieben, was mich dann doch etwas gestört hatte, aber das hielt nicht lange an.
Jedoch und jetzt möchte ich nicht zu viel verraten, ist das Ende kein seichtes Happy End und hinterlässt einen mit einem ganz eigenartigen Gefühl über das man erstmal nachdenken muss. Genau dieses Ende macht es, in meinen Augen, zu einem ganz außergewöhnlichen Roman. 
 

Fazit:

 

Ich mag keine einfachen Frauenromane, habe kein besonderes Interesse an Amerika und dennoch bin ich von diesem Roman absolut überzeugt. Die Personen sind fantastisch normal, die Landschaften atemberaubend gut beschrieben und die Geschichte gut durchdacht und plausibel. Besonders das Ende gibt einem viel Stoff zum nachdenken. Ein wunderschönes Buch über die Liebe zum Leben und über Hot Dogs zum Frühstück. 

Copyright © Julia
 

Donnerstag, 5. März 2015

Noor - Das letzte Siegel

Hallo meine Lieben :)

Leider habe ich mich schon wieder fast 2 Wochen nicht gemeldet, was natürlich meinen ganzen Plan durcheinanderwirbelt. Aber diesmal bin ich nicht selbst Schuld, denn eine relativ kurze, aber sehr fiese Krankheit hat mich überfallen und k.o. geschlagen und das in der ersten Runde! Von dieser üblen Niederlage, bei der ich weder lesen, noch schreiben konnte,  hatte ich etwas gebraucht um mich zu erholen. Hinzu kam, dass ich einige Probleme mit dem Lesen des nachfolgenden Buches, sowie mit der dazugehörigen Rezension hatte. Ihr werden gleich sehen warum. Jetzt bin ich aber wieder fit, lese fleißig und freue mich darauf, so schnell es geht die nächste Rezension schreiben zu können. Nur so viel, dass Buch heißt: Wie ich aus Versehen eine Bank ausraubte. :)   

 

Nun aber erstmal zu:

 

Noor – Das letzte Siegel

Sandra Hörger
526 Seiten
CreateSpace Independent Publishing Platform (10. August 2014)



Bescheibung

Eine Liebe, die sieben Milliarden Menschen den Tod bringt.
Eine Erkenntnis, die alles auf den Kopf stellt, woran du glaubst.
Nur eine einzige Frage, die zählt: Bist du bereit, blind zu vertrauen?
Die 17-jährige Sela ist gerade unterwegs zu ihrem Freund, als ihr der Engel Noor schwer verletzt vor die Füße fällt. Kampfunfähig sieht der geflügelte Wächter sich gezwungen, einen Teil seines Geheimnisses preiszugeben:
Sela verkörpert das „Buch der sieben Siegel“. Auf und unter ihrer Haut verbergen sich Symbole, mit denen die Apokalypse heraufbeschworen werden kann. Der Engel hat die Aufgabe, zu verhindern, dass das „Buch“ in die falschen Hände fällt. Er soll das Mädchen beschützen.
Noor und Sela kommen sich näher, als sie dürfen. Doch sagt er ihr wirklich die Wahrheit?
Amazon


Inhalt:

