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Freitag, 20. Februar 2015

Das siebte Kind

Erik Valeur
800 Seiten
Blanvalet Verlag (17. März 2014)


Beschreibung:

"Monumentales Debüt. Für Freunde von Psycho-Krimis ein Vergnügen." dpa

Sieben Waisenkinder aus Kongslund. Was ihnen angetan wurde, ist unverzeihlich. Und als würde ein Fluch auf ihnen liegen, haben sie alle schwere Schuld auf sich geladen. Marie, eines jener sieben Waisenkinder, hat den Werdegang ihrer einstigen Heimfreunde über Jahre und Jahrzehnte verfolgt. Als Erwachsene ruft sie alle zusammen. Aber will sie wirklich, dass ihnen allen endlich Gerechtigkeit widerfährt? Oder trachtet sie vielmehr einzig nach Abrechnung?
    Amazon

Inhalt:

Ich habe dieses Buch vom Blanvalet Verlag als Rezensionsexemplar bekommen, da mich die Beschreibung wirklich angesprochen hatte. Als ich dann das Paket bekam, habe ich zum ersten Mal große Augen bekommen, über die Dicke des Buches. 800 Seiten, aber dies muss, ich kenne das aus Erfahrung, weder ein gutes, noch ein schlechtes Zeichen sein. In diesem Fall und das nehme ich schon einmal vor, hätten 300 Seiten weniger dem Buch allerdings gut getan.
Die Geschichte wird ruhig aufgebaut und wer Spannung von der ersten Seite erhofft, wird bitterlich enttäuscht. Es hat ziemlich bis zur Mitte gebraucht, bis sich bei mir auch nur annähernd so etwas wie Spannung entwickelte. Der Autor lässt sich so viel Zeit mit der Beschreibung der Personen, der Politik und den Umständen, dass man beinahe vergisst, worum es in diesem Buch eigentlich geht. Der nicht ganz so einfache Erzählstil, die unangekündigten und nicht sonderlich hervorgehobenen zeitlichen und örtlichen Wechsel, machen es da einem auch nicht leichter in das Buch einzusteigen. So etwas mag über drei- bis vierhundert Seiten noch funktionieren, doch für 800 Seiten ist dieser Erzählstil wirklich zu kompliziert. Zum Ende weiß man gar nicht mehr, was man zu Beginn eigentlich alles über eine Person erfahren hat. Hinzu kommen die unterschiedlichen Namen, Spitznamen und Beziehungen, die man in Verbindung setzen muss.
Die Geschichte selbst geht da leider etwas unter und dieses vermeintliche Wiedersehen in dem Kinderheim, das bereits im Klappentext angekündigt wird, zieht sich dann doch ganz schön lange hin. Jedoch treten dafür die Personen stärker in den Vordergrund. Wenn man sich einmal mit den Namen und Beziehungen zurechtgefunden hat und jedes der Kinder eine Geschichte zuordnen kann, beginnt das Buch auch etwas an Fahrt zu gewinnen. Dann entwickelt es sich zu einer tiefgründigen Personenstudie, zeigt einen interessanten Einblick auf Dänemarks Politik und die Verbindung zwischen dieser und den Medien.
Besonders gut gefallen hat mir die Protagonistin Marie, aus deren Sicht die Geschichte eigentlich erzählt wird. Auf subtile Art und Weise wird hier in eine Person geblickt, die nicht nur körperlich missgebildet ist. Auch die anderen Personen und vor allem jene Kinder aus Kongslund sind alle, durch ihre Erlebnisse auf ihre eigene Art und Weise gestört. Was definitiv spannend war zum Lesen und worüber man noch nachdenken muss. Auch werden einige Fragen aufgeworfen, über die man gut diskutieren kann. Ein Beispiel dafür ist, ob und wann man adoptierten Kindern sagen sollte, dass sie adoptiert sind.
Das Ende, die große Auflösung, kam in meinen Augen wenig überraschend. Als regelmäßiger Thrillerleser hat man ziemlich schnell (so weit man das in diesem langen Buch sagen kann) durchschaut, in welche Richtung sich alles entwickeln wird und genauso traf es dann auch genauso ein.

Fazit:

Vielleicht liegt es ja tatsächlich an mir, dass ich mit skandinavischen Thrillern einfach nicht warm werde und anderen gefällt die ruhige Erzählweise und der detailreiche Aufbau. Mir leider nicht.
Dies ist ein wirklich aufwenig entwickeltes Buch mit interessanten Personen, doch wirklich spannend wird es leider nie. Das kann bei 800 Seiten wirklich ermüdend sein und so musste ich mich beinahe durchquälen. Dies ist sehr schade, da die Grundidee wirklich fesselnd klang.

 Copyright © Julia

Freitag, 6. Februar 2015

Krähenmädchen


Dieses Buch spaltet die Leserschaft und obwohl ich es bereits vor einigen Monaten gelesen habe, konnte ich mich erst jetzt selbst durchringen eine Rezension zu verfassen. Woran das gelegen hat, erkläre ich euch in dieser kleinen Rezension über ein sehr gehypten Thriller. 



Erik Axl Sund
480 Seiten
Goldmann (21. Juli 2014)

 
Beschreibung:

Wie viel Schreckliches kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird?

Stockholm. Ein Junge wird tot in einem Park gefunden. Sein Körper zeigt Zeichen schwersten Missbrauchs. Und es bleibt nicht bei der einen Leiche ... 
Auf der Suche nach dem Täter bittet Kommissarin Jeanette Kihlberg die Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe, bei der eines der Opfer in Therapie war. Ihr Spezialgebiet sind Menschen mit multiplen Persönlichkeiten. Eine andere Patientin Sofias ist Victoria Bergman, die unter einem schweren Trauma leidet. Sofia lässt der Gedanke nicht los, bei ihr irgendetwas übersehen zu haben. Schließlich müssen sich Jeanette und Sofia fragen: Wie viel Leid kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird?

"Krähenmädchen" (Band 1 der Victoria-Bergman-Trilogie) ist im Juli 2014 erschienen.
"Narbenkind" (Band 2 der Victoria-Bergman-Trilogie) ist im September 2014 erschienen.
"Schattenschrei" (Band 3 der Victoria-Bergman-Trilogie) ist im November 2014 erschienen. 

