heute möchte ich euch die
Geschichte von Hazel Grace Lancaster und Augustus Waters vorstellen.
Für alle die jetzt freudig wippend vor dem PC sitzen, ja ich habe
gestern die Vorpremiere dieses wunderschönen Films gesehen und
möchte euch meine Meinung dazu natürlich nicht vorenthalten. Für
alle anderen, denen diese beiden Namen nichts sagen, es handelt sich
um die Verfilmung des wundervollsten, traurigsten und ans Herz
gehenden Buches der letzten Zeit. Ich werde hier zuerst das Buch
vorstellen und danach diesem die Film gegenüberstellen. Ich wünsche
euch viel Spaß mit diesem Artikel.
Carl Hanser Verlag GmbH & Co.
KG; Auflage: 28 (30. Juli 2012)
,,Das ist das Problem mit dem
Schmerz.
Er verlangt
gespürt zu werden.“
Beschreibung:
„Krebsbücher sind doof“, sagt
die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen
Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts
anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut
aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht
offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher,
hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer
Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr:
Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu
treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein
tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über
Krankheit, Liebe und Tod. - Amazon
Inhalt:
Hazel ist eine wunderbare Figur.
Sie ist sechzehn Jahre, leidet an Schilddrüsenkrebs mit Metastasen
in den Lungen, weshalb ihr das Atmen schwer fällt. Sie ist sehr
clever und besucht bereits ein paar Kurse am College. Sie weiß, dass
sie nur eine stark begrenzte Lebensdauer hat und jeder Tag ihr
letzter sein kann, womit sie aber sehr aufgeklärt umgeht. Ihre
größte Sorge gilt ihren Eltern und deren Zukunft ohne sie, was mir
persönlich sehr gut an ihr gefallen hatte. Während ihr Vater
eigentlich die ganze Zeit traurig und kurz vor dem Weinen zu sein
scheint, hat ihre Mutter sich Hazel als scheinbar einzigen
Lebensinhalt gestellt. Beinahe alles (also hauptsächlich auf der
Couch sitzen und ANTM sehen) tun sie gemeinsam. Ihre Mutter ist 24
Stunden am Tag und das sieben tage die Woche für ihre Tochter da und
versucht ihr alle Wünsche zu erfüllen. Genau dieser Punkt, nervt
Hazel ganz besonders, da sie Angst davor hat, dass ihre Mutter nach
ihrem Tod zerbricht. Hazel liebt Bücher, besonders ,,Das
herrschaftliche Leiden“, in welchem es um das krebskranke Mädchen
Anna und deren Familie geht. Leider hört dieses Buch mitten im Satz
auf und hat kein Ende. Hazels größter Wunsch ist es, zu erfahren,
was mit den Figuren nach Annas Tod geschieht.
Augustus Waters lernt
Hazel in der Selbsthilfegruppe kennen. Er hatte Knochenkrebs ist
aber, nachdem man ihm sein Bein abgenommen hatte, ohne Befund. Mit
seiner freundlichen und offenen Art arbeitet er sich nicht nur in
Hazels ,,sprichwörtliches“ Herz, sondern auch in die des Lesers.
Er ist der charmante Kerl von nebenan, der einen erfrischenden
Wortwitz und Sarkasmus an den Tag legt. Mir haben alle Figuren, aber
vor allem Augustus besonders gut gefallen. Es sind zwei normale, aber
dennoch äußerst kluge und besonders Hazel belesene junge Menschen,
deren Art oft von anderen, vor allem Erwachsenen belächelt werden.
Der letzte im Bunde ist Isaac, Augustus bester Freund und später
auch ein guter Freund von Hazel. Er hatte Krebs in den Augen, weshalb
ihm beide Augen entnommen werden musste und er zwar ohne Krebs, aber
blind zurückblieb.
Mir persönlich haben alle Figuren
sehr gut gefallen, aber vor allem Augustus fand ich toll. Er hat
diese liebenswerte Art, der man sich einfach nicht entziehen kann, er
ist groß, sportlich und gutaussehend ist, doch hat auch er einen
Makel und genau das ist es, was ihn und die anderen Personen so
perfekt macht: Ihre herrliche Unperfektheit.
Die Geschichte selbst ist relativ
einfach und besitzt, wofür es einige Kritik hagelte, ein paar
Logiklöcher. Doch darum geht es in diesem Buch nicht. Es geht auch
nur zum Teil, um die Liebesgeschichte von Hazel und Gus, die, wie sie
selbst sagt, wie das Einschlafen ist. Langsam schleichend und dann
plötzlich vollkommen umfassend.