Dieses Buch hat mir einige echte Schwierigkeiten bereitet und, da muss ich ehrlich sein, wenn es kein Rezensionsexemplar gewesen wäre, ich hätte es wohl niemals zu Ende gelesen. Dies liegt aber weder an der Geschichte, noch an dem Schreibstil, auf beides werde ich gleich noch eingehen, sondern nur an den Figuren, denen ich allen nicht besonders viel abgewinnen konnte. Das größte Problem war dabei die Hauptperson selbst. Sela Bach, ein siebzehnjähriges Mädchen, dem ich im richtigen Leben niemals begegnen wollen würde. Obwohl Sela zu Beginn noch ein interessanter, erfrischender Charakter ist, entwickelt sie sich im Laufe des Buches zu einer so nervigen Tusse, dass ich sie einige Male am liebsten geschüttelt hätte. (Das habe ich dann mit dem Buch nachgeholt) Ihr größtes Problem ist, dass sie zum einen zu viel denkt, Gott sie denkt so unglaublich viel und zum anderen, ihre Sprunghaftigkeit. Wobei wir auch zugleich zum nächsten Problem kommen, der Dreiecksbeziehung. Wie fleißige Leser meines Blogs wissen sollten, ich hasse Dreiecksbeziehungen. Nun ja, hier wurde diese auf die Spitze getrieben. Sela schwankt zwischen dem Engel Noor und ihrem Seelenverwandten Tom und dabei ändert sei ihre Meinung ungefähr alle fünf bis zehn Seiten, zum Ende hin wird es sogar noch extremer, was bei über 500 Seiten einem zur Verzweiflung bringen kann. Zum Ende hin war es mir sogar vollkommen egal, wen sie bekommt, ob sie jemanden bekommt oder ob sie sich einfach von der nächsten Klippe stürzt. So sollte man jedoch nicht über eine Hauptfigur denken.
Die beiden männlichen Hauptfiguren haben mir stattdessen relativ gut gefallen. Noor ist eine sehr interessante Figur mit dunkleren Wesenszügen und einer spannenden Geschichte, obwohl einem als Leser relativ schnell klar wird, in welche Richtung diese geht. Tom dagegen ist ein Mensch, jedoch ebenfalls mit einer sehr dunklen und interessanten Hintergrundgeschichte, die seinem Charakter tiefe verleiht. Er liebt Sela und würde für sie alles tun was man ihm auch sofort glaubt. Obwohl man ja seinen Liebling hat (in meinem Fall Noor) habe ich mich zwischendurch sogar gefreut, als es aussah, als würde er mit Sela glücklich werden. (Das war kein Spoiler, da, wie gesagt, sich das alle paar Seiten sowieso änderte)
Die Geschichte ist, unabhängig von dem ganzen Liebesgedöns, kaum vorhanden, was wirklich sehr schade ist, da diese wirklich Potential hatte. Engel, Dämonen, Himmel und Hölle sind spannende Aspekte, die hier gut zu einem Gesamtkonstrukt zusammengefügt wurden, bei dem man auch noch etwas lernen konnte. Gerade die letzten 100 Seiten, in welchen die Liebeleien dann nicht mehr so im Vordergrund standen, sondern die Handlung einen Schub erlebte, vergingen wie im Flug. Mit den restlichen Seiten habe ich mich aber leider gequält und musste es leider immer wieder zur Seite legen. Das Buch hätte wirklich Potenzial gehabt, wenn der Fokus mehr auf diesem Aspekt gelegen hätte. Auch der Schreibstil ist nämlich sehr angenehm und flüssig zu lesen. Doch leider überwiegen, in meinen Augen, die negativen Punkte, da die spannende Geschichte nur in kurzen Etappen wirklich zur Geltung kommen konnte.
Das Ende hat mir übrigens, um noch kurz etwas wirklich Positives anzufügen, sehr gut gefallen. Hätte sich die vorherige Geschichte etwas mehr an dessen Tempo, Tiefe und der Spannung gehalten, dann wäre ich absolut begeistert gewesen.

Fazit:

Spannende Geschichte mit viel Potential, das leider nicht genutzt wurde. 100 bis 200 Seiten weniger Liebesreigen und etwas mehr Schwerpunkt auf der Geschichte und dieses Buch hätte wirklich großartig werden können. So kann ich es leider nur Lesern empfehlen, die eine besondere Freude an Büchern mit einem klaren Fokus auf die Liebes- und vor allem an Dreiecksbeziehungen haben. Für mich allerdings konnte das Buch, trotz spannendem Ansatz leider nicht überzeugen.

 Copyright © Julia

Dienstag, 6. Januar 2015

Im schönsten Moment - Die Geschichte von Lilli und August

Hey Leute,

das neue Jahr hat begonnen und obwohl ich mir dieses Mal fest vorgenommen hatte, mir keine Vorsätze zurechtzulegen, habe ich mir dennoch vorgenommen meinen Blog wieder häufiger mit neuen tollen Inhalten zu füllen. Obwohl es in letzter Zeit doch etwas ruhiger geworden ist, bleibt der Lesestoff dennoch nicht aus! Also habe ich mich entschieden, euch dieses Jahr mit ganz vielen tollen Rezensionen, Vorstellungen, Bildern und Gewinnspielen zu nerven, bis ihr selbst keine Lust mehr habt und mich bittet weniger zu schreiben ;) Na klingt das nach einem Plan?

Ich starte das neue Jahr auch gleich mit einer kleinen, aber feinen Liebesgeschichte. Diese Woche folgt dann auch die längst überfällige Rezension zu Passagier 23 von meinem persönlichen Lieblingsautor Sebastian Fitzek. In den nächsten Wochen folgt dann ein kleines Broadchurch-Spezial mit anschließendem Gewinnspiel. Doch ich habe noch weitere tolle, spannende und witzige Bücher gelesen, auf deren Rezensionen ich mich auch schon richtig freue. Es kommen also ein paar wirklich spannende und ereignisreiche Wochen auf euch zu.

Liebe Grüße

Eure Juju

Im schönsten Moment - Die Geschichte von Lilli und August (Kurzroman)



Madame Missou

Beschreibung:

Die wichtigsten Momente des Lebens kündigen sich nicht an. Sie sind plötzlich da und hoffen darauf, erkannt zu werden. Diese Erfahrung machen Lilli und August, als sie einander nachts in einem stecken gebliebenen Aufzug begegnen. Zunächst können sie einander nicht ausstehen. Dann beginnen beide ein Prickeln zu spüren. Aber erst zu spät begreifen sie, wie bedeutend diese Begegnung war. Wird das Schicksal ihnen eine zweite Chance gewähren...?