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Inhalt:

Im Vordergrund dieses Buches stehen drei eigentlich völlig unterschiedliche Hauptfiguren, die jedoch ein gemeinsames Problem haben, sie fühlen sich in ihrem gescheitert und sogar gefangen. 
Da haben wir zu meinen die Jeanette Kihlberg, Kommissarin in Stockholm, die den Fall eines misshandelten Jungen untersucht und dabei einfach nicht vorankommt. Ihr Privatleben liegt in einem Scherbenhaufen, was ihre Gefühlswelt nur noch mehr zerrüttet. Die zweite Frau im Bunde ist Sofia Zetterlund, die sich auf multiple Persönlichkeiten spezialisiert hat. Aber auch ihr Leben läuft alles andere als rosig. Besonders ein Fall macht ihr zu schaffen. Und somit trifft man bereits auf die dritte und spannendste Figur in dem Bund Victoria Bergmann. Durch Rückblenden erfährt man nach und nach ihre schreckliche, zum Teil echt verstörende Geschichte. Der einzig wirklich spannende Teil des Buches. Während die anderen Personen eher blass wirken und besonders Jeanette einem eigentlich völlig egal ist, was bei einer Hauptfigur niemals akzeptabel ist, ist ihre Vergangenheit wirklich spannend. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, doch es ist, im Gegensatz zu den anderen beiden Frauen, hier wirklich gelungen eine interessante Figur zu entwickeln.
Der Schreibstil ist eher schwierig. Obwohl er relativ leicht zu lesen ist, schafft er es in keinster Weise Spannung aufzubauen. Die Autoren haben zwar eine gewisse Atmosphäre aufbauen können, die Geschichte selbst tröpfelt jedoch nur vor sich hin.
Durch den Schreibstil wird darüber hinaus immer eine gewisse Distanz zu den Personen gewahrt, ein Grund, dass man nicht wirklich mit ihnen warm wird und sich in sie hineinversetzen kann. So interessiert es auch eher weniger, wie Jeanette oder Sofia leiden und manches Mal habe ich sogar die Augen über ihre Handlungen verdreht. Das ist leider schade, denn die Geschichte an sich hätte sicherlich Potential gehabt. Die Autoren haben es nämlich trotz allem geschafft ein großartiges Bild einer kaputten Seele zu zeichnen. Wie es geschehen kann, dass ein unschuldiges Kind durch langer seelischer und körperlicher Folter zu so etwas wie ein Monster werden kann. Dies ist den Autoren wirklich gut gelungen.
Leider schafft dies nicht mit über die wirklich langweilige Geschichte, besonders für den Auftakt einer Trilogie, hinweg.
Das Ende, ohne zu viel zu verraten ist leicht vorherzusehen und wirklich keine große Überraschung. Schon während des Buches wird für erfahrene Thrillerleser schnell klar, worauf die Handlungsstränge hinauslaufen werden.

Fazit:

Vielleicht liegt es daran, dass ich mit skandinavischen Thriller (Ein anderen habe ich ebenfalls mit großen Problemen soeben beendet) einfach nicht warm werde, aber ich hatte wirkliche Probleme damit. Das Buch schaffte es einfach zu keiner Zeit mich zu packen oder zu faszinieren. Die Grundidee ist wirklich gelungen, jedoch scheiterte es in meinen Augen an der Umsetzung, weshalb ich auch nicht die übrigen Bände lesen werde. 

 Copyright © Julia

 

Donnerstag, 8. Januar 2015

Passagier 23


Sebastian Fitzek
432 Seiten
Droemer HC (30. Oktober 2014)

Beschreibung:


Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund zwanzig Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam Jemand zurück. Bis jetzt ...
Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler.
Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm… - Amazon






Inhalt:


Bereits der Prolog beginnt gewohnt spannend und wirft einige Fragen auf, mit denen sich der Leser jedoch einige Zeit rumschlagen muss. 
Auch der restliche Teil des Romans ist packend und atemraubend. Sebastian Fitzek erschafft mit intelligenten Verstrickungen, einer packenden Story und außergewöhnlichen Protagonisten einen großartigen Thriller. Dabei gelingt es ihm unterschiedliche Handlungsstränge aufzubauen, diesen nebeneinander her laufen zu lassen, ohne dass dabei zu irgendeinem Zeitpunkt die Spannung verloren geht. Natürlich verbinden sich die verschiedenen Fäden am Ende zu einem dichten Knäuel, nur um dann wieder eine völlige Kehrtwende zu machen. 
Es wäre sonst schließlich kein Roman von Sebastian Fitzek. 

Für diesen Roman hatte er sehr viel recherchiert, da er nicht nur die Abläufe, Gerätschaften und Hierarchien detailliert beschreibt, sondern sich darüber hinaus hier auch mit einem durchaus realen Thema beschäftigt hat. Jedes Jahr verschwinden auf Kreuzfahrten zwei Dutzend Menschen, da Kreuzfahrtschiffe nicht nur beliebt bei Urlaubern sind, sondern auch bei Kleinkriminellen, Dieben, Selbstmördern oder eben auch bei Mördern. Nirgendwo kann man so gut Leichen entsorgen wie im großen, weiten Ozean und da ein Schiff ein beinahe rechtsfreier Raum ist und jeder Vermisste ein Minus in der Quote ist, werden diese Verschwinden oft unter den Teppich gekehrt.

Genauso geschah es auch bei Martin Schwarz, der im Mittelpunkt dieser Geschichte steht und dessen Frau sich und den gemeinsamen Sohn bei einer Kreuzfahrt angeblich ins Meer gestürzt hatte. Wie die meisten von Fitzeks Protagonisten ist auch Martin alles andere als ein normaler, gesunder Mensch. Seit dem Tod seiner Familie begibt er sich von einer lebensgefährliche Situation in die nächste, ohne Rücksicht auf seinen eigenen Körper zu nehmen. Viele meinen sicher, dass dies völlig unrealistische und unmenschliche Taten sind, wenn man jedoch seinen Hintergrund bedenkt, finde ich dies alles andere als unlogisch. Nach dem Tod seiner geliebten Familie, machen andere Menschen noch viel schrecklichere Dinge. Ich finde Martin ist eine erschreckend kranke Person, doch genau aus diesem Grund ist er die perfekte Hauptfigur für einen Thriller dieser Art. 

Obwohl man dieses Buch in gewisser Weise schon als Ein-Mann-Show bezeichnen könnte, finden sich hier auch andere durchaus starke Figuren. So erleben wir immer wieder das Martyrium einer Frau mit, die von einem scheinbar Wahnsinnigen festgehalten und gequält wird. Außerdem befinden sich auf dem Schiff auch ein kleines völlig verstörtes Mädchen, eine alte Dame, die ihre Nase in Dinge hineinsteckt, die sie nichts angehen, eine Mutter, die sich schreckliche Sorgen um ihre Tochter macht, ein Kapitän der einiges zu verbergen hat und ein Dieb, der plötzlich eine Menge Ärger bekommt. Auch wenn, mir persönlich kaum ein Name in Erinnerung geblieben ist (aber ich bin auch echt schlecht mit Namen) wirken die Person jedoch alle glaubhaft und gut nachvollziehbar. Niemand handelt merkwürdig oder unverständlich. Jedoch bleibt keine Figur so gut im Gedächtnis wie Martin selbst.

Zu Fitzeks Schreibstil muss ich wohl nicht mehr viel sagen, da dies schließlich nicht meine erste Rezension von ihm ist. Dieses Buch ist in einer gewohnt flüssigen, gut zu lesenden Art geschrieben, die einerseits Spannung aufbaut und andererseits einen guten Lesefluss gewährleistet. Eine gute Mischung also, um auch definitiv seine Haltestelle zu verpassen.


