Posts mit dem Label Rezension werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rezension werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 31. August 2015

Ready Player One






Ernest Cline
512 Seiten
Blanvalet Taschenbuch Verlag (20. Januar 2014)
EUR 9,99





Klappentext:

Im Jahr 2044 hat die reale Welt für Wade Watts nicht mehr viel zu bieten. Und so flieht er – wie die meisten Menschen – in das virtuelle Utopia von OASIS. Hier kann man leben, spielen und sich verlieben, ohne von der bedrückenden Realität abgelenkt zu werden. Da entdeckt Wade in einem Online-Game den ersten Hinweis auf einen unsagbar wertvollen Schatz, den der verstorbene Schöpfer der OASIS in seiner Cyber-Welt versteckt hat. Plötzlich ist Wade eine Berühmtheit, doch er gerät auch in das Visier eines Killerkommandos – in OASIS und in der Realität- Wade weiß, dass er diese Hetzjagd nur überleben kann, wenn er das Spiel bis zu seinem unvorhersehbaren Ende spielt.
Amazon


Inhalt:
Going outside is higly overrated (Anorak's Almanac)


Die Welt, die der Autor Ernest Cline zu Beginn seines Erstlingswerks schildert, ist wenig erstrebenswert. Eine Energiekrise hat das reale Leben auf der Welt erschüttert und die gesamte Infrastruktur lahm gelegt. Die meisten Menschen leben in bitterster Armut in sogenannten Stacks. Diese sind nichts anderes als Wohnwagensiedlungen, die jedoch aus Platzmangel nach oben gestapelt wurden. Dieses Ansammlungen von „Wohnungen“ sind nur durch gewagte Konstruktionen erreichbar und können ohne Vorwarnung in sich zusammenbrechen. Da ist es den Menschen nur Recht, dass es einen Zufluchtsort für sie gibt – die OASIS. Ein virtueller, unerschöpflicher Raum aus einer Vielzahl von Welten in denen die Menschen ihr gesamtes Leben verbringen können. Sie können dort alltägliche Dinge erledigen, wie arbeiten oder zur Schule gehen, aber auch Welten erschaffen, Rätsel lösen, Gegner besiegen und sich selbst neu erfinden. Auch der 18-jährige Wade Watts (Nein er ist keine Figur von Stan Lee) lebt mehr in der OASIS als im richtigen Leben und das, obwohl er kein Geld hat, um sich irgendetwas dort zu kaufen. So hockt sein Avatar Parzival nach der Schule auf dem Schulplaneten, da er sich keinen Transport leisten kann und träumt davon eines Tages das berühmte Easter Egg zu finden, welches Halliday, der Gründer der OASIS vor seinem Tod irgendwo in der unendlich erscheinenden virtuellen Welt platziert hatte. Dem Finder würde dann die gesamte OASIS gehören. Also beschäftigt sich Wade jede Minute mit den Filmen, Serien, Videospielen und Büchern der 80er Jahre, Halliday liebstes Jahrzehnt, immer mit der Hoffnung eines Tages einen Hinweis auf den geheimen Schatz zu finden. Als er plötzlich die entscheidenden Entdeckung für das erste Rätsel macht und diese Prüfung auch noch besteht, wird Wade (bzw. sein Avatar Parzival) mit einem Schlag berühmt. Obwohl dies eine Menge Geld einbringt und für ihn somit ungeahnte Möglichkeiten, bekommt Wade aber auch schnell die negativen Nebenwirkungen seiner neuen Berühmtheit am eigenen Leib zu spüren und muss nicht nur um sein eigenes Leben fürchten.
Dieser Roman ist eine Mischung aus Dystopie und Nostalgie versetzt mit Abenteuer, Spannung und die eine oder andere Wendung. Dabei ist die Verbindung aus der düsteren Zukunftsvision, mit Armut, Zwangsarbeit und Gehirnwäsche und dem Lebensgefühl der 80er mit den aufkommenden Videospielen, der Musik und den Filmen wirklich gut gelungen. In Kombination mit den übermächtigen Gegnern und dem ständigen Zeitdruck schafft es der Autor hier den Leser (fast) durchgehend zu fesseln. Leider beginnt der Roman jedoch sehr langatmig. Vieles wird erklärt, alle Hintergründe beschrieben und die Strukturen dargestellt. Dies soll als Einstieg dienen und das tut es auch. Danach weiß man über alles Bescheid und kann sich, ohne weitere Erklärungen ganz der Handlung hingeben. Leider kostet das aber über 100 sehr langatmige, ereignislose Seiten in denen man sich fragt, wann es denn endlich los geht. Dann plötzlich geht alles Schlag auf Schlag und man wird in die Geschichte hineingezogen, die einen dann bis zum Ende nicht mehr loslässt.
Wade ist ein typischer junger Erwachsener, der jedoch zu viel Zeit in einer nicht vorhandenen Realität verbringt, wodurch er das echte Leben vernachlässigt. Er besitzt keine realen Beziehungen und die wenigen Menschen mit denen er interagieren muss sind ihm egal oder er hegt für diese keinerlei freundlichen Gefühle. Die einzige nette Person in seinem realen Leben ist eine alte Nachbarin, die immer sehr liebenswert zu ihm ist. Sonst spielt sich Wades Leben ausschließlich in der OASIS ab. Zuerst ist er ein niemand. Ein armer Junge ohne Eltern der bei seiner fiesen Tante, die ihm nichts gönnt, in einer kleinen Ecken im Wohnwagen lebt. Kommt euch das auch bekannt vor?
Als er sich jedoch auf der Suche nach dem Easter Egg begibt und er seinem Ziel immer näher kommt, ist ihm, bis auf ein paar Ausnahmen, dass Glück wirklich hold. Sehr hold! Vieles, gerade das Easter Egg betreffend, läuft etwas zu glatt. Außerdem kennt sich Wade extrem gut mit allem aus, was in den 80ern eine Rolle spielte. Also wirklich mit allem! Für einen Jungen seines Alters doch sehr unrealistisch, selbst wenn er jede freie Minute sich mit diesem Thema beschäftigt. Es ist zum Beispiel doch gar nicht so leicht Filme auswendig zu können, außer man hat ein außergewöhnliches Gedächtnis. Da Wade allerdings nicht der einzige mit dieser Begabung ist, ganz im Gegenteil, fast jeder kann das, scheint diese Erklärung unrealistisch. Auch sonst scheint der Autor manchmal mit seinem Helden etwas über das Ziel hinausgeschossen zu sein, was dessen Talente betrifft, jedoch immer betonend, dass er eigentlich keine besitzt.
Trotz einiger Mängel ist Wade ein Held mit dem man sehr gut mitfiebern kann. Man möchte, dass er die Rätsel löst, dass er das Mädchen bekommt und gegen die große, böse Firma gewinnt, die nur aus Profitgier und mit unlauteren Mitteln nach dem Schatz sucht.Bei seinem Kampf stehen ihm seine Freunde zur Seite, sein bester Freund, den er leider nur aus der OASIS kennt, genauso wie sein heimlicher Schwarm. Art3mis ist eine starke, selbstbewusste Dame, die ihren eigenen Blog unterhält, den sie gerne mit bissigen Kommentaren füllt und einen starken Avatar hat. Jedoch hat sie auch ein Geheimnis und setzt alles daran, dieses zu wahren. Die letzten beiden wichtigen Figuren in diesem Buch sind die beiden japanischen Brüder, die nur gemeinsam kämpfen und Wades treusten Verbündeten werden. Alles in allem sind die Charaktere sehr gut ausgearbeitet, obwohl natürlich mehr in ihnen steckt, als Wade oder die Leser zuerst wissen. Vieles, was man für real hält ist in der Wirklichkeit dann so. 
Der Schreibstil ist angenehm, gut zu lesen und für ein Debütroman wirklich ausgefeilt und auf dem Punkt gebracht. 

