Posts mit dem Label aetherhertz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label aetherhertz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 28. Juni 2013

Steampunk



 
http://www.artisan.org.au/wp-content/uploads/2012/10/steampunk-craftfair.jpg


Ich möchte euch hier, passend zu dem Buch Aetherhertz einmal den Begriff Steampunk erklären und kurz anreißen, was es damit auf sich hat. Dabei beziehe ich mich vor allem auf die Literatur, da Steampunk in dort seinen Ursprung hatte. Um euch alles darüber zu erzählen, würde dieser Post viel zu lang werden. :) Also muss ich das leider etwas kürzen.




http://www.wallpapervortex.com/wallpaper-13143_steampunk.html#.Us_aBLS92Uk
Steampunk begann in den 80ern als literarische Strömung und hat sich zu einer kulturellen Bewegung mit eigener Subkultur entwickelt. Es begann alles im Jahr 1987 mit einem Brief des Autors K.W. Jeter an das Magazin Locus, in dem er darum bat für seine Bücher diesen Begriff zu verwenden. Dadurch sollte es sich von dem Cyberpunk unterscheiden. Steampunk gehört zu dem Bereich des sogenannten Retro-Futurismus, also einer Sicht auf die Zukunft, wie sie in früheren Zeiten entstanden sein könnte. Geprägt wird Steampunk von Kleidung, Umgangsformen, vor allem aber Accessoires und Maschinen. Insbesondere die Maschinen sehen aus, wie Hightech-Gerätschaften vielleicht hätten aussehen können, wenn es sie im 19. Jahrhundert schon gegeben hätte. Immer wieder auftretende Elemente des Steampunk sind dampf- und zahnradgetriebene Mechanik, einen viktorianischen Kleidungsstil, sowie ein viktorianisches Werte-Modell 


http://www.wallpapervortex.com/wallpaper-13140_steampunk.html

Etymologie:

Das Wort Steampunk besteht aus dem Wort Steam, welches sich auf die Dampfmaschine und somit auf die alles antreibende Kraft in der viktorianischen Zeit darstellte und dem Wort Punk. Dieses Wort steht im Bezug auf die Subkultur, welche sich aus der literarischen Bewegung heraus entwickelt hat, am ehesten für die Philosophie und Lebenshaltung. Steampunks verstehen sich als eine Gegenbewegung zur Moderne – sie feiern die Ästhetik der Kolben, Bolzen und Zahnräder. 

Steampunk in der Literatur: 


http://www.imgbase.info/images/safe-wallpapers/miscellaneous/steampunk/22150_steampunk.jpg


Steampunk-Geschichten stellen eine Verbindung aus Science-Fiction und Abenteuerroman dar, in denen die technische Entwicklung alternative Wege eingeschlagen hat, wodurch sich phantastische Geräte entwickelt haben. Die Autoren greifen besonders gerne auf die Motive von Jules Verne und H. G. Wells zurück. Anders als diese, die vor allem über eine imaginäre Zukunftsvorstellung schrieben, projiziert des Steampunk wirkliche Errungenschaften und technische Fiktionen unserer Zeit in eine idealisierte Vergangenheit.Die Dampfkraft hat in den Steampunk-Romanen eine noch größere Bedeutung erlangt. Sie kann nicht nur Eisenbahnen und  Dampfmaschinen antreiben, sondern darüber hinaus Raumschiffe, Luftfahrzeuge und andere aus Kupfer, Messing und Holz bestehende fantastische Maschinen. Die Elektrizität ist darüber hinaus meist dazu in der Lage Menschen zu heilen oder sie zu verändern. Es lässt sich sagen, dass die Technik über Möglichkeiten verfügt, die in unserer Zeit nur durch die Kernernergie möglich ist. 