Fazit:


Man könnte mir vielleicht vorwerfen, dass ich, da Sebastian Fitzek einfach mein liebster deutscher Autor ist, parteiisch an diesen Buch herangegangen bin. Vielleicht ist dies auch zum Teil die Wahrheit, dennoch finde ich, dass dies einer der spannenden Thriller ist, die ich jemals in den Händen gehalten hatte. Nach Der Nachtwandler einer der wenigen Romane von Fitzek war ich, obwohl ich Noah ebenfalls brillant finde, durchaus skeptisch was diesen betraf. Diese war jedoch unbegründet. Ab der ersten Seite hat mich dieses Buch mitgerissen. Ich bin absolut begeistert von dem Aufbau der Geschichte, von den Wendungen und besonders dem sehr außergewöhnlichen Ende. Ein besonderes Highlight versteckt sich außerdem in diesem Buch. Ein kleines Rätsel, das nur in Verbindung mit dem Lesezeichen gelöst werden kann.



Als Sebastian Fitzek für eine Lesung in Hamburg war, habe ich mir es natürlich nicht nehmen lassen, ihn selbst einmal kennen zu lernen und mein Exemplar signieren zu lassen. 

Während der Lesung hat er die meiste Zeit eigentlich geredet und von seinen eigenen Kreuzfahrterlebnissen gesprochen. Er ist wirklich ein fantastischer Unterhalter und jeder, der seine Bücher mochte, sollte sich auch einen Live-Auftritt nicht entgehen lassen.





                                                                                                   Copyright © Julia

Freitag, 4. April 2014

Nr. 13



Laura Wulff  

364 Seiten 
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (10. Februar 2014)

Beschreibung:

 

Daniels Magen krampfte sich zusammen, je näher er dem Eingang des Ritualbads kam. Er empfand keinen Spaß daran, blutbesudelte Tatorte aufzusuchen, Leichen zu betrachten und Morde en détail zu rekonstruieren. Es stimmte, dass er seinen Beruf mit Leidenschaft ausübte, aber es ging ihm einzig um Gerechtigkeit.

„Er trug die Kutte eines Mönchs.“ So beschreibt eine verwirrte alte Frau den Mörder, den sie in der gegenüberliegenden Wohneinrichtung für rehabilitierte Sexualstraftäter beobachtet haben will. Nur mit dieser Aussage kann der Kölner Kriminalkommissar Daniel Zucker – nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt, nun aber wieder im Dienst – nicht mit den Ermittlungen anfangen, ohne einen Eklat zu verursachen. Darum wird Daniels Frau Marie beauftragt, ein Phantombild des Mörders zu erstellen. So stößt sie auf beunruhigende Hinweise: Hat ihr eigener Chef eine dunkle Seite, von der niemand etwas ahnt? Währenddessen beschließt Maries 19-jähriger Cousin, Daniel bei der Suche nach der Wahrheit zu helfen – und bringt sich damit in größte Gefahr…

Ein mysteriöser Mord, ein Haus voller Verurteilter und ein Alptraum, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint: der neue Fall für die Zuckers!

Jetzt als eBook: „Nr. 13“ von Laura Wulff. dotbooks – der eBook-Verlag.

Inhalt:

 

Ich fange diesmal mit der Geschichte an, da dies zu den wenigen Dingen gehört die mir an diesem Buch wirklich gut gefallen haben. Diese war vielschichtig und spannend, besonders zum Ende hin. Die Autorin spricht hier ein Thema an, das selten beleuchtet wird. Dies geschieht auf eine sehr brutale, offene Weise, weshalb bereits der Prolog wohl einige Leser abschrecken könnte. Der Aufbau der Geschichte sind wie kleine Puzzleteile, die zusammengesetzt werden müssen. Die Story um die Bewohner im Haus Nummer 13 spitzt sich dabei auf wirklich nervenaufreibende Weise immer weiter zu und ließ gerade die letzten Seiten nur so dahinfliegen.
Auch die Nebengeschichte um Maries Chef war, obwohl sie deutlich durchschaubarer war, doch irgendwie interessant und sehr nachdenklich stimmend.
Nun zu den Figuren. Die Hauptfigur ist der ehemalige Polizist Daniel Zucker, der nach einem Freizeitunfall im Rollstuhl sitzt und versucht dennoch weiterhin als Polizist zu arbeiten. Tja Daniel, mein persönlicher Knackpunkt in diesem Buch. Er ist ein richtiger Kerl, obwohl er im Rollstuhl sitzt und das wird auch oft betont. Sehr oft! Es gab selten eine Hauptfigur, die mich so aufgeregt hatte (Ich erinnere mich nur an Ana aus Shades of Grey und das Buch habe ich nach 100 Seiten weggelegt) Er ist einfach unglaublich unsympathisch, ein richtiger Macho und ein Egoist, der darüber hinaus auch noch sehr viele Vorurteile hat. Marie verschwindet neben ihm beinahe, so winzig ist ihre tatsächliche Rolle. Doch ihre Auftritte sind ein angenehmer Kontrast zu denen ihres Mannes. Sie ist eine sympathische Figur, weshalb ich mir gewünscht hätte, das sie eine größere Rolle bekommt. Am besten jedoch hat mir Ben gefallen. Er ist die interessanteste Person und durchlebt in diesem Buch eine starke Veränderung, was mir sehr gut gefallen hat. Gerade zum Ende hin wurde er für mich zum Stärksten Charakter.
Der Schreibstil war generell nicht schlecht. Die Autorin hat die Geschichte spannend und gut lesbar geschrieben. Sie war sehr eingängig und die Seiten flogen nur so dahin. Wäre ich jedoch der Lektor gewesen, ich hätte viel häufiger den Rotstift zur Hand genommen. So wird auf jeder (!) Seite erwähnt, dass Daniel im Rollstuhl sitzt. Und damit meine ich nicht subtil, was natürlich dazu gehört, da er ja im Rollstuhl sitzt, sondern wirklich wortwörtlich. Das war ungefähr genauso nervig wie der ,,Freizeitunfall“, der fast ebenso häufig erwähnt wurde. Dabei wird nie gesagt, was genau dieser Unfall war, sondern nur die Bezeichnungen ,,Freizeitunfall“ oder ,,Sportunfall“. Das hat mich irgendwann so genervt, dass ich das Buch sogar weglegen wollte, da es dieses wirklich herunter zieht, was sehr schade ist, da die Geschichte sonst wirklich spannend ist. 
 

Fazit:

 

Dies ist ein solider Thriller, der ein verstörendes und zugleich spannendes Thema beleuchtet und dabei auch nicht die unschönen Details ausblendet. 
Wer ein Krimiliebhaber ist, wirklich gut unterhalten werden möchte und die Wiederholungen und kleinen Makel überlesen kann, dem kann ich dieses Buch wirklich nur empfehlen. Wer sich jedoch, wie ich, bereits an Kleinigkeiten stört, der sollte sich einen schwarzen Stift zum Schwärzen daneben legen.

Ich möchte mich bei Mira Taschenbücher und bei bloggdeinbuch.de für dieses Rezensionsexemplar bedanken, dass mich doch zum Nachdenken angeregt hat. 
Falls ihr Lust auf diesen Thriller bekommen habt, dann könnt ihr ihn hier bestellen.