Zusammengefasst ist diese Geschichte eigentlich als ein ein modernen Märchen zu betrachten. Wie es für Märchen üblich ist, gibt es den jungen Helden, der in tiefster Armut geboren wurde, doch plötzlich die Chance bekommt, sein Leben gänzlich zu verändern. Dabei muss er Gefahren bestehen, sich gegen die Bösen behaupten und bekommt als Belohnung die Prinzessin und das ganze Königreich dazu. Auch hier ist alles nur in Schwarz und Weiß gezeichnet. Es gibt die Guten auf der einen Seite und die Bösen auf der anderen. Dazwischen existiert nichts. Wir haben einen jungen Helden und seine Helfer, einen Zauberer, der sich aus dem Geschehen heraushält, bis es nicht mehr geht und einen König, der eigentlich an allem Schuld ist.

Fazit:

Dies ist ein Buch mit Mängeln. Es sind so viele, dass sie schwerlich zu übersehen sind. Über manche kann man gnädig hinwegsehen, an anderen nagt man schon etwas länger. Aber dennoch, ist dieses Buch es wert gelesen zu werden. Gerade von selbsternannter Gamern, Geeks und Nerds! Die Geschichte ist spannend und abwechslungsreich. Der Held ist, trotz seiner vielen Stärken und seinen paar Schwächen gelungen und für eine Geschichte aus der Ich-Perspektive gut gewählt. Die OASIS ist großartig und mit einer grenzenlosen Kreativität gestaltet, dass man sich nur zu gerne in sie einloggen möchte. Liebhaber der 80er werden genauso auf ihre Kosten kommen, wie Gamer, wenn die Nostalgiekeule wieder herausgeholt wird. Keine Sorge, diese trifft hier sehr oft und äußerst präzise. Dabei sind die Anspielungen jedoch nicht zu penetrant, sondern wurden auf spannende, humorvolle Weise in die Geschichte mit eingearbeitet. 


Copyright © Julia

Donnerstag, 23. Juli 2015

Letztendlich sind wir dem Universum egal

 

 

 

 

David Levithan

400 Seiten
FISCHER FJB; 24. März 2014










Beschreibung

Die Geschichte einer ungewöhnlichen ersten großen Liebe – und ein phantastischer Roman, wie er realistischer nicht sein könnte

Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren.

Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren – aber kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?

Wie wäre das, nur man selbst zu sein, ohne einem bestimmten Geschlecht oder einer bestimmten Familie anzugehören, ohne sich an irgendetwas orientieren zu können? Und wäre es möglich, sich in einen Menschen zu verlieben, der jeden Tag ein anderer ist? Könnte man tatsächlich jemanden lieben, der körperlich so gestaltlos, in seinem Innersten aber zugleich so beständig ist? 
Amazon
 
Inhalt:

A verbringt jeden Tag seines Lebens in einem anderen Körper und er hat sich mit dieser Art des Lebens abgefunden, versucht deren Leben zu führen und so wenig Schaden wie möglich zu verursachen. Bis er eines Tages im Körper von Rhiannons Freund aufwacht. Sofort fühlt er sich von Rhiannon angezogen und nach einem gemeinsamen Tag hat er sich unsterblich in sie verliebt und wirft ihretwegen alle seine bisherigen Regeln über Bord. Er will ihr Nahe sein und am Besten noch mit ihr zusammen sein. Das dies nicht so einfach ist, wenn du jeden Tag in einem anderen Körper steckst, ist ja wohl klar.
Dieses Buch hat mich wirklich begeistert, da es eine völlig neue Idee beinhaltet, die ich so noch in keinem Buch angetroffen hatte. Die Geschichte beschäftigt sich mit dem Leben, der ersten großen Liebe und der absoluten Andersartigkeit und der daraus resultierenden Einsamkeit.
So gut mir die Grundidee gefallen hat, so habe ich leider bereits sehr früh einen großen Makel entdeckt, der, für mich, leider sehr viel kaputt gemacht hat. Ich persönlich kaufe nämlich weder A noch Rhiannon diese Liebesgeschichte ab. Vielleicht liegt es daran, dass ich zu alt und somit für diese überschwängliche Liebe nicht mehr so empfänglich bin, gerade wenn sie nach einem Tag bereits lebenverändert ist, doch mich hat das sehr gestört. Da dies die Grundessenz des Buches ist, ist das sehr schade, doch jüngere Leser (für die dieses Buch wohl auch eher gedacht ist) dürften da leichter zu überzeugen sein.
Die Geschichte selbst und vor allem der Erzählstil haben mich stattdessen wirklich begeistert, weshalb ich dieses Buch auch unbedingt lesen wollte. Alleine die Vorstellung jeden Tag in einem anderen Körper aufzuwachen hat etwas faszinierendes und zugleich angsteinflößendes, dass der Autor sehr gut umgesetzt hatte.
A ist ein angenehmer Charakter, der jedoch zwischenzeitlich auch wirklich nerven kann. Besonders, wenn er egoistisch ist und das Leben seiner „Wirte“, dabei völlig durcheinander bringt. Dies kann natürlich nicht ohne Folgen bleiben! Doch er hat auch viele positive Eigenschaften. Er hat sein Leben akzeptiert, weshalb er auch nicht ständig der Frage nach dem Warum hinterherjagt. Er hat begriffen, dass er wohl niemals eine Antwort darauf bekommen wird, weshalb er jeden Tag als diesen nimmt und versucht das Leben des Körpers weiterzuführen. So hat er, durch diese Lebensweise eine völlig andere Sicht auf die Menschen, auf Religionen, Hautfarbe, ihr Miteinander etc. Er ist sehr tolerant und kann nicht verstehen, wie sich zum Beispiel Rhiannons Verhalten ihm Gegenüber ändert, je nachdem welchen Körper er gerade bewohnt. 
 
"Aber wie soll ich es anstellen, dass sie durch die Grauzone hindurchschaut - ich mit meinem Körper, den sie niemals richtig sehen wird, mit meinem Leben, das sie niemals richtig festhalten kann?" 
 
Genau das ist auch Rhiannons schlechteste Eigenschaft, die nicht nur A das eine oder andere Mal gegen den Kopf stößt, sondern auch die Leser aufhorchen lässt. Denn natürlich findet man ihre Oberflächlichkeit in sich selbst wieder und natürlich fühlt sich das falsch an. Dabei ist Rhiannon eine ganz normale Jugendliche, die zwar einen sehr nüchternen Blick auf die Welt hat, aber dennoch stark von Äußerlichkeiten beeinflusst wird. Rhiannon sieht ihr Umfeld kritischer als A und ist keineswegs bereit ihr Leben und Freunde einfach so aufzugeben. Diese Eigenschaft hat mir wiederum sehr gut an ihr gefallen, auch wenn ihr Leben und ihre Umgebung leider zu wenig beleuchtet wurden. So erwähnt sie nur am Rande ihre Familie oder ihre Probleme, jedoch wird darauf nie näher eingegangen. Gerne hätte ich mehr über ihr Leben erfahren.
Die eigentliche Stärke dieses Buchs ist jedoch nicht ihre Personen, von denen wir, bis auf As Charakter, nur sehr wenig erfahren, sondern der völlig andersartige Erzählstil. Jeden Tag wacht A in einem anderen Körper auf, der ungefähr das gleiche Alter wie er hat und in einem bestimmten Radius lebt. Dabei spielt das Geschlecht keine Rolle. Aus diesem Grund sieht A die Welt auch anders, als es die restlichen Jugendlichen tun. Jeder neue Körper hat ein eigenes Kapitel und es war jedes Mal spannend zu sehen in welchen Körper und somit in welches Leben es A diesmal verschlagen hat. Diese waren sehr unterschiedlich und boten einen spannenden und vielseitigen Blick auf das Leben der Jugendlichen in Amerika. Aber dieses Bild kann man auch genauso gut nach Deutschland oder auf andere westliche Länder übertragen. Manchmal erlebte A wirklich etwas in diesem Leben, manchmal passierte überhaupt nichts Spannendes und ab und an schlittert A in eine richtige Familienkrise rein. Sein eigenes überstürztes und manchmal sehr egoistisches Handeln, macht3 es dann auch nicht besser. Da man nie wusste, was als nächstes kommen würde, war jedes Kapitel für sich extrem fesselnd. So schafft es der Autor viele gesellschaftliche Themen für Jugendliche interessant aufzuarbeiten, mit denen sie sich vorher wohl nicht beschäftigt hatten. 
Besonders das Ende hat mir sehr gefallen. Es war doch überraschend und nachdenklich stimmend und ich bin froh, dass es so endete. (Ihr müsst es lesen, um zu verstehen, was ich meine :) ) Der Schreibstil selbst ist sehr angenehm, eingängig und jugendgerecht gehalten und so kann man das Buch in kürzester Zeit durchlesen.
Ich möchte auch das Cover noch einmal hervorheben, dass es mir wirklich angetan hatte. Die verschiedenen weißen Gesichter auf dem schwarzen Grund sind zwar sehr stilistisch gehalten, passen aber gut zu dem Inhalt des Buches und stechen dennoch sofort ins Auge.
 