Andere Formen des Steampunk:
  • Teslapunk – in diesem Fall aber eher durch die kreative Verwendung von Elektrizität charakterisiert
  • Dieselpunk – ca. 1920–1945, Dieselmotor nimmt die Rolle der Dampfmaschine ein
  • Atompunk – ca. 1945–1965, Atomreaktor nimmt Rolle der Dampfmaschine ein
  • Der sogenannte Clockpunk (eine Wortschöpfung des Rollenspiels GURPS: Steampunk) ist eigentlich nur eine Konzentration des Steampunk-Themas, weg von der Dampfkraft, mehr hin zu Aufzieh- und Uhrwerkmechanismen.
  • Die sogenannte Gaslicht-Romantik entspricht ebenfalls im Wesentlichen dem klassischen Steampunk, ist jedoch weniger fortschrittlich und weniger in einer alternativen Zeitlinie angesiedelt.
  • Als DIY-Steampunk wird ein Lebensstil bezeichnet, der das Reparieren und Recyceln von alten technischen Dingen praktisch umsetzt. Dabei geht es darum robuste, reparierbare und nutzbare Dinge langfristig und dauerhaft zu erhalten, Teile zu rekonfigurieren oder entsprechende Dinge selbst in einer kollektiven oder schwarmartigen Commons-based Peer Production herzustellen.

Beispiele für Steampunk:
Bücher:

·   „Homunculus“ (1986, dt. Homunculus) von James Blaylock;

·   „Infernal Devices“ (1987, dt. Das Erbe des Uhrmachers) von K. W. Jeter;

·   „The Difference Engine“ (1990, dt. Die Differenzmaschine) von Bruce Sterling und William Gibson;

·   „The Hollow Earth“ (1990, dt. „Hohlwelt“) von Rudy Rucker;

·   „Lord Kelvin's Machine“ (1992) von James Blaylock;

·   „Anti-Ice“ (1993, dt. Anti-Eis) von Stephen Baxter;

·   „The Steampunk Trilogy“ (1995) von Paul Di Filippo;

·   „Patton's Spaceship“, „Washington's Dirigible“ und „Caesar's Bicycle“ (1997, Timeline Wars-Trilogie) von John Barnes;

·   „Naming the Dead“ (1999) von Paul J. McAuley;

·   „The Blue Portal“ (2002) von Eric Brown.


Filme:
- Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen
- Der goldene Kompass
- Sky Captain and the World of Tomorrow
- Wild Wild West
- Sleepy Hollow
- Hellboy
- Die Zeitmaschine
- Van Helsing
- Sweeney Todd
- The Prestige
- alle Jules-Verne- und H.G.Wells-Verfilmungen


Quellen:  

http://de.wikipedia.org/wiki/Steampunk
http://www.steampunk.de/
http://clockworker.de/cw/was-ist-steampunk/
http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/zu-besuch-in-einer-deutschen-steampunk-schmiede-a-860567.html

  copyright © Julia



Donnerstag, 27. Juni 2013

Interview: Anja Bagus



Wie versprochen folgt nun das Interview
mit der Autorin von Aetherhetz:
Anja Bagus.  


Stell Dich doch bitte einmal kurz vor. 
Hallo, ich bin Anja Bagus, 46 Jahre jung, komm aus dem erstaunlich grünen Ruhrgebiet, habe zwei Katzen, einen Hund, einen Mann und ein Kind. 
Wie bist Du zum Schreiben gekommen und wann hattest du deine ersten Gehversuche unternommen? 
Ich bin durch eine gute Freundin zum Schreiben gekommen, und habe beim Nanowirimo meine ersten Gehversuche gemacht. Daraus ist dann „Aetherhertz“ entstanden. 

Wie sieht dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest du das Schreiben?
Du eventuell auch schon Erfahrung mit Schreibblockaden machen müssen und hast du Tipps für junge Autoren damit umzugehen? 

Ich schreibe jeden Tag. Es ist sinnvoll, sich eine Anzahl Wörter vorzunehmen, und das dann einzuhalten. Ich lasse es einfach laufen, und schaue erst hinterher, was man davon gebrauchen kann. Schreibblockaden kenne ich (noch) nicht. Ich versuche mir keine Gedanken zu machen, ob da, was ich grade schreibe, gut ist, ich lass es einfach raus. Später merkt man dann, dass es meist nicht soo schlecht war. 
Wo schreibst du am Liebsten bzw. hast du besondere „Rituale“ beim Schreiben? 
Ich habe mein Pult und brauche meine Playlist. Musik ist sehr wichtig.