  Copyright © Julia

Montag, 31. März 2014

Der Hof

Simon Beckett 

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten 
Verlag: Wunderlich (1. Februar 2014)

Beschreibung: 

 

Ein abgelegener, heruntergekommener Hof in Südfrankreich. Es ist brütend heiß. Fliegen um schwirren die grunzenden, halbwilden Schweine, die im Dreck nach Futter stöbern. In der baufälligen Scheune liegt der junge Engländer Sean mit einem zerfetzten Fuß. Auf der Flucht vor der Polizei ist er in eine rostige Eisenfalle getreten, aufgestellt von Arnaud, dem Besitzer des Hofs, einem Eigenbrötler, der keine Fremden auf seinem Besitz duldet. Sean darf dennoch bleiben – wenn er mithilft, die maroden alten Wände neu zu mauern. Er nimmt das Angebot an, denn eine Rückkehr nach England kann er nicht riskieren – und auch wegen Arnauds Tochter Mathilde, die ihn so hingebungsvoll pflegt. Aber deren verführerische kleine Schwester ist völlig unberechenbar, ebenso wie der tyrannische Arnaud. Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht, und Sean will es herausfinden. Doch die Arnauds haben ihre Geheimnisse, und der Alte setzt alles daran, dass sie niemals ans Licht kommen … Amazon

Inhalt:

 

Dieses Buch erzählt die Geschichte von Sean, der in alle Falle tritt und dadurch auf den abgeschiedenen Hof in Südfrankreich landet, auf dem es eindeutig nicht mit rechten Dingen zu geht. 
Sean ist nur ein Name. Selten habe ich einen so flachen, nichtssagenden Charakter gesehen. Man wird nie mit ihm warm oder kann sich auch nur annähernd mit ihm identifizieren. Er bleibt während des ganzen Buches nur ein Name. Eine leere Hülle ohne Bedeutung. Die anderen Figuren haben dagegen mehr Tiefe. Besonders zum Ende hin offenbaren diese ihr volles Potenzial. Vor allem Mathilda hat mir sehr gut gefallen. Sie ist ein starker Charakter, wohl die stärkste Person im ganzen Buch. Sie bildete einen spannenden Kontrast zu Seans Persönlichkeit. 
Die Handlung ist noch schneller erzählt, denn eigentlich passiert während des ganzen Buches nichts. Es werden nur Seans langsamer Heilungsprozess und die Landschaft beschrieben. Das einzig interessante während der eintönigen Beschreibung des monotonen Tagesablaufs ist die von Seite zu Seite sich zuspitzende Darstellung der Beziehungen der einzelnen Figuren. Selbst die spannenden Momente und Höhepunkte lösen sich aber sehr schnell wieder auf und hinterlassen einen fahlen Beigeschmack.
Der Schreibstil ist gewohnt gut und Simon Beckett schafft es eine unglaublich eindrucksvolle Atmosphäre zu schaffen. Dies ist wohl der einzige Pluspunkt für diesen Roman. Er schafft es die Einsamkeit dieses Hofes zwischen den Seiten zum Leben zu erwecken und den Leser auf diesen zu entführen. Besonders die Beschreibungen der Sonnenuntergänge sind so gut getroffen, dass man ihn beinahe vor sich sehen kann. Nur dies hat mich dazu bewogen, dass Buch nicht weg zu legen, obwohl ich einige Male tatsächlich kurz davor stand.
Das Ende war weniger überraschend und schockiert, als der Autor wahrscheinlich geplant hatte. Ich selbst war sogar richtig enttäuscht von der Auflösung. 
 

Fazit:

 

Ich habe dieses Buch gekauft, da ich ein großer Fan von Simon Beckett bin und seine David Hunter Reihe wirklich liebe. Wichtig ist schon vorher zu wissen, dass dies kein Thriller ist. Es ist zu keiner Zeit wirklich spannend oder nervenaufreibend. Auch das Ende ist wenig überraschend. Atmosphärisch ist dieses Buch wirklich gelungen und wer solche Bücher zu schätzen weiß, für den ist es sicher ein guter Kauf, doch mich konnte es wirklich nicht fesseln und ich war froh, als ich es dann tatsächlich zu Ende gelesen hatte. 

  Copyright © Julia

 

Donnerstag, 13. März 2014

Noah

 
Sebastian Fitzek 
560 Seiten
Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover); 
Auflage: Aufl. 2013 (20. Dezember 2013)


Beschreibung:

Er weiß nicht, wie er heißt. Er hat keine Ahnung, wo er herkommt. Er kann sich nicht erinnern, wie er nach Berlin kam, und seit wann er hier auf der Straße lebt. Die Obdachlosen, mit denen er umherzieht, nennen ihn Noah, weil dieser Name tätowiert auf der Innenseite seiner Handfläche steht. Noahs Suche nach seiner Herkunft wird zu einer Tour de force. Für ihn und die gesamte Menschheit. Denn er ist das wesentliche Element in einer Verschwörung, die das Leben aller Menschen auf dem Planeten gefährdet und schon zehntausende Opfer gefunden hat.- Amazon

Inhalt:

Dieses Buch hat zwei Ebenen, die zuerst keine Verbindung zu haben scheinen. So spielt ein Teil in dem größten Slum Manilas und erzählt die Geschichte einer Mutter, die alles daran setzt ihre Kinder vor Hunger und dem sicheren Tod zu bewahren. Auf der anderen Seite handelt die Geschichte von einem Mann, der als Obdachloser durch Berlin irrt, ohne Erinnerung an sein früheres Leben. Um diese beiden großen Teile abzurunden dienen die verschiedenen Perspektiven der anderen Nebencharaktere, welche die Geschichten in einen größeren Zusammenhang setzen.
Die Hauptgeschichte wird aus Noahs Sicht erzählt. Der Protagonist, der sich an nichts erinnern kann, nicht einmal an seinen eigenen Namen ist ein friedliebender, ruhiger Mann, der ein fast schon übergroßes Moralempfinden hat. Bereits auf den ersten Seiten wirkt er so sympathisch, dass es nicht nur ihn überrascht, dass er ein herausragend guter Schütze, Kämpfer und Assassine ist, der sich mit einem Mal im Zentrum des Interesses dubioser Organisationen sieht und durch ganz Europa gejagt wird. Auf seinem Weg trifft er den freundlichen, etwas verrückten aber sehr liebenswerten Obdachlosen Oscar, der Noah immer zur Seite steht, jedoch auch dunkle Geheimnisse vor ihm verbirgt. Besonders gefallen hat mir aber Altmann, ein Auftragsmörder, der so typisch deutsch ist, dass es beinahe schon wie eine Karikatur wirkt. So lebt er auch nach dem wohlbekannten Leitspruch: ,,Viel hilft viel!“
Der Schreibstil ist, wie für Fitzek üblich, einfach grandios. Es lässt sich leicht lesen und ist spannend, bis hin zu nervenaufreibend. Wie auch bei seinen Thrillern wird man hier von Seite zu Seite mitgerissen. Dazu passt auch die sich immer weiter zuspitzende Geschichte. Außerdem will man natürlich auch herausfinden, was Noahs Geheimnis ist, wodurch sich das, für Fitzek Verhältnisse eher dicke Buch, sehr schnell durchlesen lässt. Nicht nur die Dicke ist untypisch für einen Roman Fitzeks, sondern auch der Aufbau der Geschichte. Ist man von Fitzek doch eher grausige Thriller gewohnt, die am Ende immer eine Wendung haben, die für den Leser unerwartet kommt, so muss sich der Protagonist hier mit Geheimgesellschaften, dubiosen Organisationen und Geheimagenten herumschlagen. Außerdem schlägt Sebastian Fitzek in diesem Buch ungewohnt ernste und nachdenkliche Töne an. Natürlich kann der Autor hier auch nicht aus seiner haut, weshalb man sich auf die eine oder andere Wendung gefasst machen sollte.
Noah bringt den Leser zum Nachdenken über seine eigenen Gewohnheiten. Ähnlich wie in Dan Browns letzten Roman Inferno dreht sich auch hier alles um die Überbevölkerung und die Probleme die dadurch verursacht werden, weshalb man die beiden Romane gut miteinander vergleichen kann. Jedoch hat Fitzek hier einen deutlich besseres Ansatz gefunden und dieses Problem besser auf den Punkt gebracht. Des weiteren ist Noah eine vielschichtiger und interessantere Person als Robert Langdon. Auch das Ende hat mir hier deutlich besser gefallen, als bei Dan Browns Roman und hat eine Moral am Ende die einem einfach ans Herz geht und zum nachdenken bringt. 
Der Leser beginnt sein eigenes (Konsum-)Verhaltens zu hinterfragen:

Wie kann ein Hamburger nur einen Euro kosten, obwohl er aus einem lebenden Tier gemacht wird?  
Wo kann ich noch mit guten gewissen Kleidung kaufen?
Brauche ich wirklich alle zwei Jahre ein neues Handy?
Muss ich jeden Tag duschen oder baden? 
Warum werden so viele Lebensmittel weggeworfen?
Kann ein Einzelner überhaupt irgendetwas ändern?
Wie kann man all das hinnehmen, wenn man doch genau weiß, woher es kommt und was es für Folgen für die Menschheit und die Welt hat?

Fazit:

Dies ist ein völlig anderes und neuartiges Werk von Sebastian Fitzek, aber hat mich genauso begeistert wie die meisten seiner anderen Bücher. Besonders nach dem Ende des Nachtwandlers, von dem ich alles andere als begeistert war, hat mich dieses wirklich in seinen Bann gezogen. Die Story war spannend, die Geschichte durchdacht, gut recherchiert und mit Fakten gespickt und das Thema hat sehr nachdenklich gestimmt. Wieder mal ein Fitzek den ich gerne weiterempfehle. 

  Copyright © Julia

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Das Labyrinth erwacht

Rainer Wekwerth 
407 Seiten
Arena (Januar 2013)



Das Labyrinth. Es denkt. Es ist bösartig.
Sieben Jugendliche werden durch Raum und Zeit versetzt.
Sie wissen nicht mehr, wer sie einmal waren.
Aber das Labyrinth kennt sie.
Jagt sie.
Es gibt nur eine einzige Botschaft an jeden von ihnen:

Du hast zweiundsiebzig Stunden Zeit das nächste Tor zu erreichen oder du stirbst.
Problem Nummer Eins, es gibt nur sechs Tore.
Problem Nummer Zwei, ihr seid nicht allein.



Beschreibung:

 

Jenna erwacht nackt auf einer fremden Ebene, ohne Erinnerung. Vor ihr steht ein junge, ungefähr in ihrem Alter, der ihr erklärt, dass sie sich beeilen soll, da sie die anderen finden müssen. Insgesamt sind es nämlich sieben völlig unterschiedliche Jugendliche, die sich alle ohne Erinnerung an ihr früheres Leben in dieser fremden Welt wieder finden.
Ihr Ziel ist es, die Tore zu erreichen, die sie aus dieser Welt entkommen lassen. Doch erfahren sie auch, dass es nur sechs Tore gibt und das hinter diesen eine neue Welt wartet, in der es jedoch nur noch fünf Tore gibt usw. Nur einer kann es endgültig herausschaffen, die anderen müssen sterben. Schnell bilden sich Feindschaften und Allianzen, doch nicht alle spielen fair.
So bahnen sie sich gemeinsam ihren Weg durch die fremde Welt, immer mit dem wissen, dass die Zeit läuft, einer zurückbleiben muss und etwas sie verfolgt, nur mit dem Verlangen sie zu töten. Währenddessen versuchen sie auch noch herauszufinden, wer sie wirklich sind und was sie getan haben, um hier her zu gelangen. Dann plötzlich verstaucht Jenna sich den Knöchel und kann nicht mehr weiter gehen.


Inhalt:

 

Obwohl hier die Sicht einer jeden Person dargestellt wird, beginnt man jedoch schnell seine Lieblinge herauszufiltern.
So sind vor allem der Anführer Jeb, der diese Aufgabe gar nicht will und die freundliche, besonne Jenna besonders sympathisch, auch da sich zwischen ihnen eine zarte Liebesgeschichte entwickelt, welche die Geschichte maßgeblich beeinflusst. Dagegen wirkt Kathy und das soll sie auch, besonders unsympathisch. Manchmal ist dies, meiner Meinung nach, sogar etwas zu heftig dargestellt. Man soll sie regelrecht hassen und ich mag es nicht, wenn ein Autor mir meine Gefühle so klar diktieren will.
León wirkt kämpferisch, kaltherzig und aufrührerisch, ist aber ein treuer und stolzer Freund, der seine Gefährten nicht einfach zurücklässt. Mary ist die zurückhaltende, die nicht wirklich mit der Gruppe mithalten kann, weshalb die Mitglieder und der Leser selbst ein gewissen Beschützerinstinkt ihr gegenüber entwickelt. Ähnlich ist es bei Tian, der, im Gegensatz zu Mary, aber häufiger jammert und ein Spielball zwischen ihnen wird. Der letzte in der Gruppe ist der ruhige, aber unglaublich freundliche und sympathische Mischa, hinter dem mehr steckt, als man zuerst vermuten würde. Alle Charaktere, Kathy ausgenommen, waren gut dargestellt und nicht überzeichnet. Sie haben alle positive und negative Eigenschaften und man lernt einige wirklich zu lieben, umso trauriger ist der Umstand, dass man weiß, dass man sie mit der Zeit verlieren wird. Man fühlt sich in sie hinein und fragt sich, was sie getan haben mussten, eine solche Strafe zu verdienen.

Die Geschichte beginnt bereits unglaublich spannend, dadurch, dass man genauso wie die Figuren vollkommen ohne Informationen dasteht. Hier kommen mehrere Komponenten zusammen, die dies zu einem temporeichen Thriller machen, der in keinem Moment langweilig wird. Zum einen, ist das die fremde Welt selbst, (die erste ist eine Steppe der an einen Wald angrenzt, die zweite ist eine Schneestadt) bei der man sich fragt, wo sich diese befindet und was wohl dort geschehen ist. Die zweite Komponente ist der Gedächtnisverlust und die wenigen Erinnerungsstücke die mit der Zeit wieder auftauchen. So erfährt man etwas über ihre Vergangenheit, jedoch werfen diese meist noch mehr Fragen auf. Dann werden sie von komischen Wesen gejagt, die keine richtige Form zu haben scheinen und nichts anderes im Sinn haben, als sie zu töten. Dazu kommt noch die Sache mit der ablaufenden Zeit und den Toren, von denen es immer eines zu wenig gibt. All dies verbindet der Autor so grandios, dass man regelrecht gefesselt ist und einfach nicht anders kann, als die nächste Seite zu lesen.