Fazit: 
 
Für Jugendliche und junge Erwachsene ist dieses Buch, in meinen Augen, ein Muss, dass ich nur jeden ans Herz legen kann. Die Geschichte stellt nicht nur die unterschiedlichen Facetten des Lebens dar, sondern befasst sich darüber hinaus mit viele tiefergehende Fragen, über die sich nicht nur jeder Heranwachsende Gedanken machen sollte.
Für Erwachsene ist dieses Buch, obwohl es mir dennoch sehr viel Freude bereitet hat, nur unter der Bedienung zu empfehlen, dass sie sich nicht an übertriebenen, unrealistischen Liebesgeschichten stören.
Ja, es gibt Altersbeschränkungen für Bücher, es ist schließlich nicht umsonst ein Jugendbuch. 


Copyright © Julia




Donnerstag, 9. Juli 2015

Tomorrow & Tomorrow







Thomas Carl Sweterlitsch 
 
480 Seiten 
Heyne Verlag (14. April 2015)
diezukunft.de - Edition







Beschreibung:

Ausgelöscht

Die nahe Zukunft. Vor zehn Jahren wurde bei einem Anschlag die Stadt Pittsburgh vollständig ausgelöscht. Mithilfe eines gewaltigen Datenarchivs konnte die Stadt jedoch als virtuelle Simulation wiederhergestellt werden. Hier ermittelt John Dominic Blaxton unaufgeklärte Verbrechen, und insbesondere ein Fall lässt ihn nicht los: Das Bild einer wunderschönen Frau, die ermordet wurde, wird offenbar aus dem Archiv und damit aus der virtuellen Realität gelöscht. Auf der Suche nach Antworten stolpert Dominic über eine grauenvolle Entdeckung …

Inhalt: 
 
Vor 10 Jahren hatte ein einzelner Mann mit einem einzelnen Koffer es geschafft eine gesamte Stadt auszulöschen. Mit einem Schlag verloren die Menschen ihr Zuhause, ihre Familie und Freunde. Zurück blieben ein verstrahltes Gebiet, Trauer und eine unerträgliche Leere. 
Auch John Dominic Blaxton hat an diesem Tag alles verloren und füllt seitdem jeden Tag mit Arbeit, die er nicht wirklich ausführt, Drogen und einem Programm das ihn in eine virtuelle Version des alten Pittsburghs und so zu seiner toten Frau bringt.

Das Buch spielt in einer alternativen Zukunft, die gar nicht mal so weit weg erscheint. Die Menschen tragen Geräte, die sogenannten Adware in ihrem Kopf, welche mit ihrem Gehirn verbunden sind und somit ständigen Zugang zum Internet gewähren. Diese Dinger können je nach geldlicher Aufwendung miserabel sein oder großartige Auflösung bieten und bestimmen das Leben der Menschen. Ständig blinken Werbungen auf, werden Sendungen gezeigt oder Reklame gemacht. Sobald mit den Augen etwas in deiner Umgebung angesehen oder fixiert wird, reagiert die Adware darauf. Der Autor schafft es diese ständig digitale Welt so gut darzustellen, dass man richtig Gänsehaut bekommt. Die Realität, die der Autor so konstruiert hat wirkt auf den Leser besonders erschreckend, da sie keineswegs weit weg erscheint. Die Welt ist sowieso schon weit digitalisiert, da erscheint dieser Schritt nicht mehr besonders groß. 
Die Medien werden immer brutaler, Sex ist allgegenwärtig. Menschen brauchen immer mehr Gewalt um unterhalten zu werden und es existieren Shows wie eine Misswahl, in der die fickwürdigste Leiche gewählt wird. 
Aber diese Adware hat auch einen anderen Zweck, sie lässt das ehemalige Pittsburgh für die User wiederenstehen. In einem Archiv wurden die Erinnerungen der Menschen eingespeichert und von dort aus lässt sie sich jederzeit abrufen und darin eintauchen, um alte Erinnerungen noch einmal aufleben zu lassen. Dies soll zur Trauerbewältigung dienen, hat aber mitunter auch gegenteilige Effekte. Es kann schwer fallen Dinge loszulassen, wenn man sie jeden Tag aufs neue erleben kann.
  
Die Geschichte selbst dreht sich voll und ganz um John Dominic Blaxton. Zwar treten einige Nebencharaktere auf, doch bleiben sie genau dies; Randfiguren einer sehr fixierten Geschichte. Dies ist aber keineswegs ein negativer Aspekt, da sie dennoch sehr interessante Nebenfiguren sind, die keineswegs platt wirken, sondern ihren Teil in der Story spielen. Doch dreht sich dieser Roman einfach voll und ganz um die Hauptperson und dieser füllt sie auch vollkommen aus. Blaxton ist ein netter Kerl, der jedoch einige Probleme hat. Zum einen lässt ihn ein alter Mordfall nicht los, zum anderen hat er auch zehn Jahre später noch immer mit dem Verlust seiner Frau zu kämpfen, deren Tod er einfach nicht verkraften und überwinden kann. Deshalb flüchtet er sich in das Archiv, wo er unter Drogeneinfluss die Erinnerungen an sie noch intensiver erleben will. Dies geht auch soweit gut, bis er unter starken Drogeneinfluss aufgegriffen wird, einen Entzug machen muss und gefeuert wird. Mit einem mal bekommt er ein fragwürdiges Jobangebot, er soll herausfinden, warum eine junge Frau aus dem Archiv gelöscht wird. Sofort ist er Feuer und Flamme für die wunderschöne Albion und begibt sich auf ihre Spuren. Dabei wird er immer tiefer in eine Verschwörung reingezogen, die ihn alles kosten könnte.
JD Blaxton ist ein sympathischer Charakter, trotz seiner Eskapaden und Drogenprobleme. Er ist freundlich, von Natur aus gutherzig und so hofft man für ihn, dass alles besser wird, obwohl er zugleich einige Fehler hat und auch macht. Dies lässt seine Figur realistisch und nachvollziehbar wirken. Er ist ein ganz normaler Mensch und bleibt dies auch bis zum Ende des Buches. Er wird kein Held, schafft es nie vollständig sich von seinen Problemen zu lösen und leidet fürchterlich. Alles Gründe ihn nervig zu finden, doch ganz im Gegenteil, man fühlt mit ihm mit. Dabei merkt man zuerst gar nicht, wie er äußerlich eigentlich gar nicht beschrieben wird. Man macht sich ein Bild von ihm, dass man (ich zumindest) zur Hälfte des Buches plötzlich völlig revidieren muss. Denn erst als die Adware nicht mehr sein Leben bestimmt, ich möchte nicht darauf eingehen, woran dies liegt, da es sich dann um einen Spoiler handeln würde, beginnt der Autor auch eine Beschreibung von ihm zu geben. Das ist sehr clever gemacht, denn es zeigt nur deutlicher, wie wenig Blaxtons Leben davor in der Realität gespielt hat. Er war vollkommen eingenommen von der Adware, so dass sein realer Körper für ihn gar nicht wirklich existiert hat.
Auch die anderen Figuren sind spannend dargestellt, allen voran Albion und Sue. Beide existieren eigentlich nur in dem Archiv und werden von Blaxton idealisiert, wie er auch seine Ehefrau und ihre gemeinsame Zeit idealisiert. Erst im Verlaufe des Buches und mit der Darstellung ihres jeweiligen realen Ichs, werden sie menschlicher und somit natürlich weniger perfekt. 
 