Wie kamst du auf die Idee deines Buches? War es eher ein spontaner Einfall? Ein Traum? Oder wurdest du von etwas inspiriert? 
Es war eigentlich eher spontan. Ich lese und spiele seit Jahren Fantasy, da lag es nahe, etwas in dem Bereich zu schreiben. Und Steampunk ist toll, es bietet so viele Möglichkeiten.
Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches? Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder lässt du dich auch von realen Personen inspirieren? Meine Personen sind nicht alle fiktiv. Frau Barbara zum Beispiel ist meine Oma, aber nur vom Aussehen her. Ansonsten sind es Mixturen aus vielen Facetten und Typen. Mich inspiriert weniger eine reale Person an sich, sondern ihr Verhalten in einer bestimmten Situation. 

Was bereitet dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches?
Das in der Mitte! Da muss man die Spannung halten, und Informationen loswerden, ohne langweilig zu werden. Und die Figuren wollen dann auch mal was essen und aufs Klo, aber das interessiert den Leser doch nicht, oder? Man verzettelt sich da leicht.

Nach welchen Kriterien hast du dich für dein Cover entschieden bzw. wie kamst du auf deine Idee?   
Ich habe stundenlang verschiedene (teilweise wirklich furchtbare) Entwürfe gemacht, und bei Bildagenturen gestöbert. Dann bin ich auf den grünen Rauch gestoßen, ein paar Sekunden später auf die Uhr, und voilà! 
Wie hast du deinen Titel gefunden? 
Das war ein sehr langer Prozess. Das Buch sollte „Herzblut“ heissen, aber der Titel wird schon von Verlagsbüchern verwendet, und ich wollte keinen Ärger. Aether lag ja nahe, aber was dann? Da Annabelle Rosenherz mit Nachnamen heißt, und das Herz eben auch in der Praline „Herzblut“ ist, habe ich mich dafür entschieden. Das „t“ in „Hertz“ war ein Nachgedanke, der den Lesern klarer wird, wenn Teil 2 und 3 auf den Markt kommen.

Welcher Zielgruppe würdest du deine Bücher am ehesten empfehlen? 
Ich dachte, ich habe ein Buch für Frauen geschrieben, bekomme aber mehr Rückmeldungen von Männern bis jetzt … Nun, Steampunkern natürlich, Lesern, die gerne Fantasy und alternative Geschichtsromane lesen, es ist auch ein Krimi, eine Romanze …. Mein Publikum ist unterschiedlich.

Der Indie-Buchmarkt ist ja ein umstrittenen Thema, dennoch wächst der Markt von Tag zu Tag, was sagst du denn dazu? Wie sind deine Erfahrungen? 
Im Moment ist das alles sehr wirr. Es wird viel Mist auf den Markt geworfen, und es wird viel geschimpft und das macht mich traurig. Es wird noch eine Weile dauern, bis sich alles entspannt. Ich habe in meinem Buch noch viele Fehler gefunden, obwohl ich es mehrmals durchgeackert habe, mit Hilfe von vielen Leuten. Und ich bin jederzeit verbesserungsbereit. Der Markt wird noch weiter wachsen, und das ist gut so.

Aetherhetz ist ja ein Steampunk-Roman. Kannst du den Lesern einmal kurz erklären was es genau damit auf sich hat? 
Steampunk ist die Ästhetik der Viktorianischen oder Edwardianischen Zeit (bei mir das Kaiserreich) mit den modernen Ideen zu vermischen. Sich im Stil von Jule Verne phantastische Maschinen und abenteuerlustige Helden in einer liebevoll gestalteten Umgebung vorzustellen.

Wie kamst du darauf gerade einen solchen Roman zu schreiben? 

Ich liebe Steampunk! Es ist eine wunderbare Subkultur, die Menschen basteln Dinge, nähen sich wunderbare Kleider und pflegen einen besonderen Umgang mit sich und der Welt.

Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken? 
Zuletzt die Bücher von Patrick Rothfuss, aber immer wieder Guy Gavriel Kay, und natürlich der geniale Terry Pratchett.

Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten? 
Ganz klar Fantasy.

Mit welcher literarischen Figur würdest Du gerne einmal einen Tag verbringen? 
„Kickaha“ auf Philip Jose Farmers Scheibenwelt. Mit ihm über die Prairie reiten, wild, ungezähmt, und frei.

Einen herzlichen Dank für diese schönen Antworten :)

        copyright © Julia