Der Schreibstil ist einfach, spannend und gut verständlich. Man merkt, dass es sich hier um einen deutschen Autor handelt, was aber keinerlei Kritik bedeutet. Er hat es geschafft, die Liebesgeschichte zwischen Jeb und Jenna auf einige Blicke und wenige Worte auf wunderschöne Weise zu beschreiben, so wie die Veränderung bei León darzustellen ( Was ich damit meine sage ich nicht, da müsst ihr das Buch schon lesen) ohne das es zu kitschig oder gestellt rüber kommt. Das Buch endet, ziemlich gemein, mit einem üblen Cliffhanger und ich schleiche schon um den zweiten Band herum, der bereits in meinem Regal steht, da ich nicht weiß, wie ich sonst die zeit bis zum dritten Band überstehen soll.


Fazit:

 

Meine Mutter hatte mir dieses Buch in die Hand gedrückt und gesagt, das musst du lesen!!
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich jedoch schon, dass es sich um eine Reihe handelte, welche ich eigentlich aus Prinzip schon umgehen möchte. 
Ich wurde bis jetzt von jeder (!) Reihe (Besonders, wenn es sich um drei Teile handelt) enttäuscht. Dies gilt besonders für Dystopien. (Zuletzt: Panem, Die Auswahl...) Dennoch habe ich es zur Hand genommen und habe das Buch innerhalb eines Tages verschlungen. Ich liebe das Thema, das Unwissen und den Thrilleraspekt. Mir hat an diesem Buch einfach alles gefallen und ich könnte wirklich keinen Kritikpunkt finden. Umso ängstlicher bin ich auf Band 2 eingestellt, da dieser Teil doch der ist, der mich bis jetzt immer enttäuschtw. Nun wir werden sehen. Ich werde den zweiten Band demnächst in Angriff nehmen und euch dann davon berichten.

Dieses Buch jedoch sollte man unbedingt gelesen haben!


Was haltet ihr von Dystopien? Welche mochtet ihr und welche gar nicht? 
  

Copyright © Julia

Mittwoch, 6. November 2013

Fünf


Ursula Poznanski
 384 Seiten
  rororo


Beschreibung: 

 

Eine Frau liegt tot auf einer Kuhweide. Ermordet. Auf ihren Fußsohlen: eintätowierte Koordinaten. An der bezeichneten Stelle wartet ein grausiger Fund: eine Hand, in Plastikfolie eingeschweißt, und ein Rätsel, dessen Lösung zu einer Box mit einem weiteren abgetrennten Körperteil führt. In einer besonders perfiden Form des Geocachings, der modernen Schnitzeljagd per GPS, jagt ein Mörder das Salzburger Ermittlerduo Beatrice Kaspary und Florin Wenninger von einem Leichenteil zum nächsten. Jeder Zeuge, den sie vernehmen, wird kurz darauf getötet, und die Morde geschehen immer schneller. Den Ermittlern läuft die Zeit davon, sie ahnen, dass erst die letzte Station ihrer Rätselreise das entscheidende Puzzleteil zutage fördern wird ...(Amazon)

Inhalt:

 

Die Idee Geochaching, eine moderne Form der Schnitzeljagd mit Morden zu verbinden, um daraus ein Thriller zu machen klingt ja schon im Vorfeld sehr spannend. Wenn dann Ursula Poznanski, die mich mit Erebos und Saeculum vollkommen begeistert hatte, auch noch in die Tasten gehauen hat, dann kann dies doch nur ein großartiger Thriller werden.
Der Einstieg in das Buch ist auch relativ einfach, der Schreibstil ist angenehm zu lesen und spannend gleichermaßen, wie man es von dieser Autorin gewohnt ist. Auch die Hauptpersonen Beatrice und Florin sind interessant dargestellt. Vor allem mit Beatrice kann der Leser sich gut auseinander setzten. Nicht immer kann man ihre Handlungen nachvollziehen und oft schüttelt man über ihr Verhalten den Kopf, besonders im Umgang mit ihrem Exmann, doch das macht sie eigentlich nur interessanter und menschlicher.
Eigentlich hat dieses Buch nur eine Schwachstelle, die leider sehr schwer wiegt. Die Geschichte, die wirklich sehr spannend beginnt, fällt irgendwann in ein Abgrund der Langeweile. So fesselnd der Beginn war, so langweilig wird es ab der Mitte. Man findet die einzelnen Verbindungen lange vor der Ermittlerin und auch wer der Täter ist, wird einem klar, bevor es Beatrice erkennt.
Umso belustigender sind Aussagen wie: Du bist die beste Ermittlerin. Du findest Verbindungen vor allen anderen.  
Das Ende kam dann wenig überraschend und genauso wie erwartet, genauso wie das Motiv des Täters.
Dies fand ich besonders schade, da die Idee wirklich etwas einzigartiges war und man daraus noch viel mehr hätte machen können.

Falls jemand von euch jetzt denkt, dass ich zu kritisch sei, ja das bin ich. Ich bin ein großer Fan von Thrillern und dementsprechend habe ich bereits hohe Erwartungen an diese, die leider nicht immer zu meiner Befriedigung erfüllt werden. ;) 


Fazit:

 

Eine wirklich gute Idee, die mich leider zum Ende hin enttäuschte. Für echte Thrillerfans, die auch schon einige gelesen haben, ist dieser leider auf Dauer ermüdend. Für all jene, die sich noch nicht so in der Materie bewegen und gerne einmal einen Thriller lesen wollen, ist dieser allerdings doch zu empfehlen. Ich habe dadurch viel über Geocaching (oder wie ich es, zum Leidwesen meiner Mitmenschen ausspreche: Geocouching) gelernt, da es doch einen intensiven und interessanten Einblick.  

 Copyright © Julia

Freitag, 4. Oktober 2013

Boy Nobody

„Man teilt mir eine Aufgabe zu. Ich brauche nicht zu denken. Ich habe zu handeln.“ 

 


Gebundene Ausgabe: 336 Seiten 
Verlag: bloomoon Verlag; Auflage: 1 (3. September 2013)
Sprache: Deutsch

 

Beschreibung:

Mit 12 Jahren wurde er rekrutiert, um tödliche Missionen zu „erledigen”.
Mit 16 ist BOY NOBODY einer der Besten.
Weil er keine Fehler macht. Weil er eiskalt ist. Weil er seine Zielobjekte schnell und effektiv aus dem Weg räumt.
Seine aktuelle Mission ändert jedoch alles: Denn die Zielperson ist ganz und gar nicht, was sie scheint. Und sie kommt ihm gefährlich nahe. Zu nahe. Aber BOY NOBODY wird auch diesen Auftrag erfolgreich zu Ende bringen. Weil er einer der Besten ist. Weil er keine Fehler macht. Weil er eiskalt ist. Oder etwa nicht …? - Amazon



Inhalt:

Bereits das Cover und der Klappentext lassen auf einen hochspannenden Jugendthriller schließen in dem es heiß her geht und die Seiten dazwischen bestätigen den ersten Eindruck nur.
Boy Nobody ist ein jugendlicher Auftragskiller und genau so wird man an ihn herangeführt. Man lernt als erstes sein schauspielerisches Talent und seine Kaltblütigkeit kennen. Dies und die dazu passende abgehackte Schreibweise lassen ihn auf Anhieb unsympathisch wirken.
Wie soll man einen Auftragskiller der sich erst bei seinen Opfern einschleimt und sie dann hintergeht auch mögen?
Erst als er den einen Auftrag beendet hatte und auf einen nächsten von ,,Vater“ und ,,Mutter“, wie sich seine Auftraggeber selbst nennen, wartet, stellt der Leser fest, dass er doch kein gnadenloser Killer ist, sondern trotz allem ein 16-jähriger Junge. Genau dieses Dilemma schafft der Autor perfekt umzusetzten. Man kann sich in den Jungen hineinversetzten, kann verstehen warum er das tut, was er gerade tut. Man versteht seine Zweifel und seinen Schmerz genauso wie seine Hoffnungen und Ängste. Dieser Protagonist ist wirklich herausragend gut dargestellt und alleine um seine Entwicklung zu erleben, ist dieses Buch schon lesenswert.
Aber auch die anderen Figuren sind großartig und vielschichtig dargestellt. Zum einen ist da Sam, die Tochter des Bürgermeisters von New York, welcher das nächste Opfer darstellt. Sie ist hitzköpfig, schlagfertig, misstraut jedem und die erste Person zu der sich ,,Ben“, sein Pseudonym für diesen Auftrag wirklich verliebt. Ein Gegenpol dazu bildet ,,Mike“, der ,,Ben“ damals rekrutiert hat und in das Programm gebracht hat und den er zu tiefst hasst.
Diese spannenden Figuren wurden in eine hochdramatische Geschichte verpackt ohne dabei auf die üblichen Klischee´s zurückgreifen zu müssen. Das Ende, über da sich hier nicht zu viel verraten möchte, kommt überraschend. Egal wie oft man in diesem Buch denkt, so wird es enden, auf das wahre Ende ist man nicht vorbereitet.

Fazit:

Dieses Jugendbuch hat mich wirklich überrascht. Obwohl der Markt gerade überschwemmt wird von Jugendthrillern, habe ich noch keines gelesen das mir so gut gefallen hatte. Zwar habe ich mich zu Anfang etwas an der abgehackten Sprache schwer getan, doch es passt zum Buch und als ich mich daran gewöhnt hatte, war ich wirklich begeistert.
Wie bereits erwähnt, hat mich vor allem das Ende restlos überzeugt und mit der Frage zurückgelassen:
Wie weit darfst du gehen, um andere Menschen zu retten? Beziehungsweise, wie weit ist der Tod einer Person gerechtfertigt, wenn man viele deswegen retten kann?


Ich freue mich auf eure Antworten ;)


Ich danke dem bloomoon Verlag und bloggdeinbuch.de für diesen spannenden Thriller, wenn es euch nach dieser Rezension in den Fingern juckt, dieses grandiose Buch könnt ihr im bloomoon Verlag erwerben.



 Copyright © Julia


Freitag, 20. September 2013

Rezension: Der Sarg





Sie konnte nicht einordnen, was diese Schwärze zu bedeuten hatte. 
Aber sie war überall. Und es gab keinen Ausweg.
 
Arno Stroble
Taschenbuch: 384 Seiten 
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 6 (10. Januar 2013)

Beschreibung:

Köln wird durch eine Reihe fürchterlicher Verbrechen erschüttert. Jemand entführt mehrere Frauen und begräbt sie bei lebendigem Leib. Der Täter spielt der Polizei Hinweise zu, doch wenn ein Grab gefunden wird, ist die Frau darin bereits tot. Erstickt.

Zur gleichen Zeit hat Eva, eine erfolgreiche Geschäftsfrau Mitte 30, einen immer wiederkehrenden Traum. Sie wacht in einem Sarg auf. Gefangen, hilflos, panisch. Sie weiß nicht, wie sie in den Sarg hineingekommen ist, und später nicht mehr, wie sie ihn wieder verlassen hat. Doch irgendwann ist es vorbei, sie ist frei, liegt in ihrem Bett. Und bemerkt die Blutergüsse und Kratzspuren an Händen, Armen und Beinen …(Amazon)

Inhalt:

Die Geschichte ist sehr vielschichtig und wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, die zunächst keinen Sinn ergeben. So ermittelt der Polizist Menkhoff und seine Kollegen von der Kölner Polizei, der selbst ziemlich viele andere Dinge im Kopf hat und ernsthaft darüber nachdenkt, ob sich dieser Beruf überhaupt noch lohnt. Eva Rossbach, die zweite Protagonistin und reiche Erbin einer Firma, dagegen hat viel zu realistische Albträume, mit den, zu den Träumen passenden Verletzungen. Doch wie passt das alles zusammen und was haben Evas Träume mit den Morden an den Frauen zu tun? Wieso sind sie sich so ähnlich? Eva ist dem Wahnsinn nah, bis sie, auf anraten ihrer Freundin sich irgendwann einem Psychiater anvertraut und die Geschichte damit seinen dramatischen Lauf nimmt.
Die Personen sind alle wirklich gut beschrieben und gut durchdacht. Sie sind alle interessant und keiner von ihnen ist in irgendeiner Weise platt beschrieben.Man kann sie ohen Probleme verfolgen, denn ihre Handlungen und Gednaken ergeben immer Sinn und man kann sich dadurch sogar in sie hineinversetzten.
Die Geschichte selbst ist vom Beginn an spannend. Es gibt kaum Schwächen oder Passagen die weniger spannend sind. Man wird von dem Mord, in Evas Albträume und wieder in die Ermittlungen geworfen. Ständig mit der Frage im Kopf: Wie passt das alles zusammen?
Der Erzählstil ist sehr flüssig und lässt sich wirklich gut lesen. Der Wechsel zwischen den einzelnen Erzählperspektiven ist nicht zu krass und wirkt nie befremdlich. Mit dem Schluss setzte der Autor dann noch eins drauf und lässt den Leser verstört und mit vielen Gedanken und Fragen zurück.

Fazit:

Arno Strobel spielt hier mit der wohl größten Angst der Menschen, gefangen in einem Sarg zu sein. Auf engstem Raum eingesperrt, angekettet, so dass man sich nicht einmal herumdrehen kann. In völlige Dunkelheit gehüllt und mit dem Wissen, dass man sich niemals mehr befreien kann. Das einzige was man machen kann ist beten und auf den Tod warten. 
Ähnlich wie der Film Buried, hat auch dieses Buch mich in seinen Bann gezogen. Ein Thriller der Extraklasse und mir hat er sehr gut gefallen, so dass ich ihn in kürzester Zeit verschlungen habe. Ein muss für alle Fans von Sebastian Fitzek. 

 Copyright © Julia

Freitag, 5. Juli 2013

Untat



Klappentext:


"Wir sind nervös. Natürlich. Das wären Sie doch sicherlich auch, wenn Sie sich in wenigen Minuten einem Verbrecher anvertrauen würden. Oder?"
Wie wird man zum Verbrecher? Zwei Journalisten heuern bei Oscar, einem "bösen Buben", an und werden Augenzeugen einer Kindesentführung. Doch statt zu einer packenden Reportage entwickelt sich dieses Abenteuer zu einem Albtraum: Sind die Journalisten selbst Opfer – oder doch Täter? Ist Oscar ein Psychopath oder ein Aufschneider? Aus der vermeintlichen Distanz des Beobachters wird man hineingezogen in ein beängstigendes und brutales Geschehen.