Dies ist nicht nur als eine Kritik an das Internet, sondern auch an die menschliche Erinnerung zu sehen. Wir idealisieren sehr gerne. Wir stellen uns Dinge besser vor als sie sind oder formen uns Figuren, die perfekt sind, obwohl dies natürlich niemals erreichbar ist. Menschen sind nicht perfekt und gerade dies macht sie menschlich. 
 
Der Thriller an sich ist zwar sehr spannend, bewegt sich aber auf gewohnten Bahnen. Nachdem Blaxton die ersten Fäden entwirrt hat, ergibt sich ein Bild, dass genauso gut in jedem anderen Thriller untergebracht werden konnte. Die Geschichte ist nicht das, was dieses zu etwas Besonderen macht. Es ist die extrem realistische Darstellung einer Zukunft, die nur einen kleinen Schritt vor uns liegt. Die wir erreichen, wenn wir nicht aufpassen. Die Kritik an eine digitale Welt, die völlig einnehmbar ist, die einem die Menschlichkeit nimmt, aber zur Selbstverständlichkeit mutiert ist. Außerdem behandelt er am Rande die Themen Religion, Trauerbewältigung und Terrorismus. Dabei hat mich die Darstellung des Anschlags aus der Sicht eines Überlebenden völlig eingenommen und war extrem bewegt. So das ich dies hier einmal hervorheben musste, da sich diese Szene in mein Erinnerung gebrannt hat.

Das Ende kam wenig überraschend, war aber dennoch befriedigend. Natürlich gibt es kein Happy End, bei dem plötzlich alles gut wird, aber es ist ein passendes Ende für dieses Buch.

Fazit: 
 
Mit persönlich hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist ein Thriller, der in der Zukunft spielt, dabei aber dennoch so nah dran ist, dass man sich gut hineinversetzen kann. Das Setting in welcher die Geschichte spielt hat mich besonders beeindruckt. Diese extrem digitalisierte Welt, die von Gewalt und Sex beherrscht wird, in der es aber auch Lichtblicke, wie Kunst gibt, hat wirklich Eindruck bei mir hinterlassen. Dies ist nicht einfach ein Thriller oder eine Dystopie, sondern eine Kritik. 
Eine Kritik an den Medien, an das Internet und an die Menschen selbst. Es zeigt, wie schnell man sich verlieren kann, wenn man es nicht schafft loszulassen und wie alles in einen Abgrund gerissen wird, wenn sich von Vergangenen nicht lösen kann.
Ein wirklich spannendes, intensives Buch und eine echte Leseempfehlung, nicht nur für Fans von Dystopien.


Copyright © Julia



Dienstag, 23. Juni 2015

Interview: Anette Kannenberg

Hallo ihr Lieben, 
leider habe ich es aus beruflichen Gründen nicht geschafft euch letzte Woche schon mit diesem Interview zu erfreuen, jedoch bin ich froh, es jetzt doch noch zu schaffen. Außerdem könnt ihr euch diese Woche noch auf ein paar Sahnestücke freuen.
Ich sage nur so viel:
George R.R. Martin (Eigentlich sollten ihn ja alles kennen) war in Hamburg und hatte so Einiges zu erzählen.

Nun aber zu unserem heutigen Interview:

Die liebenswerte Autorin Anette Kannenberg, deren Debütroman Mondmalheur ich euch letzte Woche vorstellen konnte hat sich bereit erklärt meine kleinen Fragen zu beantworten und diese charmanten Antworten möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. 



Hey, 
Stell Dich doch bitte einmal kurz vor. 
 


Hallo, ich bin Anette Kannenberg, wurde 1974 in Berlin-Schöneberg geboren und lebe seit über vier Jahren auf Lanzarote. Ich arbeite (u. a. unter dem Künstlernamen Nedde) als Illustratorin, Grafikdesignerin und zunehmend auch als Autorin, habe im Juli 2014 meinen ersten Roman „Das Mondmalheur“ veröffentlicht und freue mich, dass Du mich um dieses Interview gebeten hast.




Wie bist Du zum Schreiben gekommen und wann hattest Du Deine ersten Gehversuche unternommen?

Nach dem Abitur habe ich u.a. Germanistik studiert, was vermutlich mein Interesse, selbst etwas zu Papier zu bringen, verstärkt hat. Den Ausschlag zum Schreiben gab allerdings ein Fantasy-Verein, in dem ich seit vielen Jahren Mitglied bin und für den ich meine ersten Erzählungen verfasst habe – lassen wir den ersten (misslungenen) Romanversuch auf der mütterlichen Schreibmaschine außer Acht.
Irgendwann hatten sich dann genug verrückte Ideen angesammelt, und mein Ego war groß genug zu glauben, dass andere Menschen an meiner verwirrten Weltsicht interessiert sein könnten.

Wie sieht Dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest Du das Schreiben?
Hast Du eventuell auch schon Erfahrung mit Schreibblockaden machen müssen und hast Du Tipps für junge Autoren damit umzugehen?

Ich schreibe, wenn ich Lust und Zeit dazu habe, und setze mir keine Ziele, wieviele Wörter ich bis wann geschrieben haben muss. Ich brauche mitunter ein Zeitfenster von einigen Tagen, von dem ich weiß, dass nichts Wichtiges zu erledigen ist, so dass ich gedankenlos drauf los schreiben kann. Nichts ist schlimmer für mich, als etwas im Nacken sitzen zu haben; sei es ein Auftrag, die Steuererklärung oder ein Haufen ungespültes Geschirr. Zum Glück hab ich meine persönliche Muse, die mich zumindest von letzterem hin und wieder befreit.
Tipps für junge Autoren gebe ich lieber nicht. Ich sitze selbst erst an meinem zweiten Roman (wenigstens in dieser Hinsicht darf ich mich also jung bezeichnen), da wäre es anmaßend, anderen Ratschläge zu erteilen. Schreibblockaden kenne ich, dann mache ich einfach eine Pause von mehreren Tagen, lese oder spiele am Computer, bis mir das alles wieder zu dumm wird. Wenn dort draußen aber jemand ist, der ein besseres Geheimrezept hat: Her damit!

Wo schreibst Du am Liebsten bzw. hast Du besondere „Rituale“ beim Schreiben?

Am liebsten sitze ich mit meinem Laptop auf dem Balkon.
Und Rituale? Klar!
Während ich das Stromkabel durchs Küchenfenster ziehe, röchelt mir der Kaffeevollautomat einen doppelten Milchkaffee in meine Eulentasse. Ein Handtuch, ein Kissen, den Kaffee und eine Flasche Wasser in der Hand, schnappe ich mir auf dem Weg zum Balkon noch das Laptop und lege alles auf dem Tisch ab. Dann spanne ich den Sonnenschirm auf, wickle das Handtuch um das Netzteil des Laptops, um eine Überhitzung zu vermeiden, und mache es mir auf der Holzbank bequem. Mit dem Kissen unterm Hintern und dem Kaffee im Bauch kann es dann endlich losgehen.


Wie kamst Du auf die Idee deines Buches? War es eher ein spontaner Einfall? Ein Traum? Oder wurdest Du von etwas inspiriert?