,,Ich
bin eine Granate; eines Tages werde ich hochgehen.“
Es geht um das Leben an sich. Um
die Angst zu verletzen und verletzt zu werden. Um die kurze Zeit, die
uns auf Erden bleibt und darauf, dass man keine Furcht vor dem Leben
an sich haben darf. Nur weil einem eine begrenzte Zeit bleibt, heißt
es nicht, dass man diese nicht zu einer Unendlichkeit machen kann. Das
hinter der Fassaden eines Menschen mehr steckt, als, in diesem Fall
eine Krankheit (Dies lässt sich aber auch auf andere Dinge
übertragen) sondern der Mensch selbst. Sein leben,s eine Geschichte, wie
Augustus es nennt. Genau dies lehrt er Hazel und den Lesern.
Natürlich gibt es in dieser
Geschichte kein Happy End, aber das erwartet man auch nicht, wenn man
mit diesem Buch beginnt. Die Grundlagen sind dafür einfach nicht
gegeben. Doch in welche Richtung dieses Buch dann führt ist
trauriger und schicksalhafter als man glauben konnte. Und so muss man
am Ende dieses Buches noch eine weitere Lektion lernen, nämlich, dass
das Schicksal ein mieser Verräter ist.
Der
Schreibstil ist angenehm und gepaart mit dieser wunderschönen
Geschichte, weshalb man dieses Buch einfach nicht aus der Hand legen kann. Ich
selbst habe es an einem Vormittag durchgelesen. Es fesselt ab der
ersten Seite und lässt dich bis zur letzten nicht wieder los. Jedoch
sollte man dieses Buch unter gar keinen Umständen in der
Öffentlichkeit lesen und unbedingt eine Packung Taschentücher und
Schokolade daneben liegen haben.
,,Das Leben ist keine Wunscherfüllungsmaschine."
Fazit:
Hätte
man mich vor kurzem gefragt, welches mein Lieblingsbuch ist, ich
hätte ,,Das fremde Meer“ geantwortet, doch dies hat sich durch
dieses Buch geändert. Schon lange bin ich um Das Schicksal ist ein
mieser Verräter herumgeschlichen, doch hatte ich mich nicht getraut es
zu lesen. Wieso sollte man auch ein Buch lesen, das einen traurig
macht? Doch anlässlich der Vorpremiere gestern, habe ich noch
entschieden es zu lesen und bin darüber mehr als glücklich.
Für
mich ist es momentan eines der besten Bücher überhaupt.
Dies liegt nicht an
der Geschichte, oder den Personen, oder dem Schreibstil sicher all
diese Aspekte haben kleine Fehler oder Ungereimtheiten, es ist die
Grundstimmung, die Kernaussage dieses Buches, was mich so berührt
hat. Ich habe selten so ein lebensbejahendes Buch auf Grundlage einer
solch traurigen Geschichte gelesen. Dabei wird der Krankheitsverlauf
nicht beschönigt, sondern auch auf die wirklich grausamen Aspekte
hingewiesen. Das was der Krebs mit dem Kranken selbst macht, aber
auch das Leid den die Familienmitglieder und Freunde erleben müssen.
Gerade
die Kombination aus dem fröhlichen, glücklichen und
lebensbejahenden Teil und dem traurigen und schmerzhaften macht
dieses Buch zu etwas ganz besonderen. Obwohl es für Jugendliche am
13 Jahren empfohlen wird, würde ich es keinem unter 16 Jahren, Hazels
Alter, empfehlen. Aber ab da, sollten es einfach alle gelesen haben.
Obwohl
dies bereits eine sehr lange Rezension war, komme ich jetzt zu dem
Film, den ich mir, Dank Filmstarts, gestern ansehen durfte.
Da die
Geschichte nahezu identisch ist, werde ich darauf nicht besonders
eingehen. Sie mussten natürlich ein paar Dingen rausschneiden und kürzen. So ist das Ende etwas zusammengeschrumpft ist und auch der
Krankheitsverlauf wurde gekürzt, ohne dabei jedoch das Leid und den
Schmerz eindämmen zu können. An der Geschichte hat sich dadurch
aber nichts geändert. Die Schnitte waren nur der Kontinuität des Films zu
Schulden.
http://de.eonline.com/eol_images
Die
Besetzung hat mir im Großen und Ganzen herausragend gut gefallen.