Inhalt:

Der im ersten Moment sehr dünn erscheinende Thriller, hält einige Überraschungen für seine Leser parat. Das Erste, was einem auffällt ist die ständige Bezeichnung ,,Wir" für die Protagonisten. Die Geschichte ist eigentlich in der Ich-Perspektive verfasst, doch diese wurde hier durch das Wir ersetzt. Dadurch verschmelzen die beiden Reporter zu einer Einheit. Man erfährt nichts persönliches über sie. Weder erfährt man ihren Namen, noch wie sie aussehen. Stattdessen wird man durch ihre kühle, distanzierte Sicht immer tiefer in diesen düsteren Strudel gezogen, der einen immer mehr Fragen stellen lässt.
Oskar, der Verbrecher dagegen wird sehr deutlich beschrieben. Seine Handlungen und seine Worte lassen einem als Leser immer wieder zusammenfahren und den Kopf schütteln. Er ist, wie er sein soll, einfach widerlich und böse und man fragt sich als Leser, was die Reporter sich dabei nur gedacht haben. Mit jeder weiteren Tat, die Oskar begeht und die durch die Reporter immer wieder beschönigt und übersehen wird, werden sie tiefer mit hineingezogen. Während sich die Reporter mit Oskar in dessen Haus setzten, Chips essen, Bier trinken, Pornos sehen und vor allem Warten, verschwimmt die Realität und der Wahnsinn zu einem undurchschaubaren Chaos, das niemand mehr durchschauen kann. Als Oskar dann das kleinen Mädchen entführt, spitzt sich die Lage immer weiter zu und nicht nur der Leser fragt sich unweigerlich, ab wann man selbst zum Verbrecher wird.
Wenn ich die erste Seite begonnen habe, fragte ich mich, ob dieses Buch wirklich spannend sein konnte. Dann habe ich die 133 Seiten ohne eine einzige Pause durchgelesen. Man wird sofort durch die beiden Reporter in eine schreckliche Welt hineingezogen, die einen auch nach der letzten Seite nicht mehr loslässt. Am Ende bleiben weiß man selbst nicht mehr was Realität und was Wahnsinn ist, wodurch man mit mehr Fragen, als Antworten zurück bleibt.

Fazit:

Dieses Buch hat mich in kürzester Zeit gefesselt. Es ist einer der besten Thriller die ich seit langem gelesen habe. Der ständig Widerspruch zwischen der distanzierten Erzählung der Protagonisten und der Nähe zu den Geschehnissen macht dieses Buch unglaublich spannend. Man möchte die ganze Zeit wissen, wie es weitergeht, selbst als die Geschichte schon vorbei ist. Es lässt einen in einem moralischen Dilemma zurück.  In wie weit ist reines Beobachten überhaupt möglich? Wann macht man sich selbst eines Verbrechens schuldig und überschreitet man durch reines Nichtstun bereits eine Grenze? 
Ein absolut großartiger Roman, sowohl sprachlich, als auch inhaltlich und für einfach jeden weiter zu empfehlen. Ich danke BloggdeinBuch, dem Conte Verlag und Guido Rohm für dieses großartiges Buch.





                                   http://www.conte-verlag.de/conte-krimi/rohm-untat

    
    Copyright © Julia                                                                                                         

Donnerstag, 16. Mai 2013

Die Klaviatur des Todes




Michael Tsokos

  Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  Verlag: Droemer (1. März 2013)
Sprache: Deutsch

 

Inhalt: 

Der Rechtsmediziner Michael Tsokos wird immer dann zu Rate gezogen, 
wenn bei der Aufklärungsarbeit rechtsmedizinische Expertise benötigt wird. 
Seine Aufgabe ist es, das aufzudecken, 
was der Tote noch alles zu erzählen hat, auch wenn er es selbst nicht mehr kann. 
Unglaublich realistisch schildert Tsokos in diesem Buch verschiedene reale Fälle, mit denen er sich jeden Tag auseinandersetzten muss. 
Er und seine Kollegen führen die einzelnen Teile zusammen und schaffen es so ein Gesamtbild zu erschaffen, ohne das eine Aufklärung unmöglich wäre.




Beschreibung:

Das Buch ist in mehrere Kapitel geteilt, welche wiederum verschiedene Geschichten beinhalteten. Grob lässt sich das Buch in vier verschiedene Themen trennen.
Im ersten Teil dreht es sich um gewalttätige Morde und um den Umgang mit der Frage, ob diese geplant oder spontan geschehen. So dreht sich die erste Geschichte zum Beispiel um den Puzzle-Mörder, der Leichenteile in Koffern und Tüten entsorgt hat. Der zweite Teil dreht sich um natürliche Todesarten und vor allem um Kohlenmonoxydvergiftungen. Es zeigt, wie schnell man eigentlich Opfer einer solchen wird. Der dritte Teil erzählt die ungewöhnliche Geschichte eines kleinen kranken Jungen. Das letzte Kapitel hat vor allem Sexualmorde zum Thema.
Außerdem werden noch andere Dinge thematisiert. So wird zum Beispiel dargstellt, wie man eigens zugeführte Verletzungen erkennt.

Außer der Darstellung verschiedener Fälle gibt es zwischendurch einige sehr Lehrreiche Informationen über den Beruf des Rechtsmediziners. So erfährt man unter anderem, dass
Die Rechtsmedizin ihren Wurzeln in Deutschland hat und die deutschen Ärzte noch immer führend auf diesem Gebiet sind.

Die Fälle an sich lassen sich nicht so schrecklich lesen, wie es viele Thriller heutzutage tun, aber der Schrecken kommt, wenn man das Buch kurz beiseite legt und einem klar wird, dass diese Geschichte alle wahr sind. Dass Menschen sterben, weil sie ihren glühenden Grill
ins Schlafzimmer stellen, oder weil sie bloß zur falschen Zeit am falschen Ort war oder weil die Person denen man am meisten vertraut einem Schaden zufügt.
Genau diese Realität macht das Buch spannender und nervenaufreibender, als die meisten Thriller.


Fazit: 

Dies war mein erstes Buch von Tsokos, nachdem ich durch Abgeschnitten auf ihn aufmerksam wurde. Ich bin mir sicher, es wird nicht das letzte bleiben. Mich fasziniert das Berufsfeld des Rechtsmediziners und dieses Buch bietet einen interessanten und realistischen Einblick in dieses. Es ist informativ, erschreckend und spannend zugleich.
Eine Sache hat mich jedoch etwas gestört. Es gibt sehr viele Wiederholungen. Oft wird ein Fakt jedes Mal, wenn ein Fall damit zu tun hat noch mal ausgeführt. So weiß ich jetzt auswendig, welche Merkmale eine Kohlenmonoxydvergiftung hat. Das wäre nicht nötig gewesen, da man dieses Buch einfach in einem Rutsch durchlesen muss.
Eine absolute Kaufempfehlung für alle, die gerne Sendungen wie CSI, Crossing Jordan etc. schauen

 Copyright © Julia