Die Grundidee war einfach da. In einer Diskussion mit meinem Schwiegervater über alternative Energien witzelte ich, dass es bald so viele Windkrafträder auf der Erde gäbe, dass die Erde ins Trudeln geriete. Physikalischer Unsinn.
Wer „Das Mondmalheur“ gelesen hat, weiß, was aus diesem Gedanken geworden ist: Nichts. Dennoch hat es etwas angestoßen, sagen wir, es hat den „Plot Bunny“ angelockt
.


Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches? Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder lässt Du Dich auch von realen Personen inspirieren?

Ich lasse mich ausschließlich von realen Personen leiten. Ganz oft steckt ein großer Teil meiner Selbst in den Protagonisten, ich denke, das ist bei jedem Autor der Fall. Die schönsten Marotten meiner Freunde haben ihre Spuren hinterlassen, aber auch negative Wesenszüge von Leuten, die ich kenne (oder zu kennen meine) werden gefiltert und neu gemischt. Eine direkte Vorlage habe ich nicht, ich glaube, dass die Eigenheiten meiner Protagonisten ein buntes Sammelsurium aus meinen Erfahrungen mit anderen Menschen sind.

Was bereitet Dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches? 
 
Ganz klar das Ende! Auch, wenn das Exposé inklusive Ende schon feststeht, heißt das nicht, dass es dabei auch bleibt. Vielleicht hat es aber auch mit dem Gedanken zu tun, meine Protagonisten loszulassen, wenn das Ende naht…

Nach welchen Kriterien hast Du Dich für dein Cover entschieden bzw. wie kamst Du auf deine Idee? 
 
Zwischenzeitlich habe ich es bedauert, den Dodo so in den Vordergrund gerückt zu haben, wo er doch im Mondmalheur eine eher unbedeutende Rolle spielt. Ich hatte gedacht: „Dodos gehen immer.“ Schließlich ist ein Dodo niedlich, ein absoluter Eyecatcher, und mir ist bislang noch kein Buch untergekommen, auf dem ein solcher Vogel abgebildet ist.
Doch einige meiner Leser haben den Dodomangel moniert, was mich schlussendlich dazu veranlasst hat, noch zwei weitere Teile zu schreiben, um wenigstens im dritten Teil dem Cover vom ersten gerecht zu werden.
Natürlich mussten bei dem Titel Mond und Sterne rein, das habe ich mit einer Spiegelung im Auge des Dodos gelöst (ja, mal genau hinschauen!) und eine NASA-Aufnahme der Pleiaden in den Hintergrund gepackt. Den Mond einfach abzubilden war mir zu öde und hätte mich vermutlich noch weiter in die Science-Fiction-Ecke gerückt, in die ich, meiner Meinung nach, nur bedingt gehöre.

Wie hast Du deinen Titel gefunden? 
 
Im Buch geht es an einer Stelle darum, dass Politiker die gigantische Katastrophe, die dort am Himmel passiert, kleinreden, wie sie es in der Realität allzuoft mit Problemen tun. „Nur ein Faux-Pax, ein kleines Versehen, ein Malheur.“ Dass ich dazu noch Alliterationen liebe, wird man spätestens Ende des Jahres bei meinem kommenden Buch feststellen, dem „Sterbeschlamassel“.

Welcher Zielgruppe würdest Du deine Bücher am ehesten empfehlen?

Allen, die schrägem Humor und einer Portion Verrücktheit nicht abgeneigt sind. Sie müssen definitiv keine Science-Fiction-Fans sein (dazu enthält „Das Mondmalheur“ zu wenig Aliens, Raumschiffe und Laserschwerter), trotzdem offen für abgefahrene Ideen und die ein oder andere Anspielung auf die heutige Gesellschaft.

Die Geschichte ist in ja in zwei Teile geteilt. Eine spannende Aufteilung. Warum hast du dich dafür entschieden?

Ich hielt es für langweilig, das Mondmalheur, die Katastrophe, bis ins Detail zu beschreiben, zu erklären, was zwischenzeitlich mit den Protagonisten geschehen ist und so weiter und so fort. Filme und Bücher über einen vermeintlichen Weltuntergang gibt es zur Genüge, da braucht es mich nicht, um das noch einmal in Worte zu fassen. Ein sauberer Schnitt, ein Zeitsprung von sechsundzwanzig Jahren, und weiter ging’s.

Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken? 
 
Der Duden.
Im Ernst, da gibt es so viele, die dermaßen verschieden sind, dass ich mich nicht auf ein Buch festlegen möchte. Der Duden trifft’s deshalb ganz gut.

Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten?

Schwer zu sagen. Ich kann wirklich nicht behaupten, dass ein einziges Genre überwiegt. Würde ich die Bücher abzählen, würde deutsche Literatur vorne liegen, aber das liegt wohl am Studium (zudem macht es einen guten Eindruck, Fontane, Beckett und Grass im Regal stehen zu haben).
Ansonsten habe ich Lesephasen: vor ein paar Jahren waren es historische Bücher, dann kamen Krimis, jetzt lese ich eher Gegenwartsliteratur und die querbeet.
Science Fiction und Fantasy findet man wiederum kaum in meinen Regalen.

Mit welcher literarischen Figur würdest Du gerne einmal einen Tag verbringen?

Ich würde Godot gerne mal treffen, wo doch alle so heiß sind, ihn kennenzulernen. Aber ich fürchte, er würde nicht kommen.


Vielen Dank für dieses tolle Interview! 
Ich freue mich bereits auf dein nächstes Buch :)

Copyright © Julia




Dienstag, 16. Juni 2015

Das Mondmalheur






Anette Kannenberg
498 Seiten
18.07.2014










Bescheibung:

Das Leben von Cornelius Wichgreve, Gravitationsexperte und Erfinder der hochgejubelten Skylevitys, wird komplett durcheinander geworfen, als der weltweit führende Mineralölkonzern CosmOre Industries ihm einen Job auf dem Mond anbietet. Zusammen mit dem soziophoben Bakteriologen Murray und dem selbsternannten Lunalogen Vladimir soll er dort den Abbau des neu entdeckten Superelementes Tuttofarium vereinfachen. Doch als Murray plötzlich nach Peru versetzt wird und ein Praktikant dessen Aufgaben übernimmt, passiert das Unglaubliche, und Cornelius wird in eine Verschwörung hineingezogen, die in eine weltumspannende Katastrophe mündet. 
Amazon

Inhalt:


Das Mondmalheur, alleine der Titel klingt bereits nach einer Menge Spaß und genau das hat dieses Buch zu bieten, aber dabei belässt es die Autorin natürlich nicht. Darüber hinaus ist es die beste Dystropie die ich seit langer Zeit gelesen habe. Woran dies liegt, möchte ich euch nachfolgend erklären.
Dieser Roman ist eigentlich in zwei Teile geteilt. Der erste Teil erzählt davon, wie drei Wissenschaftler und ein geldgieriges Unternehmen es schafften den Mond beinahe zu zerstören, wobei der zweite Teil Jahre später spielt und davon handelt, wie jene Wissenschaftler versuchen, den Mond und somit auch die Erde irgendwie noch zu retten.

Die Handlung beginnt damit, dass der Bakteriologe Murray ein Dodo erschafft und genau diese Szene beschreibt das ganze Buch sehr genau. Denn sie hat Humor, was gibt es niedlicheres als ein Babydodo namens Doris, welches die ganze Wohnung verwüstet, Tiefe, das Klonen wird thematisiert und einen wunderbar schrulligen Charakter.