Der neue Kurzroman der Bestseller-Autorin Madame Missou schenkt Ihnen 90 Lese-Minuten voller Liebe, Spannung und guter Unterhaltung - für den Feierabend, die Bahnfahrt oder den entspannten Nachmittag auf dem Sofa. - Amazon

Inhalt:


Die Hauptrollen in diesem kurzen Roman spielen Lilli und August, die sich eines Nachts im Fahrstuhl begenen. August war gerade aus seiner Wohnung und vor seiner Frau geflüchtet, während die frisch getrennte Lilli aus der Wohnung ihrer zu tröstenden Freundin kam. Beide können sich auf den ersten Blick nicht ausstehen, doch schaffen es sich im Laufe der nächsten Stunden durch ein Spiel sich immer weiter anzunähern. Dabei finden sie nicht nur Zuneigung füreinander, sondern stellen sich endlich auch ihrer eigenen Lebenssituation.
Ich finde beide Figuren sehr authentisch und auf ihre Weise liebenswert. Sie haben wie ihm echten Leben, vom ersten Moment an ein klares Bild voneinander, dass sie allerdings nach und nach ändern müssen. Ihre Unterhaltungen wirken dabei kein Moment lang gestellt, sondern entwickeln sich völlig natürlich und auf eine angenehme Weise. Das hat mir persönlich sehr gut an dem Buch gefallen. Denn obwohl es eine Liebesgeschichte ist, wirkt sie in keinem Moment kitschig oder übertrieben. Wir haben hier zwei starke Hauptpersonen, die ihre eigenen Lasten zu tragen haben und durch die Offenbarung dieser es schaffen sich gegenseitig zu helfen. Nachdem sie aus dem Fahrstuhl gerettet wurden, trennen sich ihre Wege und beide gehen gestärkt aus dieser Begegnung heraus, bereit sich ihrem Leben nun zu stellen.

Fazit:



Wie ihr alle langsam wohl wisst, ich bin kein Fan von Liebesgeschichten. Sie sind mir meist zu kitschig, die Figuren zu eindimensional und die Handlungen zu unrealistisch. Dieser Kurzroman jedoch hält tatsächlich was die Autorin verspricht. In einer sehr kurzen Lesedauer entwickelt sich eine schöne Liebesgeschichte, die mit einer kleinen Schwäche zum Ende hin, da sich das doch etwas zieht, wirklich unterhält und Spaß beim Lesen macht. Wer also ein schönen Roman für eine Bahnfahrt oder einfach für Zwischendurch sucht, der sollte sich diesem definitiv einmal zuwenden, besonders, da der Preis einfach unschlagbar ist. 

                                                                                                                                               
Copyright © Julia

Donnerstag, 27. November 2014

Keine Angst es ist nur Liebe


Hallo Leute,
jaaaaaa es tut mir Leid, dass ihr so lange nichts von mir gehört habt. Ich hatte einen wirklich stressigen Monat hinter mir, da ich zuerst im Urlaub in London war und danach schon der Nanowrimo begonnen hatte. Also habe ich in meiner freien Zeit (fast) nichts andere getan als zu lesen und zu schreiben. Nun, da der November fast vorbei ist, habe ich es dann endlich geschafft einer gefühlten Ewigkeit (Es tut mir schrecklich Leid) begonnene Rezension zu beenden, um sie euch heute vorzustellen.  Ich verspreche, in der nächsten Zeit wird es wieder neue Einträge geben. Schließlich habe ich im November doch etwas gelesen und noch einige Bücher auf meinem SuB.
Ich hoffe ihr seid mir nicht zu böse und verzeiht mir meine kleine Pause.
Dann gibt es vielleicht auch ein kleines Weihnachtsgewinnspiel. ;)

Keine Angst es ist nur Liebe

 



Beschreibung:

 

Anna hat Angst vor so ziemlich allem, besonders vor der Liebe. Dieser hat sie eigentlich bereits abgeschworen – sie hält nichts mehr von rosaroten Brillen, Bauchkribbeln oder schmachtenden Blicken. Bloß nicht!

Doch plötzlich ist da Matts. Er vertraut auf sein Gefühl und bittet Anna, sieben erstaunliche Angstbewältigungsaufgaben zu lösen. Denn er vermutet, dass es nur die Angst ist, die ihr im Wege steht. Überraschenderweise ist Anna einverstanden und begibt sich mit kleinen Schritten, die von ganz alleine immer größer werden, auf die befreiende Suche nach sich selbst - und damit auch auf die Suche nach der Liebe ihres Lebens...

