Dienstag, 16. Juni 2015

Das Mondmalheur






Anette Kannenberg
498 Seiten
18.07.2014










Bescheibung:

Das Leben von Cornelius Wichgreve, Gravitationsexperte und Erfinder der hochgejubelten Skylevitys, wird komplett durcheinander geworfen, als der weltweit führende Mineralölkonzern CosmOre Industries ihm einen Job auf dem Mond anbietet. Zusammen mit dem soziophoben Bakteriologen Murray und dem selbsternannten Lunalogen Vladimir soll er dort den Abbau des neu entdeckten Superelementes Tuttofarium vereinfachen. Doch als Murray plötzlich nach Peru versetzt wird und ein Praktikant dessen Aufgaben übernimmt, passiert das Unglaubliche, und Cornelius wird in eine Verschwörung hineingezogen, die in eine weltumspannende Katastrophe mündet. 
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Inhalt:


Das Mondmalheur, alleine der Titel klingt bereits nach einer Menge Spaß und genau das hat dieses Buch zu bieten, aber dabei belässt es die Autorin natürlich nicht. Darüber hinaus ist es die beste Dystropie die ich seit langer Zeit gelesen habe. Woran dies liegt, möchte ich euch nachfolgend erklären.
Dieser Roman ist eigentlich in zwei Teile geteilt. Der erste Teil erzählt davon, wie drei Wissenschaftler und ein geldgieriges Unternehmen es schafften den Mond beinahe zu zerstören, wobei der zweite Teil Jahre später spielt und davon handelt, wie jene Wissenschaftler versuchen, den Mond und somit auch die Erde irgendwie noch zu retten.

Die Handlung beginnt damit, dass der Bakteriologe Murray ein Dodo erschafft und genau diese Szene beschreibt das ganze Buch sehr genau. Denn sie hat Humor, was gibt es niedlicheres als ein Babydodo namens Doris, welches die ganze Wohnung verwüstet, Tiefe, das Klonen wird thematisiert und einen wunderbar schrulligen Charakter.

Aber Murray ist ein eher wenig sympathischer Charakter, den man gerade deshalb im Laufe des Buches umso liebenswerter finden muss. Er hat seine Macken, ist überaus intelligent, versteht jedoch keine Ironie oder Humor und hat auch sonst große Probleme im Umgang mit Menschen. Eigentlich kann er nichts Positives an ihnen finden. Jedoch verbirgt sich hinter diesem Äußeren ein sehr treuer, lustiger und kluger Freund. Cornelius ist ein verrückter, humorvoller, kluger Draufgänger, der nicht alles so ernst nimmt. Dies führt ihn bereits zu Beginn des Buches in Schwierigkeiten, beziehungsweise bringt ihn um eine Menge Geld. Er lebt jedoch nach dem Motto: Es wird sich schon alles geben. Genau deshalb ist er ein wunderbarer Gegenpart zu dem eher gefühlskalten Murray. Genau dieses Zusammenspiel macht dieses Team wirklich unschlagbar, witzig und bereitet pures Vergnügen beim Lesen. Der Lunaloge Vladimir ist der dritte im Bunde und tatsächlich eine Person, die mir schnell ans Herz gewachsen ist. Er hat einen sehr schwarzen Humor, macht einige gemeine Scherze, arbeitet allerdings hart und achtet gewissenhaft Sicherheit. Somit dient er als Vermittler zwischen den beiden anderen, sehr unterschiedlichen Männern und hält das Team das eine oder andere Mal zusammen.

Die Geschichte wird aus Cornelius und Murrays Sicht erzählt, später spielt auch eine junge Dame namens Elena eine nicht allzu kleine Rolle, ist erst in der Zukunft und dann noch weiter in der Zukunft angesiedelt und erzählt zu Beginn, wie diese beiden unterschiedlichen Männer auf dem Mond zusammen treffen und wie sich eine zarte Freundschaft entwickelt. Doch natürlich ist dies nicht alles, denn es spielt noch ein Internationale (oder Intergalaktischer) Konzern, fiese Politiker und ein junger, genmanipulierter Mann eine Rolle. Während man sich am Anfang noch fragt, wie das alles zusammengehört, verweben sich die einzelnen Fäden immer mehr und ein spannendes Konstrukt ensteht mit vielen Wendungen und interessanten Ereignissen. 
Nur zwischendurch hatte sich das Buch etwas gezogen, besonders zu Beginn des zweiten Teils, jedoch ist es auch sehr schwierig die Spannung über 500 Seiten aufrecht zu erhalten. Dafür waren die Höhepunkte der beiden Geschichten, beziehungsweise der Teile wirklich spannend und nervenaufreibend und können jedem Thriller Konkurrenz machen. In dieser Zeit flogen die Seiten nur so dahin. 
In wie weit die Erfindungen, Entdeckungen und wissenschaftlichen Hintergründe wirklich realistisch sind, spielt dabei aber, außer wohl bei Leuten, die sich gut mit der Materie auskennen, keine große Rolle. Es wirkt alles gut rechachiert und das Gesamtkonzept ist so stimmig und schlüssig vorgetragen, dass man es einfach akzeptieren kann, was in meinen Augen wichtiger ist, als die wissenschaftliche Genauigkeit.
Auch das Ende, oder besser gesagt, besonders das Ende hat mir sehr gut gefallen.  

(Achtung Spoiler!) Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es war eher ungewöhnlich und genau das war es, was mich so beeindruckt hat. Der Mut der Autorin auch mal andere Wege zu gehen und nicht das zu schreiben, was die Masse warscheinlich will. Und damit habe ich bereits zu viel gesagt und werde mich einem anderen Aspekt. (Spoiler Ende!) 

Der Schreibstil ist wirklich angenehm, eine Freude zu lesen und gerade für ein Erstlingswerk wirklich bemerkenswert. Die Autorin hat die Eigenheiten der Figuren schön herausgearbeitet, ohne das diese zu aufdringlich wirken. Der Humor ist pointiert und immer im richtigen Maße vorhanden. Alles in allem erwartet einen hier einen angenehmen Lesefluss.
Ein echtes Highlight und damit eine Erwähnung wert, ist das wirklich schöne Cover, welches auch im Regal hübsch anzusehen ist. Nur selten gefallen mir Cover so gut, dass ich sie speziell erwähne, umso besser finde ich dieses.


Fazit:

Huch, nun ist die Rezension ziemlich lang geworden und doch habe ich das Gefühl nicht annähernd alles eingebracht zu haben, was erwähnenswert gewesen wäre.
Alles in allem kann ich nur sagen, dass dies ein wirklich gelunger Science Fiction/Fantasy Roman ist und ein Buch, welches mich wirklich überzeugen konnte. Es hat genau die richtige Portionen Humor und Spannung, gepaart mit skurrilen, sympathischen Figuren und einem angenehmen Schreibstil. Wirklich zu empfehlen, nicht nur für Fans von Weltraum- und Zukunftsgeschichten.
Und es hat eine Doctor Who - Anspielung ;)

Copyright © Julia


 

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