Aber Murray ist ein eher wenig sympathischer Charakter, den man gerade deshalb im Laufe des Buches umso liebenswerter finden muss. Er hat seine Macken, ist überaus intelligent, versteht jedoch keine Ironie oder Humor und hat auch sonst große Probleme im Umgang mit Menschen. Eigentlich kann er nichts Positives an ihnen finden. Jedoch verbirgt sich hinter diesem Äußeren ein sehr treuer, lustiger und kluger Freund. Cornelius ist ein verrückter, humorvoller, kluger Draufgänger, der nicht alles so ernst nimmt. Dies führt ihn bereits zu Beginn des Buches in Schwierigkeiten, beziehungsweise bringt ihn um eine Menge Geld. Er lebt jedoch nach dem Motto: Es wird sich schon alles geben. Genau deshalb ist er ein wunderbarer Gegenpart zu dem eher gefühlskalten Murray. Genau dieses Zusammenspiel macht dieses Team wirklich unschlagbar, witzig und bereitet pures Vergnügen beim Lesen. Der Lunaloge Vladimir ist der dritte im Bunde und tatsächlich eine Person, die mir schnell ans Herz gewachsen ist. Er hat einen sehr schwarzen Humor, macht einige gemeine Scherze, arbeitet allerdings hart und achtet gewissenhaft Sicherheit. Somit dient er als Vermittler zwischen den beiden anderen, sehr unterschiedlichen Männern und hält das Team das eine oder andere Mal zusammen.

Die Geschichte wird aus Cornelius und Murrays Sicht erzählt, später spielt auch eine junge Dame namens Elena eine nicht allzu kleine Rolle, ist erst in der Zukunft und dann noch weiter in der Zukunft angesiedelt und erzählt zu Beginn, wie diese beiden unterschiedlichen Männer auf dem Mond zusammen treffen und wie sich eine zarte Freundschaft entwickelt. Doch natürlich ist dies nicht alles, denn es spielt noch ein Internationale (oder Intergalaktischer) Konzern, fiese Politiker und ein junger, genmanipulierter Mann eine Rolle. Während man sich am Anfang noch fragt, wie das alles zusammengehört, verweben sich die einzelnen Fäden immer mehr und ein spannendes Konstrukt ensteht mit vielen Wendungen und interessanten Ereignissen. 
Nur zwischendurch hatte sich das Buch etwas gezogen, besonders zu Beginn des zweiten Teils, jedoch ist es auch sehr schwierig die Spannung über 500 Seiten aufrecht zu erhalten. Dafür waren die Höhepunkte der beiden Geschichten, beziehungsweise der Teile wirklich spannend und nervenaufreibend und können jedem Thriller Konkurrenz machen. In dieser Zeit flogen die Seiten nur so dahin. 
In wie weit die Erfindungen, Entdeckungen und wissenschaftlichen Hintergründe wirklich realistisch sind, spielt dabei aber, außer wohl bei Leuten, die sich gut mit der Materie auskennen, keine große Rolle. Es wirkt alles gut rechachiert und das Gesamtkonzept ist so stimmig und schlüssig vorgetragen, dass man es einfach akzeptieren kann, was in meinen Augen wichtiger ist, als die wissenschaftliche Genauigkeit.
Auch das Ende, oder besser gesagt, besonders das Ende hat mir sehr gut gefallen.  

(Achtung Spoiler!) Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es war eher ungewöhnlich und genau das war es, was mich so beeindruckt hat. Der Mut der Autorin auch mal andere Wege zu gehen und nicht das zu schreiben, was die Masse warscheinlich will. Und damit habe ich bereits zu viel gesagt und werde mich einem anderen Aspekt. (Spoiler Ende!) 

Der Schreibstil ist wirklich angenehm, eine Freude zu lesen und gerade für ein Erstlingswerk wirklich bemerkenswert. Die Autorin hat die Eigenheiten der Figuren schön herausgearbeitet, ohne das diese zu aufdringlich wirken. Der Humor ist pointiert und immer im richtigen Maße vorhanden. Alles in allem erwartet einen hier einen angenehmen Lesefluss.
Ein echtes Highlight und damit eine Erwähnung wert, ist das wirklich schöne Cover, welches auch im Regal hübsch anzusehen ist. Nur selten gefallen mir Cover so gut, dass ich sie speziell erwähne, umso besser finde ich dieses.


Fazit:

Huch, nun ist die Rezension ziemlich lang geworden und doch habe ich das Gefühl nicht annähernd alles eingebracht zu haben, was erwähnenswert gewesen wäre.
Alles in allem kann ich nur sagen, dass dies ein wirklich gelunger Science Fiction/Fantasy Roman ist und ein Buch, welches mich wirklich überzeugen konnte. Es hat genau die richtige Portionen Humor und Spannung, gepaart mit skurrilen, sympathischen Figuren und einem angenehmen Schreibstil. Wirklich zu empfehlen, nicht nur für Fans von Weltraum- und Zukunftsgeschichten.
Und es hat eine Doctor Who - Anspielung ;)

Copyright © Julia


 

Freitag, 8. Mai 2015

Die Seiten der Welt






Kai Meyer
560 Seiten
FISCHER FJB; Auflage: 3 (22. September 2014)










Beschreibung:


Jedes Buch hat geheime Seiten–
ein magischer Roman voller phantastischer Abenteuer.



»Während sie die Stufen zur Bibliothek hinablief, konnte Furia die Geschichten schon riechen: den besten Geruch der Welt.«

Furia Salamandra Faerfax lebt in einer Welt der Bücher. Der Landsitz ihrer Familie birgt eine unendliche Bibliothek. In ihren Tiefen ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch. Mit ihm will sie die Magie und die Macht der Worte entfesseln.
Doch dann wird ihr Bruder entführt, und Furia muss um sein Leben kämpfen. Ihr Weg führt sie nach Libropolis, die Stadt der verschwundenen Buchläden, und an die Grenzen der Nachtrefugien. Sie trifft auf Cat, die Diebin im Exil, und Finnian, den Rebellen. Gemeinsam ziehen sie in den Krieg – gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher.


Amazon

Inhalt:

,,Entweder du stirbst als Held oder lebst lang genug, um der Böse zu werden.“ (Batman – The Dark Knight)


Ich beginne meine Rezension erst einmal mit den großen Pluspunkten dieses Buches, bevor ich mich mit den Problemen befasse, von denen es leider auch genug gibt. In meinen Augen, das beste in diesem Buch sind die Figuren. Furia ist eine vielschichtige, sympathische Hauptfigur, mit der man sich als junge Erwachsene sicherlich gut einfühlen kann. Sehr gut hat mir gefallen, dass sie auch normale menschliche Regungen hatte (Sie musste tatsächlich auf Toilette oder hatte Hunger) und beschwert sich darüber, dass viele Figuren in Büchern zu platt beschrieben werden. Auch die anderen Personen sind dem Autor gut gelungen, auch wenn manchmal ein paar Informationen über diese hilfreich gewesen wären. So bleiben vor allem die Gegenspieler Furias etwas kontrastlos. Das ist sehr schade, da die Ansätze ihrer Beweggründe und Motive wirklich spannend waren.
Ein großer Spaß und der Grund weshalb ich dieses Buch überhaupt gelesen habe, sind die Bücher. Ich liebe Bücher, in denen es selbst um Bücher geht. Wer hier jedoch ein zweites
Stadt der träumenden Bücher erhofft, wird leider enttäuscht. Ja, es geht um Bücher, in jeglicher Form, aber der Autor schafft es einfach nicht eine genauso fantastische und fesselnde Welt zu erschaffen wie Moers. Libropolis ist sehr nett, aber leider bekommt man nicht viel davon zu lesen. Die Idee der Exlibri und ihr Leben im Ghetto ist dagegen deutlich interessanter und spannender. Generell schafft der Autor mit wirklich lustigen und interessanten Ideen (lebendige Buchstaben, Schnabelbücher..) eine fantastische Welt aufzubauen, die jedoch auch von Terror und Leid beherrscht wird. Diese Gradwanderung gelingt ihm wirklich gut.
Ein besonderes Highlight, besonders, da man in solch einem Buch nicht damit rechnet, war das Spiel mit der Zeit. Darauf will ich nicht genauer eingehen, aus Angst auch zu viel zu verraten, doch alles was mit Zeitreisen oder veränderten Realitäten zu tun hat, bekommt von mir Pluspunkte. Der Schreibstil ist an angenehm, schön zu lesen und passt sehr gut zu der Geschichte, die im Buch erzählt wird.