Inhalt:

 

Ich werde zuerst auf das eingehen, was mir an diesem Buch am meisten gestört hat, bevor ich auf die positiven Aspekte eingehe, denn, lasst euch nicht von dem nächsten Absatz abschrecken, die gibt es auch. Das Problem, welches ich mit einigen Büchern habe, verfolgte mich leider auch in diesem Buch: Die Protagonisten. In diesem Fall Anna Maria Elisabeth Rogner. Anna hat Angst vor allem, was sie durchaus sympathisch wirken lässt. Besonders zu Beginn des Buches kann man ihre schrullige, merkwürdige Art richtig mitfühlen und sie wirkt menschlicher als viele andere Figuren und während sie die Aufgaben erfüllt, wird sie richtig liebenswert. Nun leider hält das nicht bis zum Ende an. Von einem Moment zum anderen wird Anna zu einer völlig unverständliches Person, deren Gedankengänge einfach nicht nachvollziehbar sind. Wäre dies früher im Buch geschehen, hätte ich dieses sogar weg gelegt, so sehr hat sie mich einfach nur sehr genervt. Die letzten Seiten waren wirklich anstrengend.
Matts ist auch nicht viel besser, obwohl er schon eine sympathische Figur ist. Jedoch ist er meiner Meinung nach, zu perfekt. Warum müssen Männer in romantischen Romanen immer perfekt sein? Er ist groß, sieht gut aus, ist Profisportler, dementsprechend ist er auch unglaublich reich. Natürlich ist er darüber hinaus auch noch unglaublich nett, freundlich, charmant, liebenswert, hat keine Fehler und verliebt sich auf den ersten Blick in Anna. Obwohl diese ihn dann von sich stößt und ihm wirklich zwiespältige Signale gibt, lässt er nicht locker und entscheidet, dass er ihr helfen muss. Natürlich hat auch er sein Päckchen zu tragen, doch ist dieses auch nur ein weiterer Pluspunkt für seinen Charakter.
Was soll man noch dazu sagen?
Zum Glück sind die Figuren, auch wenn sie einen großen Teil des Buches einnehmen, nicht alles. Die Geschichte hebt nicht ganz die Schwächen der Charaktere auf, doch ist sie wirklich interessant und spannend geschrieben. Gut gefallen haben mir Annas Beschreibungen ihrer Angst und der Umgang damit. Es wurde wirklich lebhaft dargestellt und man konnte sich in das Leid der Betroffenen hineinversetzten. Ein weiterer Aspekt der mich bei diesem Buch eingenommen hatte, waren die Aufgaben. Jede für sich war gut durchdacht, lustig, spannend, wirklich schön beschrieben und es hat richtig Spaß gemacht, diese mit Anna zu erleben.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, weshalb man es schön während der Bahnfahrt oder im Urlaub lesen kann. Es hat sehr viel Humor und man muss manchmal einfach schmunzeln. Besonders, da Anna auch sehr gerne in Gedanken mit sich selbst spricht und wer tut das bitte nicht?

Fazit: 

 

Das Buch besitzt sehr viel Herz und Humor und obwohl ich sehr enttäuscht von dem letzten Teil bin, hat mich die ersten beiden Drittel wirklich überzeugt. Es ist eine besondere Art mit dem Thema Angst umzugehen und lässt den Leser nachspüren, wie sich diese ständigen Ängste anfühlen. Ich selbst bin ja, wie ihr an meinem normalen Lesestoff merken dürftet, kein großer Fan von Liebesgeschichten, weshalb ich wohl auch eine so extreme Ansichten zu den Hauptfiguren habe. (Sorry, aber es existieren einfach mal keine perfekten Männer) Doch auch mich das Buch überzeugt. Begeistertere Leser von lustigen Liebesromanen werden hier aber definitiv auf ihre Kosten kommen und begeistert sein. Also für diese aufjedenfall zu empfehlen und für alle anderen gewährt dieses Buch einen sehr persönliche und nachdenklich stimmende Einblick in ein Leben bestimmt von Ängsten. Also durchaus empfehlenswert.

Copyright © Julia

Dienstag, 17. Juni 2014

Wo immer du bist

Heute stelle ich euch das Buch mit diesem hübschen Cover von Cylin Busby vor. Ich habe die Geschichte um einen bewegungsunfähigen Jungen, der sich in der schwersten Zeit seines Lebens in die geheimnisvolle Olivia verliebt, Dank bloggdeinbuch.de und Bastei Lübbe für eine Rezension erhalte und freue mich darauf es euch nun vorstellen zu können.