Besonders Sheilene Woodley (Bekannt aus Divergent-Die Bestimmung) hat
mich positiv überrascht. Obwohl ich vorher, auch während des
Trailers eher skeptisch ihr gegenüberstand, hat sie mich begeistert.
Sie spielt die Hazel ausgezeichnet.
Für mich die beste Besetzung
dieses Films ist jedoch Ansel Elgort (ebenfalls aus Divergent-Die
Bestimmung bekannt). Er ist ein großartiger Augustus, da er all das
verkörpert, was mir an Gus so gut gefallen hat. Sogar das von Hazel
so viel bewunderte schiefe Lächeln hat er drauf. Eine komplette
Fehlbesetzung war für mich jedoch Willem Dafoe als Peter Van Houten.
Dieser war einfach zu dünn,zu gesund, zu gepflegt und irgendwie einfach zu normal.
Vielleicht liegt dies nur in meiner subjektiven Wahrnehmung, aber ich
konnte ihn mir einfach nicht als Van Houten vorstellen, nicht einmal,
als ich ihn vor mir auf der Leinwand gesehen hatte.
Zu der
Synchronisation kann ich leider noch nichts sagen, da der Film im
Originalton mit deutschen Untertiteln gezeigt wurde, der mir jedoch
teilweise Gänsehaut einjagte. Ich hoffe, dass sie bei der
Synchronisation diese Übersetzung nicht übernommen haben.
Alles
in allem ist dies eine der besten Buchverfilmungen die ich je gesehen
habe. Dies liegt zum einen daran, dass sie für die Hauptfiguren so
wunderbare Besetzungen gefunden haben, die genau das verkörpern, was
mir an den Figuren im Buch so gefallen hat. Zum anderen haben sie es geschafft die Grundstimmung, die mir so wichtig war, in den
Film zu übertragen.
Während des Lesens fragt man sich, wie sie
die inneren Monologe und die Gefühle so herüberbringen wollen, dass
man mit gerissen wird. (Ich hatte darüber auch eine echte
Diskussion) Doch genau dies schafft der Film herausragend gut.
Ich
würde ihn jeden empfehlen. Natürlich bin ich der Meinung, dass man
vorher unbedingt das Buch lesen soll, doch auch für diejenigen, die
das aus irgendeinem Grund nicht tun will, lege ich diesen Film
unbedingt ans Herz.
,,Okay?"
Ich
hoffe euch hat meine, heute mal, etwas längere Rezension gefallen.
Mich würde sehr eure Meinung zu dem Buch interessieren und ob ihr
daran denkt diesen Film zu schauen.
Einsam
zieht der riesige Zug seinen Kreis durch eine kalte Landschaft aus
Schnee und Eis.
Mit
Snowpiercer kommt eine etwas andere Comicverfilmung ins Kino.Die
Graphic Novel auf welche dieser Film aufbaut stammt aus Frankreich,heißtTransperceneige und kommt aus dem Jahr 1984. In
nicht all zu ferner Zukunft wird die Klimaerwärmung zu einem immer
drastischeren Problem. Um dieses zu bekämpfen, wurde der Versuch
gestartet dies Erde abzukühlen. Jedoch misslang dies und stürzte die
Welt in eine neue Eiszeit.
Nur ein Mann hatte dies kommen sehen und
schon lange vorher begonnen einen Zug zu bauen, der ewig fahren
sollte. Ein in sich geschlossenes Ökosystem, dass unabhängig von
der Welt draußen existieren konnte. So braust er immer weiter durch die eiskalte Welt, wobei er genau ein Jahr braucht, um die Strecke einmal komplett abzufahren.
Der
Zug ist in verschiedene Abteile geteilt. An der Spitze des Zuges
befindet sich die heilige Maschine und deren Erbauer Wilford. Danach
kommen die Abteile für die erste und zweite Klasse und ganz am Ende
des Zuges befindet sich der Teil der dritten Klasse. Dort leben die
Menschen in ständiger Angst und um ihr Überleben kämpfend. Um aus
dieser Hölle zu entkommen, versucht Curtis und einige andere Männer
zum vorderen Teil des Zuges zu gelangen, um ihre Unterdrücker zu stürzen. Auf diesem beengten Raum
stehen ihnen aber nicht nur die einzelnen verschlossenen Tore im Weg,
welche die Abteile voneinander trennen, sondern auch die Soldaten und
ihre eigenen Probleme im Weg.