Nun komme ich zu den Dingen, die mir leider nicht gefallen haben. Dies wäre zu erst einmal die sehr spät beginnende Geschichte. Wenn die Handlung der Buchbeschreibung erst auf Seite 150 beginnt, dann ist das eindeutig zu viel Vorgeschichte. Der Autor hat versucht die magische Welt von Furias Keller und ihrem Haus einzufangen, was aber leider zu kosten der Handlung geschieht. Weshalb genau diese 150 Seiten extrem schleppend vorangehen und keinerlei Spannung aufgebaut wird. Sobald die Geschichte beginnt, nimmt das Buch auch reichlich Fahrt auf, wobei es kaum Rücksicht auf Verluste gibt. Für ein Jugendbuch gibt es extrem viele, auch sehr brutale Tode. Es folgen eine Verfolgungsjagd nach der anderen, die Furia hin und her werfen, wobei sie jedoch immer an ihren Bruder denkt.
Derweil passieren in Libropolis viel tiefgehendere Veränderungen. Genau hier setzt mein zweiter großer Kritikpunkt an, das Ende. Was zu Beginn der Geschichte zu viel da war (nämlich Seitenzahlen), fehlt leider zum Ende hin. Die Auflösung kommt plötzlich, ist viel zu schnell abgehandelt und leider sehr platt. Es gibt kein Wow-Effekt, kein Ende das mich von den Socken gehauen hatte, sondern nur eine sehr müde Erklärung für die ganzen Erlebnisse. Auch sonst wird leider zu wenig erklärt, als das man damit zufrieden sein könnte. Gerade die Ereignisse in Libropolis und die drei Häuser sind mit einem Mal nicht mehr relevant. Sehr schade, da dies wirklich eine Menge Potenzial hatte 

Fazit:

Das Buch hat bei mir gemischte Gefühle ausgelöst, weshalb es mir sehr schwer fällt eine Leseempfehlung oder halt keine zu geben. Die Geschichte ist wirklich spannend, auch wenn sie manchmal nicht richtig durchdacht herüberkommt. Der Autor greift viele Dinge auf, die er dann leider nicht aufklärt. Das hinterlässt am Ende das Gefühl, als würde etwas fehlen. Die positiven und negativen Aspekte halten sich hier die Waage, weshalb ich mir sicher bin, dass einigen dieses Buch sehr gut gefallen würde, während andere es wohl richtig schlecht finden werden.
Deshalb sage ich es einfach mal so, wenn ihr ein Buch über die Liebe zu Büchern lesen wollt und euch interessiert, was das Zitat von Batman eigentlich damit zu tun hat, dann solltet ihr es lesen. Falls ihr allerdings über Plotholes und unausgereifte Erklärungen nicht hinwegsehen könnt, dann lasst lieber die Finger davon.


 Copyright © Julia



Donnerstag, 30. April 2015

Traumlieder 2




George R.R. Martin

624 Seiten
Heyne Verlag (9. Februar 2015)










Bescheibung

Dass George R. R. Martin einer der erfolgreichsten Fantasy- Autoren aller Zeiten ist, steht außer Frage. Dass er noch viel mehr kann, beweist er in seinen beiden Erzählbänden Traumlieder, deren Vielseitigkeit Fantasy- und Science-Fiction-Fans jeder Generation begeistern wird: Das Porträt eines Mannes, der allmählich dem Wahnsinn verfällt, oder das unheimliche Schicksal eines Autors, dessen Selbstbezogenheit ihm zum Verhängnis wird, sind nur zwei der Geschichten dieser einzigartigen Storysammlungen. Ob Werwölfe, Magier, das ganz normale Grauen nebenan oder das Weltall: George R. R. Martin versteht es, seine Leser zu fesseln wie kein anderer. Die beiden Erzählbände vereinen erstmals die wichtigsten seiner vielfach ausgezeichneten Kurzgeschichten.

Amazon
Randomhouse

Inhalt:

Dies ist der zweite Teil des bereits mit Vergnügen von mir gelesenen und rezensierten Traumlieder. Während die größte Kritik am ersten Band die teilweise noch sehr ausbaufähige und wenig durchdachten Geschichten waren, so gibt es an diesem Band eigentlich nichts mehr zu meckern. Auch hier findet sich der gleiche Aufbau wie im ersten Teil. Das Buch ist in drei Teile geteilt, jeweils mit einem besonderen Schwerpunkt und mit einem kleinen Einleitungstext versehen. In diesem Teil entführen Georg R.R. Martins Geschichten die Welt der Fantasy, bevor der größte Teil sich mit Horror-Science Ficition, ein sehr ungewöhnlicher Genremix, befasst. Im letzten Teil erzählt der Autor über seine vielen begonnenen Serien, von denen er jedoch nur ein kleiner Teil beenden konnte. Hier steuerte er zwei Geschichten über Tuf bei, dessen Geschichten in Planetenwanderer auch in Deutschland erschienen sind. Wie bereits im ersten Band sind die autobiografischen Einleitungstexte mit sehr viel Humor und interessanten Fakten gespickt, so dass man einen guten Einblick erhält. Besonders die Aufzählungen der ganzen Serien, die R.R. Martin niemals beendet hat, macht deutlich, dass Game of Thrones mit seinen ganzen Bänden schon eine Besonderheit ist. Vieles aus dem ersten Band kann man hier einfach übertragen, weshalb ich ohne große Umschweife so den Geschichten komme, auch ich habe ich mir drei herausgesucht, die in irgendeiner Form besonders waren, um sie vorzustellen. Dies hat sich jedoch deutlich schwieriger als im ersten Band herausgestellt, da alle Geschichten wirklich herausragend gut geschrieben, spannend oder interessant sind.

Die erste Geschichte, die ich mir rausgesucht habe, ist Eisdrache. Diese kurze Geschichte, welche bereits selbst als Buch mit Zeichnungen erschienen ist, gehört auch zu R.R. Martins eigenen Lieblingen. Es geht um ein kleines Mädchen, um eiskalte Winter und ihre tiefe Freundschaft zu einem Eisdrachen. Es ist eine reine Fantasygeschichte und keineswegs für Kinder geeignet, auch wenn die Hauptperson ein kleines Mädchen ist. Dafür sind die Beschreibungen des Krieges und der Verwundeten zu deutlich. Besonders gut gefallen hat mir, dass diese Geschichte mit wenigen Worten eine Geschichte über tiefe Freundschaft entwickelt, in der selbst nicht viel passiert, bei der man aber dennoch die ganz Zeit gebannt liest, um zu Wissen, wie es mit dem Eisdrachen weiter geht.
 