Cylin Busby
240 Seiten
Bastei Lübbe (Boje); Auflage: Aufl. 2014 (15. April 2014)


Beschreibung:


Ich spürte ihre Wärme, als ihre Finger meinen Arm hinaufwanderten und auf meiner Schulter liegen blieben. Sie lächelte, ihr Gesicht ganz nah an meinem. »Ich hab mir Sorgen gemacht, aber jetzt ist alles gut, oder? Ich bleibe bei dir.« West liegt nach einem Unfall im Krankenhaus. Er kann sich nicht bewegen, kann nicht sprechen - und doch trifft er genau hier das Mädchen seiner Träume. Olivia ist wunderschön und geheimnisvoll - und auch sie fühlt sich zu ihm hingezogen. Doch West spürt, dass sie etwas zu verbergen hat. Und ihm ist klar: Wenn er wieder gesund ist, muss er ihr Geheimnis unbedingt ergründen – amazon.de


Inhalt:


Die Geschichte dreht sich um West, der nach einem Unfall im Krankenhaus liegt. Er kann nichts anderes tun, als zu liegen und mit den Augen zu zwinkern. Er kann sich weder bewegen noch sprechen, oder in irgendeiner Weise mit seinem Umfeld kommunizieren. Das klingt nach einer sehr langweiligen Hauptperson, doch so ist es nicht. Ich fand West von Beginn an sehr sympathisch. Er beschäftigt sich in den wachen Phasen stark mit sich selbst, mit seinen Erinnerungen und Gedanken und vor allem mit vielen Fragen. Immer wieder hat er Albträume und scheinbare Visionen oder Wahnvorstellungen. Diese Kombination funktioniert so gut, dass man richtig in die Geschichte hineingezogen wird. Man fiebert mit West mit und versucht das Rätsel zu lösen. Olivia ist lustig, verrückt und manchmal etwas gemein und die einzige die mit West kommunizieren kann. Dabei tun sie das ganz normal mit Blinzeln und Schreibtafeln und nicht in einer übernatürlichen Art und Weise, wie man vielleicht vermuten könnte. Dies gibt der ganzen Geschichte einen realistischen Aspekt der mir sehr gut gefallen hat. Natürlich spürt man, dass auch mit Olivia etwas nicht stimmt, was jedoch sehr vorhersehbar war. Die Liebesgeschichte von Olivia und West fand ich leider nur wenig überzeugend. Dadurch, dass er sich nicht bewegen oder kommunizieren kann, sich diese aber in kürzester Zeit entwickeln muss, um spannend zu bleiben, wirkt sie sehr aufgezwungen. Auf der einen Seite findet er sie doof, auf der nächsten Seite sind sie bereits Freunde und nur wenige Seiten später ist er verliebt in sie.
Die Geschichte ist, davon abgesehen, überraschenderweise sehr spannend aufgebaut. Dies liegt zum einen an den sich zuspitzenden Albträumen und zum anderen zu der in gewisser Weise ablaufende Zeit. In Kombination mit dem wirklich angenehmen Schreibstil und den wenigen Seiten lässt sich das Buch in kurzer Zeit durchlesen. Dennoch schafft es das Buch nachdenklich zu stimmen, da es ein schwieriges Thema anschneidet, weshalb man es auch nach den 240 Seiten nicht einfach weglegen und ein neues greifen kann.
Besonders gut gefallen hat mir außerdem das Cover, auch ein Grund für meine Bewerbung. Es zeigt ein Mädchen, dass sich unter Wasser befindet und an die Oberfläche schaut, diese aber nicht erreicht. Selten hat mich ein Cover so berührt. Es zeigt sehr gut den Inhalt des Buches ohne dabei zu viel zu verraten.
Nun möchte ich kurz auf den Punkt kommen, der mich an diesem Buch am meisten störte und Achtung ab hier beginnt ein kleiner Spoiler!
Denn das Ende hat mir leider gar nicht gefallen. Es war schon früh klar, wohin die Geschichte zwischen Olivia und West führen wird und aus diesem Grund war ich wenig überrascht. Während mir die Erklärungen der Albträume und Visionen wieder ganz gut gefallen haben, fand ich das Ende von Olivia wenig überzeugend, ja sogar ziemlich schlecht. West gesamte Handlungen und Gedanken wirken mit einem Mal absolut befremdlich und so auch sein Umgang mit Olivia. Das fand ich sehr schade, da der Rest der Geschichte wirklich schön und spannend war. Doch dieses Ende fand ich extrem unbefriedigend und dies schlägt sich leider sehr auf den Gesamteindruck des Buches nieder.