Zuerst muss man die absolute Starbesetzung dieses, aus Südkorea
stammenden Films hervorheben. So spielt der Captain America Star
Chris Evans hier den verbitterten Curtis, der versucht sich durch den Zug
zu kämpen. Hier ungewohnt mit Bart und Mütze ist er kaum wieder zu
erkennen. (Im Nachhinein wurde ich tatsächlich gefragt, wer denn von
den Schauspielern Captain America gewesen sein soll) Er zeigt in diesem Film,
dass mehr in ihm steckt, als nur ein Superheld in einem komischen
Aufzug.
Hinter ihm Reihen sich ein absolut fantastischer John Hurt, eine grandios böse Tilda Swinton und ein wunderbar widerlicher Ed Harris,
den man im Gegensatz zu Tildas Rolle doch fast mögen könnte, in die
Reihe der Starbesetzung an. Nur um ein paar aus der langen Liste
herauszupicken. Mein absolutes Highlight für mich war Luke Pasqualino, der d'Artangan in der BBC Serie The Musketeers spielt.
Jedoch war die ganze Besetzung so großartig, dass alleine
dies einen ganzen Artikel füllen könnte. Diese Schauspieler waren es
auch, die die Schwächen des Filmes ausgleichten, von denen es doch
einige gab.
So gab es Stellen, welche einfach unlogisch waren (die
Anzahl der Menschen im Zug und deren Verteilung) und andere die
leider so schlecht animiert waren, das man nicht wusste ob man lachen
oder weinen sollte (die Herstellung der Proteinblöcke). Gerade bei
den Kämpfen war außerdem die Kameraführung teilweise extrem
verwirrend und ruckelig, weshalb mir doch in einer Szene etwas schwummrig im Kopf
wurde. Darüber hinaus war der Film doch sehr brutal, was auf zarte
Gemüter schlagen könnte.
Der Film selbst fängt sehr stark an und
man war sofort in dieser beengten Welt des Zuges gefangen. Die Angst
und Verzweiflung der Menschen war deutlich spürbar, ohne das viel
darüber gesprochen werden musste. Auch der Kontrast zur Außenwelt
war sehr gut dargestellt. Besonders die Bilder dieser eisigen, toten
Landschaft war beeindruckend.
Leider
verlor der Film irgendwann ein wenig an Fahrt und wurde von einem ICE
eher zu einem Regionalzug.
Das Finale war dann wieder sehr
actionreich und spannend.
Der
Schluss jedoch stimmte nachdenklich und wir hatten auch nach dem Ende
noch sehr viel zum diskutieren.
Hier
möchte ich einmal die Szene in der Schule hervorheben, die mich am
stärksten beeindruckt und gleichzeitig verschreckt hat. Das ganze
Abteil wirkte so friedlich, bunt und naiv und stellte somit einen
kaum zu ertragenen Kontrast zu dem ganzen vorher gesehenen Zug dar.
Die Kinder und vor allem die Lehrerin waren so widerlich süß, dass
sie genauso gut aus einem Horrorfilm stammen konnten. Diese Szene
macht die Besonderheit dieses Films am deutlichsten, da sie am stärksten zeigt, wie krass der Kontrast zwischen den einzelnen
Klassen ist und wie die Kinder manipuliert werden, um das zu glauben,
was das System ihnen einflößt. Ein erschreckend realistisches Bild.
Mir
persönlich hat der Film trotz seiner Schwächen sehr gut gefallen.
Man konnte mit den Hauptpersonen mitfühlen und sie gleichzeitig
verachten. Besonders Curtis hat bei mir eine Achterbahn der Gefühle
ausgelöst. Der Film zeigt, dass Menschen nicht nur gut oder schlecht
sind und das die Umstände uns stärker beeinflussen als wir
eigentlich denken. Man spürt den Film seine koreanischen Wurzeln an
und den Regisseur Bong Joon-ho an. Darüber hinaus ist der Film eine
Hommage an das Videospiel und einem solchen doch sehr nachempfunden.
Alles in allem hat mir der Film doch sehr gut gefallen und ich würde
ihn jedem empfehlen, der anspruchsvolles Kino genießen möchte, aber
nicht vor der Darstellung von Gewalt zurückschreckt. Ich möchte
noch einmal betonen, dass allein für die Darsteller, meines
Erachtens, ein Besuch sich schon lohnt.