Aus der zweiten Kategorie eine Geschichte auszuwählen war sogar noch schwieriger, denn in diesem Kapitel hat mir einfach jede Geschichte gefallen. Wobei mich der Fleischhausmann doch am wenigsten angesprochen hatte. Die berühmteste Horror-Scifi-Geschichte ist wohl Sandkönige, die zu R.R. Martins berühmtester Geschichte vor GoT wurde und die bereits in einem (nicht besonders guten) Film verewigt wurde. Dies ist der Grund, weshalb ich nicht weiter darauf eingehen möchte und lieber eine nicht ganz so bekannte Geschichte nehme. Nachtgleiter hat mich tatsächlich eine ganze Nacht wachgehalten. Die Geschichte handelt von einem Wissenschaftsteam in einem Raumschiff, die versucht eine unbekannte außerirdische Spezies, die zuvor noch niemals jemand wirklich zu Gesicht bekommen hatte, um die aber viele Mythen ranken, zu erforschen. Doch irgendetwas scheint auf dem Schiff nicht zu stimmen, nicht nur, dass der Kapitän sich nie persönlich zeigt, sondern nur durch ein Hologramm oder Lautsprecher mit dem Team kommuniziert. Darüber hinaus geschehen merkwürdige Unfälle auf dem Schiff. Durch die Enge auf dem Schiff und die zäh vorbei streichende Zeit, wird die Stimmung unter den Crewmitgliedern immer angespannter und die Situation spitzt sich immer weiter zu, bis plötzlich der Erste stirbt und alles eskaliert. Als ich diese Geschichte, die sogar relativ lang ist, angefangen hatte, konnte ich sie erst aus der Hand legen, als sie beendet war. Dies ist eine der spannendsten Erzählungen, die ich jemals gelesen habe. Die Figuren sind gut durchdacht und interessant charakterisiert. Nach und nach baut sich die Spannung immer weiter auf und man verschlingt jede Seite. Das Ende hat dann sehr starken Eindruck bei mir hinterlassen, wodurch ich eine sehr schlaflose Nacht hatte. Für alle die Glauben, man könnte keinen guten Horror über das Medium Buch erfahren, sollte diese wirklich lesen. 
 
Der letzte Teil besteht aus zwei Geschichten von der Sammlung Planetenwanderer über den interplanetarische Händler Haviland Tuf und seine Katzen in seinem Saatgutschiff, übrigens das letzte seiner Art. In der ersten die beiden Geschichten, die beide sich in nichts nachstehen, wird Tuf gebeten eine große Bestie für die Arenakämpfe, die zwischen den fünf Häusern des Planeten ausgetragen werden, zu verkaufen. Diesem gefallen gibt er zwar nach, doch natürlich bleibt dies nicht ohne Folgen für die Wettkämpfe, die Häuser und sogar den ganzen Planeten. Tuf ist ein Einzelgänger, der lieber die Zeit mit seinen Katzen, als mit Menschen verbringt, die er einfach schrecklich findet. Tuf ist ein interessanter Protagonist, der viele Züge von berühmten Personen hat, deren Ursprung R.R. Martin auch erklärt. Die beiden Geschichten haben mir persönlich Lust auf mehr gemacht, weshalb ihr sicherlich demnächste eine Rezension zu diesem Buch geliefert bekommen werdet.

Fazit:

Ein wirklich tolles Buch. Während mir der erste Band richtig Lust auf Kurzgeschichten gemacht hatte, habe ich durch dieses eine richtige Liebe dafür entwickelt. Gerade die Horrorgeschichten haben mir sehr gut gefallen. Selten habe ich so eine tiefsinnige Geschichte wie Sandkönige oder so eine fesselnde wie Nachtgleiter gelesen. Während ich den ersten Teil wirklich nur Fans von R.R. Michael empfehlen würde, da die Geschichten echt anstrengende Kost sein konnten, würde ich dieses jedem raten zu lesen. Eine wirklich gelungene Anthologie, die Lust auf mehr macht. Ich kann jetzt schon die Veröffentlichung des dritten Bandes kaum noch erwarten. 

 Copyright © Julia

Donnerstag, 23. April 2015

Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich

Hey meine Lieben, 
 
euch ist sicherlich aufgefallen, dass es letzte Woche keine Rezension gab. 
Das lag natürlich nicht daran, dass ich keine Lust hatte eine zu schreiben, sondern dass ich mich von einer Weisheitszahnoperation erholen musste und voll mit Schmerzmitteln leider nicht dazu in der Lage war. 
Dafür habe ich heute eine echte Freude für alle, die Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens gelesen haben (was hoffentlich ganz viele von euch haben, da das Buch großartig ist)

Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich

Sebastian Niedlich
 84 Seiten
dotbooks Verlag


Beschreibung:

»Hast du heute wieder deinen Klugscheißertag?«, giftete ich den Tod an. Er grinste. »Stelle ich die dummen Fragen oder du?«

Man kann sich seine Freunde nicht aussuchen. Das weiß niemand so gut wie Martin, denn sein bester Kumpel ist… der leibhaftige Tod. Nicht ganz einfach – aber was soll man machen? Immerhin lernt Martin so die interessantesten Orte der Welt und ihre Bewohner kennen. Beispielsweise auch den Osterhasen. Allerdings hat dieses Zusammentreffen für alle Beteiligten unerwartete Folgen. Noch überraschender ist, dass es eine Frau gab, die der Tod nicht vergessen kann. Dabei ist es schon über 100 Jahre her, dass er ihr an Bord der Titanic begegnete…

Zwei schwungvolle Geschichten voller schwarzem Humor – und ein Lesevergnügen mit hohem Bildungsanspruch. Oder wussten Sie etwa schon, dass der Tod ständig Ob-La-Di Ob-La-Da pfeift?
Amazon

Inhalt:

Endlich gibt es wieder ein Buch rund um Martin und seinem Freund dem Tod. Es handelt sich hierbei nicht um eine Fortsetzung, wie der Autor im Vorwort klar deutlich macht (absolut lesenswert), sondern um eine Art Midquel. Also zwei Geschichten die während des ersten Buches spielen.
Die erste Geschichte handelt von einem Abenteuer in einer Kinderkrebsstation, das eigentlich überhaupt nicht lustig beginnt. Schließlich muss der Tod dort seine Arbeit erledigen. 

Passend zum Erscheinungstag des Buches (26. März), erscheint dort aber der Osterhase und jagt Martin einen ganz schönen Schrecken ein. Besonders, da er so überhaupt nicht mit seiner Vorstellung übereinstimmt. Noch schlimmer wird es aber, als dieser direkt vor Martins Augen stirbt. Wer soll jetzt all die Eier verteilen?
Dies ist eine sehr kurze, aber wirklich amüsante Geschichte. Der Osterhase ist großartig und hat mich wirklich zum Lachen gebracht. Die Interaktionen zwischen Martin und Tod versetzen einen sofort wieder zurück in den ersten Teil.

 
Das eigentliche Herzstück dieses Buches ist jedoch die zweite und auch deutlich längere Geschichte. Hier bekommt Tod eine völlig neue, menschlichere Dimension, als er von seinen Erlebnissen rund um die Titanic erzählt. Dabei ist die Geschichte nicht nur spannend und gewohnt lustig, sondern auch äußerst lehrreich. Wie Martin lernt man viele Dinge über die Titanic, die man so nicht kannte, denn seien wir ehrlich, viel weiß man doch nur durch den Film. All das wird außerdem gepaart mit einer sehr schönen Lebens- und einer kleinen Liebesgeschichte.

Fazit:

Eine wirklich schöne Fortsetzung, die eigentlich keine ist. Der Schreibstil und der Humor mit dem ernste Themen verpackt sind, sind genauso gut wie im ersten Buch. Gerade bei Auftragsarbeiten fehlt es oft an Liebe beim Schreiben, jedenfalls habe ich beim Lesen oft das Gefühl, insbesondere bei Fortsetzungen. Doch hier lässt sich nichts davon erkennen. Das Buch macht genauso viel Freude wie auch der erste Roman gemacht hatte. Das einzige Problem ist, dass die Geschichten viel zu kurz und somit einfach zu schnell wieder vorbei sind.


So was war die Rezension. Da ich finde jeder sollte dieses Buch lesen, ich am Sonntag Geburtstag habe und Freude gerne teile und anlässlich des Welttag des Buches, verlose ich eine Exemplar von Ich, der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens.

 
Was ihr dafür tun müsst?
Kommentiert diesen Beitrag einfach und erzählt kurz eine Anekdote aus eurem Leben. 

Was würdet ihr, als den Höhepunkt eures Lebens bezeichnen? 

Nächsten Donnerstag ziehe ich dann unter allen Einträgen einen Gewinner, der dieses tolle Buch in den Händen halten darf. 
Also macht mit! 


Copyright © Julia