Fazit:


Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Dies liegt zum einen an der größtenteils überzeugenden Story, aber auch an die Art der Erzählung. Man glaubt West seine Verzweiflung und fühlt mit ihm mit. Außerdem stellt es ein paar wichtige Fragen. Leider bietet das Buch keine Überraschungen oder bemerkenswerte Wendungen. Deshalb würde ich dieses Buch zwar schon empfehlen, aber nur für eine Ein- oder Zweitages Lektüre. Es ist schön geschrieben und zeitweise wirklich spannend, aber wenn man etwas Tiefgehendes lesen möchte, sollte man nach einem anderen Buch greifen.

  Copyright © Julia

Dienstag, 25. Februar 2014

Eine Liebe zwischen den Zeiten

 Sabine Neuffer

Seiten: (ca.) 442
Erscheinungsform: Originalausgabe
Erscheinungsdatum: Feb 2014
ISBN: eBook 978-3-95520-419-8
Format: ePUB 

 Ihr Blick schweifte erneut über sein Gesicht, bis er, magisch angezogen, wieder in seine Augen tauchte. Warum war ihr dieser Mann so vertraut? Er war ein Fremder und schien so nah.

Beschreibung:

 

Eine Erbschaft führt die Journalistin Lea nach Jahren in London in ihre deutsche Heimat zurück. Als sie das Haus, das ihr hinterlassen wurde, genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt sie einen kleinen Verschlag unter der Treppe. Neugierig betritt sie ihn – und hört plötzlich ein gewaltiges Poltern und Klirren. Beunruhigt verlässt sie die Kammer und findet sich mit einem Mal in einem Treppenhaus wieder, das sich vollkommen verändert hat. Nach und nach begreift Lea, dass sie ins Jahr 1938 gereist ist. Eigentlich will sie so schnell wie möglich in ihre Zeit zurückkehren, doch dann lernt sie den geheimnisvollen Arzt Daniel kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Romanze. Aber wie eine dunkle Wolke schwebt die Gefahr über ihnen, denn Daniel ist Jude - dotbooks
 

Inhalt:

 

Nachdem Brian ihr eröffnet hat, dass er ihren gemeinsamen Irlandurlaub streichen will, da seine Familie ihn braucht, entscheidet sich Lea zu dem Haus in Deutschland, welches ihre Großmutter ihr vererbt hat, zu fahren und sich dort um einen Weiterverkauf zu kümmern. Dort landet sie, durch einen Verschlag, im Jahr 1938. Zuerst ist diese Begegnung für sie ein Schock, nicht nur das sie in die Vergangenheit gereist ist, sondern das sie gerade in der dunkelsten Zeit Deutschland gelandet ist. Dies ändert sich erst, als sie den jüdischen Arzt David, deren Tochter Mirjam und seine Enkelin kennenlernt. Sie beginnt eine Beziehung mit David, jedoch immer mit dem Wissen, dass sie einerseits nur diesen einen Sommer hat, da sich dann die Zeitpforte wieder schließt und das der Krieg und die vorangegangene Deportation wie ein Damoklesschwert über sie hängt.
Mir hat Lea nicht gut gefallen. Zum einen wurde sehr viel auf ihre ach so schwere Kindheit eingegangen und ihre damit einhergehende Gefühlsarmut. So kann sie es einfach nicht nachvollziehen, wieso Brian seine Familie so wichtig ist und fühlt sich von ihnen ausgeboten und reagiert bockig, statt zu versuchen sie besser kennen zu lernen. Außerdem beginnt sie, ohne schlechtes Gewissen eine Beziehung mit David und ignoriert Brian in dieser Zeit vollkommen. Auch, dass sie manchmal so unglaubliches Wissen über den Nationalsozialismus besitzt, aber ihr andere Dinge aus dieser Zeit nicht in den Sinn kommen, fand ich manchmal befremdlich. Gut dagegen fand ich die Darstellung ihres Umgangs mit der Zeitpforte und ihrer Fähigkeit, dadurch zurück zu reisen. Sie nimmt diese Tatsache weder einfach so hin, noch wird die Akzeptanz dessen zu lange herausgezögert. Das wirkt Glaubwürdig, ohne zu viel Spannung weg zu nehmen. David ist ein jüdischer Arzt mit eigener Praxis, dem das Schicksal hart zugesetzt hat. Ich fand ihn gut herausgearbeitet und interessant. Er hat eine schwere Vergangenheit und klare Ansichten über den Nationalsozialismus und vor allem dessen Ende, weshalb er auch keinen Sinn darin sieht auszuwandern. Obwohl er eine leidenschaftliche Beziehung mit Lea beginnt, wird sein Alter sehr gut darin widergespiegelt. So hat man bei ihm nicht das Gefühl, wie bei Lea, dass er sich in diese Beziehung stürzt und alles andere vergisst. Er verleiht dieser dennoch eine Ruhe, die mir sehr gut gefallen hat, da sie realistischer ist, als die meisten anderen Liebesgeschichten. Meine beiden Lieblingsfiguren aber waren Mirjam und Oscar, obwohl beide nicht unterschiedlicher sein könnten. Mirjam ist eine perfekte Verkörperung der Frau aus dieser Zeit. Sie macht den gesamten Haushalt, arbeitet und kümmert sich um ihre Tochter, die nach einem One Night Stand entstanden ist, welcher natürlich nur ihre Schuld war. Der Autorin ist hier eine perfekte Darstellung dieser Zeit geglückt. Dennoch muss man Mirjam einfach lieben, gerade weil sie so unglaublich naiv ist und durch Lea wenigstens eine kleine Veränderung durchlebt. Oscar dagegen ist Leas väterlicher Freund und ehemaliger bester Freund ihres Vater. Er ist Arzt, ist schwul und steht Lea mit Rat und Tat zur Seite. Er ist es auch, der ihr ein ,,wissenschaftliche“ Erklärung für die Zeitreise gibt. Er wirkt ein wenig wie der verrückte Zauberer der dem Helden einen Weg ins Abenteuer zeigt, aber selbst nicht daran teilhaben kann.
Die Geschichte an sich ist sehr gut und vor allem überzeugend ausgearbeitet. Es gibt weder Logiklöcher, noch unverständliche Handlungen. Sie ist zwar ab und an etwas vorhersehbar, doch nimmt dies nichts von der Spannung. Besonders in der Mitte des Buches, als Lea herausfindet welche Rolle ihre Großeltern eigentlich bei der ganzen Sache spielen, nimmt das Buch noch einmal richtig Fahrt auf. Dies liegt auch daran, dass für Lea langsam die Zeit knapp wird. So wie die Charaktere alle klug entworfen wurden, so auch die Storyline. Man wird hier mit vielen Fakten versorgt, die man vielleicht noch nicht kannte und gut in die Geschichte mit eingebaut wurden. Zum Ende hin hat mich etwas genervt, dass man schneller auf die Lösung gekommen ist (ich hatte da schon sehr früh meine Vermutungen), als es Lea tut. Über das Ende möchte ich nicht viel sagen, nur das es für mich doch fast etwas zu kitschig ist.
Den Schreibstil war sehr angenehm zu lesen, half auch über die eine oder andere holprige Stelle hinweg und ließ das Buch nur so dahinfließen. 
 

Fazit:

 

Hätte es neben Lea nicht noch die anderen Personen gegeben, ich hätte das Buch vielleicht gar nicht zu Ende gelesen. Ihr könnt euch also vorstellen, wie sehr sie mir auf die Nerven gegangen war. Doch durch diese wird dieser sehr solider Roman zu einem echten Schmuckstück. An der Geschichte gibt es eigentlich nichts zu meckern und selbst die Liebesgeschichte hat mir sehr gut gefallen, gerade weil es keine überschwänglichen Liebesbezeugungen gab. Die lauernden Schrecken dieser Zeit wurde sehr authentisch dargestellt, so das man einen guten Eindruck davon bekomme konnte, wie das Leben damals war und woran es lag, dass Juden wie David glaubten, dass es gar nicht so schlimm kommen kann.
Dies ist ein etwas anderer Zeitreiseroman, der fesselnd und romantisch ist und dennoch einen nachdenklich zurücklässt. Ein wirklich großartiger Roman, den ich euch allen nur ans Herz legen kann. 

Die Autorin:  

 

Sabine Neuffer wurde 1953 in Hannover geboren. 
Nachdem Studium für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen machte sie einige berufliche Umwege und arbeitete für eine PR-Agentur bevor sie ab 1981 dann als Lehrerin arbeitete. Schon immer hat sie gerne gelesen, doch erst dann entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Schreiben.

Bei dotbooks erschienen bereits Sabine Neuffers Romane „Eine Liebe zwischen den Zeiten“, „Herr Bofrost, der Apotheker und ich“ und „Das Glück ist eine Baustelle“ , sowie ihre Kinderbücher „Das Papa-Projekt“, „Das Oma-Projekt“ und „Das Geschwister-Projekt“.

Ich danke der Autorin für dieses tolle Buch und dotbooks dafür, dass sie es mir zum Rezensieren zur Verfügung gestellt haben. 




 Copyright © Julia

Montag, 21. Oktober 2013

Das fremde Meer


,,Er sollte ihr aus dem Weg gehen. Er sollte sich in ihrer Nähe aufhalten. Er hat so lange befürchtet, dass sie kommen wird. Er hat so lange gehofft, das sie kommen wird."



Katharina Hartwell
  576 Seiten
 Berlin Verlag (16. Juli 2013)



Beschreibung:

Dieses Buch ist eine Reise: in die Salpetrière, die Pariser Psychiatrie, in der Sigmund Freud Schüler bei Charcot war; in den Winterwald, aus dem eine gelangweilte Prinzessin einen Prinzen retten will; in die Wechselstadt, in der ganze Häuser als "Mobilien" durch die Stadt wandern; in die Geisterfabrik, wo Seelenfragmente zu Spiritografien verarbeitet werden…
Zehn Kapitel, zehn mal die Geschichte von Marie und Jan.
Marie gehört zu den Menschen, die glauben, dass Katastrophen immer nur die treffen, die nicht auf sie vorbereitet sind. Sie rechnet darum stets mit dem Schlimmsten - und behält recht: Sie ist eine Außenseiterin, ängstlich, verzweifelt, meist stumm und voller Sehnsüchte. Womit sie nicht rechnet? Gerettet zu werden, von Jan, der so anders als sie selbst scheint. Von ihm fühlt Marie sich gefunden, miteinander teilen sie Geheimnisse, stille Stunden und wache Nächte. Doch ganz traut sie ihrem Glück nicht, denn sie weiß: »man kann alles trennen, teilen und spalten, sogar ein Atom«.

Was haben Marie und ihre Geschichten dem Schicksal entgegen zu setzen? Kann die Literatur ein Leben retten? Kann sie erzählen, wofür es keine Worte gibt? Katharina Hartwells magischer Debütroman erzählt von der Rettung einer Liebe und eines Lebens, er erzählt von allen Zeiten und allen möglichen Welten. Nicht zuletzt ist »Das Fremde Meer« die Rettung durch das Erzählen selbst - und darum all das, was Literatur vermag. - Amazon


Inhalt:

Es ist schwer von diesem Buch zu erzählen, ohne zu viel dabei zu verraten, denn es wird hier nicht nur eine, sondern gleich zehn Liebesgeschichten miteinander verknüpft.
Die Hauptgeschichte, die den Rahmen zu den übrigen bildet, erzählt die Geschichte von Marie. Es beginnt mit ihrer Kindheit, denn Marie ist die wichtigste Person in dieser Geschichte. Sie hat Angst vor dieser Welt, was sie immer weiter in sich zurückziehen lässt. Sie hat kaum Freunde und die wenigen die sie hat, die halten es kaum mit ihr aus. Irgendwie hatte sie sich schon mit dem einsamen Leben abgefunden, bis Jan sie endlich retten kommt. Er kam als ein Unfall in ihr Leben und in Maries Augen ist ihre ganze Beziehung genau das, ein großer, wunderbarer Unfall.
Die restlichen Geschichten erzählen auf ihre eigene Weise die Geschichte von einer jungen, prinzipiell starken Frau, die einen jungen Mann trifft und ihn versucht aus seiner misslichen Lage zu befreien. Dabei werden sie jedoch von einer großen, schwarzen Gestalt gejagt. Dies ist aber auf das Einfachste herunter gebrochen.
Die Geschichten haben jede für sich noch viel mehr zu bieten. So gibt es eine Stadt, die langsam verschwindet, weil den Menschen die Gier nach Attraktionen gepackt hatte. Oder ein Geisterschiff auf dem ein Junge fälschlicherweise von dem Kapitän festgehalten wird. Umso mehr man in die Geschichten eindringt, umso mehr Ähnlichkeiten und Zusammenhänge stellt man fest, die man dann versucht auf Maries und Jans Geschichte zu verbinden.
Sprachlich ist dieses Buch ein absolutes Highlight. Seit langem habe ich kein Buch mehr gelesen das die Sprache so als Kunst verstand wie dieses. Voller Wortgewalt erschafft die Autorin hier eine Welt nach der anderen und jede einzelne ist durch Kreativität kaum zu überbieten.


Fazit:

Ein wirklich großartiger Roman und eines der besten Bücher die ich seit langem gelesen habe. Obwohl ich kein Fan von Liebesgeschichten bin, so hat mich jede einzelnen von diesen in den Bann gezogen. Die Differenz zwischen den Andersartigkeiten und Übereinstimmungen macht, meiner Meinung nach den besonderes Reiz dieses Buches aus. Man kann schwärmen, wie in anderen Liebesgeschichten, aber gleichzeitig müssen die Protagonisten wie in einen Abenteuerroman viele Hindernisse überwinden, die mitunter sehr gefährlich sind. Zuletzt ist dieser Roman atemraubend wie ein Krimi, bei dem man unbedingt wissen will, wie die einzelnen Fäden zusammengehören. Als Sahnehaube gibt es hier einen Schreibstil, der einfach so schön ist, dass man sich richtig vorstellen kann, wie darauf bedacht war, jedes einzelne Wort richtig zu formen. Ein wahrer Genuss für jeden Leser da draußen.


 Copyright © Julia